Corona-Verordnung überarbeitet

Coronavirus in Niedersachsen: Inzidenz steigt - erste Region schließt Schulen

Nachdem es schon Hoffnung gab, steigt die Zahl der Corona-Infektionen in Niedersachsen wieder deutlich. Salzgitter schließt die Schulen ab Montag wegen einer Inzidenz über 200.

Dieser Coronavirus-Ticker für Niedersachsen ist beendet und wird hier weitergeführt.

Update vom 18. März, 11 Uhr: Wegen extrem gestiegener Corona-Infektionszahlen schließt die Stadt Salzgitter alle Schulen in der Woche vor den Osterferien. Erlaubt sei der Schulbesuch zwischen dem 22. und 28. März nur für das Ablegen von Prüfungen, für die Präsenz erforderlich sei, teilte die Verwaltung nach einer Sitzung des Krisenstabs mit. Die Inzidenz der Stadt war innerhalb einer Woche von 99,7 auf am Donnerstag 233,0 gestiegen. 

Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen ist wieder gestiegen

Update vom 16. März, 15.28 Uhr: Das vorläufige Aus für die Corona-Impfungen mit dem Vakzin von Astra-Zeneca trifft auch zahlreiche Niedersachsen, die in den kommenden Wochen geimpft werden sollten. Rund 160.000 Termine müssten abgesagt beziehungsweise verlegt werden, teilte das Gesundheitsministerium in Hannover am Dienstag mit. Die Betroffenen sollen vom Land informiert werden und schnellstmöglich automatisch einen neuen Termin erhalten. Für das weitere Vorgehen wartet das Land nun die Entscheidungen der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) ab. (dpa)

Update vom 16. März, 14.25 Uhr: Die Zahl der Corona-Patienten auf Niedersachsens Intensivstationen ist wieder gestiegen. Am Dienstag lagen 233 an Covid-19 Erkrankte auf einer niedersächsischen Intensivstation, am Vortag waren es noch 223. In den 119 Kliniken im Land stehen insgesamt knapp 2000 Intensivbetten für Erwachsene und rund 240 Intensivbetten für Kinder zur Verfügung. Bei den Erwachsenen sind derzeit laut Gesundheitsministerium etwa 80 Prozent, bei den Kindern ungefähr 60 Prozent belegt. Insgesamt wurden in den Kliniken zwischen Harz und Nordsee am Dienstag 877 mit dem Virus infizierte Patientinnen und Patienten behandelt.

Mitte Januar waren sogar rund 1400 Covid-19-Patienten in niedersächsischen Kliniken behandelt worden, davon 290 auf Intensivstationen. Wegen der Belastung der Stationen hatte damals zum Beispiel die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) geplante Operationen verschoben .Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin DIVI forderte angesichts aktuell bundesweit steigender Infektionszahlen eine sofortige Rückkehr in den Lockdown. Wichtig sei es, nun die über 50- und über 60-Jährigen schnell zu impfen, erklärten die Intensivmediziner am Montag. Dann würden auch weniger Menschen mit Covid-19 schwer krank. (dpa)

Update vom 16. März, 13.11 Uhr: Nach dem vorläufigen Stopp der Corona-Impfungen mit dem Astra-Zeneca-Wirkstoff haben Bund und Länder die Entscheidung über einen Impfstart in den Arztpraxen vertagt. Eine für diesen Mittwoch vorgesehene Telefonkonferenz der Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten wird verschoben, bis eine Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zum weiteren Vorgehen vorliegt. Das teilte ein Sprecher der Bundesregierung am Dienstag offiziell mit.

Bei den Bund-Länder-Beratungen sollte es vor allem darum gehen, wann auch Hausärzte auf breiter Front mitimpfen. Ursprünglich war dies spätestens für die Woche ab dem 19. April vorgesehen - dies ist nun aber ungewiss. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte - wie mehrere andere europäische Länder - Impfungen mit Astrazeneca als Vorsichtsmaßnahme vorerst gestoppt. Hintergrund waren Berichte über Blutgerinnsel in zeitlichem Zusammenhang mit dem Impfprozess. (dpa)

