News-Ticker zur Krise

Coronavirus in Delmenhorst: Die Lage ist „traurig und furchtbar“

Die Stadt Delmenhorst ist einer der Coronavirus-Hotspots in Deutschland. Der kritische Grenzwert an Neuinfektionen ist längst überschritten. Nun zieht die Stadt Delmenhorst Konsequenzen.

  • Grenzwert an Coronavirus-Infektionen in der Stadt Delmenhorst weit überschritten.
  • Stadt Delmenhorst hat in einer eine Pressekonferenz neue Corona-Maßnahmen verkündet.
  • Stadt Verwaltung beschließt verschärfte Corona-Maßnahmen im Stadtgebiet.

Update 20. Oktober: Der 7-Tage-Inzidenzwert in Bezug auf Corona-Infektionen ist in der Stadt Delmenhorst im Vergleich zu gestern leicht gesunken und dennoch hat sich die Situation nicht verbessert. Am Dienstagmorgen kommen in der Stadt Delmenhorst auf 100.000 Einwohner 211,5 Coronainfektionen. In der vergangenen Woche gab es nun somit 164 Neuinfektionen in der Stadt Delmenhorst.

Erst gestern verkündete die Stadt Verwaltung um Oberbürgermeister Axel Jahnz neue Maßnahmen zur Eindämmung der Coronakrise. Man wolle die Maßnahmen so schnell es geht fertig formulieren und anschließend sofort geltend machen.

Update 19. Oktober, 10.54 Uhr: „Bleibt Zuhause!“ Dieses Motto gilt laut Corona-Krisenmanager Rudolf Mattern ab sofort wieder in Delmenhorst. Oberbürgermeister Axel Jahnz appelliert, dass die Stadt auch auf die Medienvertreter angewiesen ist, um die Krise gemeinsam zu lösen.

Update 19. Oktober, 10.51 Uhr: Die Stadt Delmenhorst greift auf Coronamaßnahmen aus dem Frühjahr zurück. Feiern dürfen laut Corona-Krisenmanager Rudolf Mattern nur noch mit höchstens 10 Personen aus zwei Haushalten veranstaltet werden, auch normale Zusammentreffen im Freien unterliegen wieder der 10-Personen und zwei Haushalte-Regel.

Bei Hochzeiten und Beerdigungen ist die Teilnehmer Zahl auf 25 Personen beschränkt.

Update 19. Oktober, 10.42 Uhr: Die Stadt Delmenhorst betont, dass die Verwaltung das Problem alleine nicht lösen könne. Als Kommune sei man in der Lage Maßnahmen zu veranlassen, aber vor allem komme es auf das Verhalten der einzelnen Bürger an, ob diese am Ende auch erfolgreich seien.

„Wir können nicht an jeder Hausecke kontrollieren und das wollen wir auch nicht“, erklärt Carsten Hoffmeyer von der Polizei Delmenhorst. Umso wichtiger sei es, dass jeder einzelne die Maßnahmen einhält. „Lockerungen bedeutet nicht locker nehmen“, appelliert Oberbürgermeister Axel Jahnz weiter an die Bevölkerung.

Einer der neuen Maßnahmen wird laut Oberbürgermeister Axel Jahnz eine Sperrstunde für die Gastronomie von 23 Uhr bis 6 Uhr sein. Man passe sich dabei auch dem Land Bremen an. Öffentliche Veranstaltungen werden vorerst abgesagt, auch kulturelle Veranstaltungen sind davon betroffen.

Der Betrieb der Schulen und Kitas hingegen läuft vorerst normal weiter nach den Ferien. Dabei hätten alle Einrichtungen ein geeignetes und sehr striktes Hygienekonzept. Sobald es nötig sei, würden vom Virus betroffene Einrichtungen sofort geschlossen werden.

Update 19. Oktober, 10.36 Uhr: Laut Oberbürgermeister Axel Jahnz könne in Delmenhorst weiterhin kein Schwerpunkt für die Corona-Infektionen festgestellt werden. 25 Gaststätten wurden in Delmenhorst am Wochenende verstärkt kontrolliert. Dabei wurden laut Carsten Hoffmeyer, Leiter der Delmenhorster Polizei, fünf Verstöße festgestellt. Die betroffenen Betriebe wurden vorerst geschlossen.

Update 19. Oktober, 10.34 Uhr: „Traurig und furchtbar“ so beschreibt Oberbürgermeister Axel Jahnz die Corona-Situation in Delmenhorst, aber die Stadt Delmenhorst wolle sich der Situation stellen.

Update 19. Oktober, 10.20 Uhr: Der Krisenstab in Delmenhorst will sich ab 10.30 Uhr in einer Pressekonferenz zu weiteren Maßnahmen und der Entwicklung in Delmenhorst äußern. Wir berichten im Live-Ticker.