Mehr als 400 Neuinfektionen in Niedersachsen

Trotz Aufrufen aus der Politik, auf nicht notwendige Reisen zu verzichten, ist die Nachfrage nach Osterurlauben auf Mallorca groß. Der Reisekonzern Tui hat in den vergangenen Tagen nach eigenen Angaben doppelt so viele Mallorca-Buchungen verzeichnet wie im gleichen Zeitraum 2019, vor der Corona-Pandemie. „Wir haben uns daher entschieden, das Angebot für die Osterferien zu verdoppeln und bieten jetzt über 300 Hin- und Rückflüge an“, teilte der Geschäftsführer von Tui Deutschland, Marek Andryszak, am Dienstag mit. Die ersten Tuifly-Flüge sollen am 21. März in Hannover, Düsseldorf, Frankfurt und neuerdings Stuttgart abheben. Vom 26. März an steuert Tuifly die Baleareninsel nun auch von München aus an. Der Reiseveranstalter weitet außerdem sein Hotelangebot auf Mallorca aus. (dpa)

Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) meldet am Dienstag einen Anstieg der Corona-Fälle um 407 auf die Gesamtzahl von 177.256 Der Inzidenzwert liegt aktuell bei 79,3. Mit 22 weitere verstorbenen Menschen steigt die Zahl der Todesfälle auf 4620.

Zahl der Corona-Fälle in Niedersachsen:177.256
Differenz zum Vortag:+407
Verstorbene:4.620 (+22)
Sieben-Tage-Inzidenz:79,3
Stand und Quelle:16. März 2021, 9.00 Uhr, NLGA

Update vom 16. März, 08.44 Uhr: Das vorübergehende Aussetzen von Corona-Schutzimpfungen mit dem Präparat von Astrazeneca bremst die Impfkampagne in Niedersachsen aus. „Der Impfstopp wird sich leider auf das Vorankommen der Schutzimpfungen in Niedersachsen auswirken“, teilte das Gesundheitsministerium in Hannover am Montag mit. Welche konkreten Folgen dies für die Terminvergabe oder den Umgang mit Lagerbeständen hat, werde nun analysiert und bewertet. Inwiefern auch bereits gebuchte Termine möglicherweise abgesagt werden müssen, konnte das Ministerium noch nicht sagen. (dpa)

Welche konkreten Folgen der Stopp der Imfpungen mit dem Astra-Zeneca-Präparat für die Terminvergabe oder den Umgang mit Lagerbeständen hat, werde nun analysiert und bewertet.

Die Ärztekammer Niedersachsen hat hingegen erneut mit Nachdruck dafür geworben, die Arztpraxen flächendeckend in die Corona-Impfungen einzubeziehen. „Wer das Virus ernsthaft bekämpfen und in den Griff bekommen will, muss impfen, impfen, impfen und nicht immer neue bürokratische Hürden schaffen“, sagte die Präsidentin der Kammer, Martina Wenker, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Etwa die Hälfte der rund 13.000 niedergelassenen Ärzte im Land könne von heute auf morgen mit dem Impfen beginnen. Hinzu kämen weitere 4500 Ärzte, die ihre Bereitschaft erklärt hätten, in den Impfzentren zu helfen - beispielsweise Mediziner im Ruhestand. (dpa)

Die nun breiter verfügbaren Corona-Selbsttests werden nach Einschätzung von Drogerie-Unternehmer Dirk Roßmann ausreichend erhältlich sein und wohl auch noch im Preis sinken. „Für die nächsten Wochen haben wir viele Zusagen von Lieferanten“, sagte der Seniorchef der Firma Rossmann der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Ich kann noch nicht genau sagen, ob wir wirklich all diese Ware bekommen - gehe aber davon aus, dass es reichlich sein wird.“ Die Nachfrage sei nach der staatlichen Freigabe privater Test-Kits auch bei ihm hoch. Obwohl die Kette mit europaweit mehr als 4200 Filialen bisher recht unbeschadet durch die Krise kam, befürchte er in Handel, Wirtschaft und Gesellschaft erhebliche Pandemie-Folgen, erklärte Roßmann. (dpa)

Touristiker und Gaststättenbetreiber fordern auch in Niedersachsen eine Öffnungsperspektive

Nach der Aufhebung der Reisewarnung für Mallorca und andere Urlaubsgebiete im Ausland fordern Touristiker und Gaststättenbetreiber auch in Niedersachsen eine Öffnungsperspektive. „Für uns Gastronomen war es ein Schlag in die Magengrube, als diese Nachricht mit Mallorca kam“, sagte der Vorsitzende des Dehoga-Verbandes Wilhelmshaven, Olaf Stamsen, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Wir haben uns da verraten gefühlt von der bundesdeutschen Politik, diese Gebiete freizugeben.“

Wir haben uns da verraten gefühlt von der bundesdeutschen Politik, diese Gebiete freizugeben

Olaf Stamsen, Vorsitzender des Dehoga-Verbandes Wilhelmshaven

Seit Sonntag ist Urlaub auf Mallorca und in anderen Regionen Spaniens, Portugals und Dänemarks wieder ohne Quarantäne und Testpflicht nach der Rückkehr möglich - rund zwei Wochen vor Beginn der Osterferien in Niedersachsen. Die Hotels hierzulande sind dagegen mindestens noch bis zum 28. März geschlossen. Wie es weitergeht, soll erst am 22. März von Bund und Ländern entschieden werden. „Wir können jetzt im Flieger im Sommer nach Mallorca. Aber so wie der Plan jetzt aussieht, sollen wir für zwei Cappuccino auf der Außenterrasse eine Reservierung vornehmen“, sagte der Wilhelmshavener Gastronom.(dpa)

Osnabrück muss wegen hoher Inzidenzwerte wieder schließen - auch der Zoo Osnabrück

Nach dem Überschreiten des 100er Inzidenzwertes hat die Stadt Osnabrück von Mittwoch an Schließungen im Einzelhandel, von Kultureinrichtungen und des Zoos verfügt. Gleichzeitig forderte Katharina Pötter, Leiterin des Corona-Krisenstabes, das Land auf, den Einzelhandel unter Anwendung einer Teststrategie wieder öffnen zu dürfen. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus steige in der Stadt seit Wochen beständig, gleichzeitig sinke das Durchschnittsalter der Infizierten, hieß es in einer Pressemitteilung am Montag. Lag es in der Stadt am 15. Januar bei 42 Jahren, ist ein Infizierter nun durchschnittlich nur noch 33 Jahre alt. Außerdem geben mehr als zwei Drittel der Infizierten an, dass sie wissen, bei welcher Kontaktperson sie sich höchstwahrscheinlich angesteckt haben.

Nachdem der Zoo Osnabrück gerade erst wieder öffnen durfte, müssen nun die Türen vorerst doch geschlossen bleiben.

Auch der Zoo Osnabrück ist wieder von den Schließungen betroffen. „Es tut sowohl im Herzen als auch im Geldbeutel weh, die Kinder freuen sich so sehr“, sagte Sprecherin Lisa Simon. Die Stadt appellierte an das Land, sinnvolles und risikoarmes Öffnen zu ermöglichen. Dazu gehöre auch eine Öffnung des Tierparks. Dort seien die Gäste unter freiem Himmel und könnten Abstand halten, solange die Besucherzahlen begrenzt werden.

Es geht für uns langsam auch ums Überleben

Fritz Brickwedde, Präsident der Zoogesellschaft Osnabrück

„Es geht für uns langsam auch ums Überleben“, sagte Fritz Brickwedde, Präsident der Zoogesellschaft Osnabrück. „Im Frühjahr beginnt mit den Osterferien die besucherstarke Zeit. Verluste, die wir im Winter machen, gleichen wir ab April normalerweise wieder aus und schaffen uns auch Rücklagen für das Jahresende.“ Aktuell sei man einmal mehr auf Spenden angewiesen, um zumindest einen Teil der Kosten zu decken. Im Zoo Osnabrück wurde das Online-Terminangebot sehr gut angenommen, wie die Sprecherin des Tierparks sagte. Die Tageskapazität von 2000 Besuchern sei annähernd erreicht worden. Auch der Zoo forderte, Outdoor-Einrichtungen anders zu bewerten als beispielsweise Museen und Galerien.

Gesundheitsminister Jens Spahn gibt Erklärung zu Astra-Zeneca-Impfstopp

Update vom 15. März, 16.16 Uhr: Auch Deutschland setzt Corona-Impfungen mit dem Präparat des Herstellers Astra-Zeneca vorsorglich aus. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium am Montag mit und verwies auf eine aktuelle Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts zu notwendigen weiteren Untersuchungen. (dpa)

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, äußert sich auf einer Pressekonferenz zur Aussetzung des Corona-Impfstoffs Astra-Zeneca.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erklärte dazu in einem kurzen Statement, dass die Impfung „vorsorglich“ ausgesetzt wird. Es habe habe weitere berichtete Vorfälle in zeitlichem Zusammenhang mit der Astra-Zeneca-Impfung gegeben, also müsse die Lage neu bewertet werden. Die Impfung werde ausgesetzt, um weitere Untersuchungen vorzunehmen, die sich auch auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken könnte. Die Entscheidung betreffe sowohl Erst- als auch Folgeimpfung.