Update vom 19. Oktober: Die Zahl der Corona-Infektionen ist am Montag in Delmenhorst erneut angestiegen. Insgesamt haben sich 468 Delmenhorster mit dem Virus infiziert, 231 Fälle sind derzeit aktiv. In einer von der Stadt aktuell angeordneten Quarantäne befinden sich derzeit 577 Delmenhorster.

Noch vor der Pressekonferenz der Stadt Delmenhorst am Montag, richtet sich Oberbürgermeister Axel Jahnz mit einem Schreiben an alle Delmenhorster. Darin heißt es: „Unsere Stadt hat in Deutschland zurzeit leider die höchste Corona-Infektionsrate. Gemeinsam müssen wir daher alles unternehmen, um uns gegenseitig zu schützen und weitere Erkrankungen möglichst zu verhindern.“

Oberbürgermeister Axel Jahnz betont in dem Schreiben erneut die Regeln im Umgang miteinander. Neben dem einzuhaltenden Abstand von 1,5 Meter zueinander, richtet sich Oberbürgermeister Axel Jahnz auch an die Bevölkerung mit der Bitte, Kontakt und vor allem auch Feiern mit anderen Haushalten zu vermeiden.

Nur so könne es gelingen, weitere Ansteckung zu minimieren und besonders ältere oder kranke Menschen nicht in Gefahr zu bringen, schreibt der Oberbürgermeister Axel Jahnz in dem Schreiben..

Ursprungsartikel vom 18. Oktober: Delmenhorst - Niedersachsen ist Corona-Hotspot. Neben den Landkreisen Cloppenburg, Emsland, Oldenburg und Vechta gehört auch die Stadt Delmenhorst zu den Risikogebieten. Die Stadt Delmenhorst überschreitet die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Das Besondere daran: Auf der Homepage der Stadt heißt es, dass „keine besonderen lokalen Zuordnungen festzustellen“ seien. Somit lasse sich Stand jetzt nicht sagen, wieso die Stadt so stark betroffen ist.

Delmenhorst: Coronavirus-Grenzwert weit überschritten

Mit 196,3 Fällen pro 100.000 Einwohner ist der Grenzwert bereits weit überschritten. In Zahlen bedeutet das, dass (Stand 18. Oktober 12.40 Uhr) 226 Delmenhorster mit dem Coronavirus infiziert sind.

Zum Vergleich: Insgesamt gab es seit Ausbruch des Coronavirus im Stadtgebiet 452 Fälle, wie die Stadt Delmenhorst auf ihrer Homepage schreibt. Alleine in der vergangenen Woche ist die Infektionszahl um 161 angestiegen.

Sogar in der Delmenhorster Fußgängerzone herrscht derzeit eine Maskenpflicht.

Coronavirus-Infektionsanstieg: Stadt Delmenhorst gibt Pressekonferenz am Montag

Am Montag gibt die Stadtverwaltung eine Pressekonferenz über die Corona-Lage in Delmenhorst. Zuvor hatte die Stadt Delmenhorst am 9. Oktober eine Allgemeinverfügung „zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Corona-Virus auf dem Gebiet der Stadt Delmenhorst“ erlassen. Darin heißt es, dass bei privaten Feiern nur noch höchstens 10 Personen unter geregeltem Hygiene-Konzept gleichzeitig teilnehmen dürfen.

Bei Feiern an öffentlich zugänglichen Orten oder in gastronomischen Betrieben ist die Teilnehmerzahl auf höchstens 25 Personen beschränkt.

Weitere Folgen des rasanten Corona-Infektionsanstiegs sind, dass die Stadt Delmenhorst beschlossen hat, alle Gottesdienste und Sportveranstaltungen am Sonntag abzusagen. Zuschauer waren ohnehin bis mindestens zum 25. Oktober nicht zugelassen.

Maskenpflicht in der Innenstadt

Auch die Maskenpflicht wurde kurz zuvor erweitert. Die Stadt-Verwaltung um Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD) beschloss vergangene Woche eine Maskenpflicht in der Delmenhorster Innenstadt. Dort mussten Passanten zwischen 10 und 18 Uhr in der Fußgängerzone auch an der frischen Luft eine Maske tragen.

Folgen für Delmenhorster Kitas, Schulen und Josef-Hospital

Kitas spüren ebenfalls die Folgen der ansteigenden Infektionen, dort dürfen Kinder nur noch in festen Gruppen betreut werden. Schulen sind seit Freitag geschlossen und für das Josef-Hospital Delmenhorst gilt derzeit wieder ein Besuchsverbot.

Rubriklistenbild: © dpa/Mohssen Assanimoghaddam

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