Die Entscheidung heute ist eine reine Vorsichtsmaßnahme

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

Nach positivem Ergebnis der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) werden die Impfungen gegebenenfalls nachgeholt. „Die Entscheidung heute ist eine reine Vorsichtsmaßnahme. Uns allen ist die Tragweite bewusst und wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Es ist eine fachliche Entscheidung, keine politische, daher folge ich hier der Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts“, sagte Spahn während des Statements. Es müsse die Zeit geben, die jüngsten Ereignisse zu untersuchen und dieser Prozess werde nun abgewartet.

Update vom 15. März, 15.35 Uhr: Angesichts der Verschärfung der Corona-Lage sieht die niedersächsische Landesregierung auch kaum noch eine Chance auf Osterurlaub im eigenen Land. „Die Situation sieht nicht so aus, als ob wir das realisieren können“, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Montag in Hannover. Die Zahl der Neuinfektionen und der Corona-Patienten auf den Intensivstationen steige. Es helfe auch nicht, Urlauber etwa vor dem Betreten der Fähren zu den Nordseeinseln zu testen, da es keine Gewissheit gebe, dass die Betroffenen sich nicht doch zuvor infiziert haben.

Die Situation sieht nicht so aus, als ob wir das realisieren können

Anke Pörksen, Regierungssprecherin

Wie die stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, Claudia Schröder, sagte, könnte die Sieben-Tages-Inzidenz nach Berechnung des Landesgesundheitsamts bis Ostern auf landesweit 100 steigen. Auch die Zahl der Landkreise mit einer Inzidenz von über 100 steigt demnach von derzeit zehn weiter an. (dpa)

Update vom 15. März, 14.39 Uhr: Die niedersächsische Landesregierung warnt vor den Gefahren eines kurzfristigen Mallorca-Urlaubs und denkt über das Testen von Reiserückkehrern an Flughäfen nach. Der Chef der Staatskanzlei berate dazu gerade mit der Bundesregierung, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Montag in Hannover. Die Menschen, die nun nach Mallorca reisen wollten, müssten wissen, dass sie sich einem gewissen Risiko aussetzen.

Mallorca, die anderen Balearen-Inseln sowie Teile des spanischen Festlands gelten nach einer Entscheidung der Bundesregierung seit Sonntag nicht mehr als Risikogebiet.

Vor Ort träfen sich Menschen aus ganz Deutschland und Europa und es bestehe die Gefahr einer Verbreitung von Infektionen. Und selbst wenn am Flughafen ein PCR-Test negativ ausfalle, bedeute dies nicht, dass ein Reiserückkehrer das Virus nicht bereits in sich trage. „In den Urlaub fliegen muss niemand“, sagte die stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, Claudia Schröder. (dpa)

Bereits mehr als 400.000 Menschen auf der Warteliste für die zweite Priorität

Update vom 15. März, 14.29 Uhr: Nach dem Start der Terminvergabe für Corona-Impfungen an Menschen der zweithöchsten Priorität sind in Niedersachsen bereits 420.000 Personen auf der Warteliste. „Der Anmeldestart ist grundsätzlich gut gelaufen“, sagte die Vize-Chefin des Krisenstabs der Landesregierung, Claudia Schröder, am Montag in Hannover.

Nach dem Start der Terminvergabe für Corona-Impfungen an Menschen der zweithöchsten Priorität sind in Niedersachsen bereits 420.000 Personen auf der Warteliste.

Das Portal und die Hotline waren am Freitag für Termine für über 70-Jährige, Menschen mit Vorerkrankungen, in besonderen Lebenslagen und das Personal bestimmter Einrichtungen wie Kitas, Grund- und Förderschulen freigeschaltet worden. Insgesamt geht es um rund drei Millionen Impfberechtigte.Angesichts der Knappheit und Lieferstockungen beim Corona-Impfstoff wurden zunächst nur wenige Impftermine an die zweite Gruppe der Impfberechtigten vergeben, sagte Schröder. Damit werde vermieden, das Termine später wieder abgesagt werden müssen. (dpa)

FDP wirft Niedersachsens Landesregierung schwere Versäumnisse in der Corona-Politik vor

Update vom 15. März, 13.13 Uhr: Die FDP hat Niedersachsens Landesregierung schwere Versäumnisse in der Corona-Politik vorgeworfen. So sei die Organisation der Impfkampagne mangelhaft, im Umgang mit den Schulen fehle ein klarer Kurs und ganze Wirtschaftsbranchen würden lahmgelegt, heißt es in einem Positionspapier der Fraktion. „Wir sehen darin in Teilen ein Staatsversagen, weil der Staat seinen wesentlichen Funktionen nicht mehr nachkommt und sie nicht ordnungsgemäß erledigt“, kritisierte FDP-Fraktionschef Stefan Birkner am Montag. Das könne dazu führen, „dass dauerhaft das Vertrauen in die demokratischen Institutionen und Organe geschädigt wird“.

Die FDP fordert unter anderem, dass Impfungen in Hausarztpraxen forciert, lokale Testzentren aufgebaut und weitere Wirtschaftsbereiche auf Basis von Hygienekonzepten geöffnet werden. In Schulen und Kitas müsse mehr in den Infektionsschutz investiert werden, außerdem brauche die Forschung zum Virus und zu Covid-19 mehr Unterstützung. (dpa)

Ministerpräsident Stephan Weil lehnt Bernd Althusmanns Vorstoß zum Risikowert ab

Update vom 15. März, 11.54 Uhr: Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat den Vorstoß von Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) zum Abrücken vom Inzidenzwert als alleinigem Kriterium für Corona-Lockerungen abgelehnt. „Der Ministerpräsident hat sich bereits wiederholt gänzlich anders geäußert“, erklärte eine Sprecherin der Staatskanzlei am Montag in Hannover. „Die Infektionslage ist angespannt: Der R-Wert liegt zumeist über eins, die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen steigt bundesweit stark, auch in Niedersachsen.“ Das Grundproblem ist und bleibe die Zahl der Infektionen, die durch den Inzidenzwert abgebildet wird.

Auch in Niedersachsen wächst die Zahl der belegten Intensivbetten und der genutzten Beatmungsplätze.

Sprecherin Staatskanzlei

Wie die Staatskanzlei erklärte, sei Deutschland derzeit weit davon entfernt, die Infektionsentwicklung im Griff zu haben. Bei steigenden Infektionszahlen sei es falsch, dieses Problem kleinzureden. Die Krankenhausbelegung sei eine Folge vorangegangener Infektionen. Die bislang zu beobachtende Abnahme der Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen setze sich nicht mehr fort, im Gegenteil. „Auch in Niedersachsen wächst die Zahl der belegten Intensivbetten und der genutzten Beatmungsplätze. Das Durchschnittsalter der Patientinnen und Patienten sinkt, die Beatmungsdauer steigt“, sagte die Sprecherin.

„Mit der aktuellen Diskussion über ‚Gewichtete Risikowerte‘ ist das Risiko verbunden, dass vom eigentlichen Problem abgelenkt wird. Wir sollten aus der Politik keine irreführenden Signale senden“, so die Sprecherin. (dpa)

Dienstleister bittet darum, Impf-Termine bevorzugt über das Internetportal zu buchen

Update vom 15. März, 10.27 Uhr: Zu Beginn der Woche meldet das Niedersächsische Landesgesundheitsamt einen Anstieg der registrierten Corona-Fälle um 415 auf insgesamt 176.849. Drei weitere Menschen sind in Zusammenhang mit Covid-19 verstorben, womit die Gesamtzahl der Todesfälle bei 4598 liegt. Die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei einem Wert von 79,1.

Zahl der Corona-Fälle in Niedersachsen:176.849
Differenz zum Vortag:+415
Verstorbene:4598 (+3)
Sieben-Tage-Inzidenz:79,1
Stand und Quelle:15. März 2021, 9.00 Uhr, NLGA

Update vom 15. März, 09.58 Uhr: Der Dienstleister, der die Corona-Impftermine in Niedersachsen koordiniert, hat die Impfberechtigten dazu aufgerufen, die Termine nicht per Telefon, sondern online zu beantragen. „Greifen Sie auf unser Portal im Internet zu“, sagte der Geschäftsführer der Firma Majorel, Klaus-Peter Bergmann, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Hintergrund ist die mittlerweile sehr große Zahl der Impfberechtigten - nach Schätzungen des Krisenstabs gehören rund drei Millionen Menschen zur Gruppe mit der zweithöchsten Priorität. „Da können wir unsere Mitarbeiterzahl noch so verstärken, mit unserer Telefon-Hotline allein sind wir da chancenlos“, sagte Bergmann. (dpa)

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann spricht sich für Entwicklung eines Risikowerts aus

Update vom 15. März, 08.21 Uhr: Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) spricht sich dafür aus, die Notwendigkeit neuer Corona-Maßnahmen nicht allein aus den Inzidenzwerten abzuleiten. „Wir müssen dringend den sogenannten Inzidenzwert weiterentwickeln zu einem gewichteten Risikowert. Bei dem könnte etwa die Frage der Belegung und Kapazität der Krankenhäuser, der Alterserkrankungen und der regionalen Entwicklungen mit regionalen Hotspots einfließen“, sagte Althusmann der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“.

Es ist für die Niedersachsen kaum erklärbar, dass sie jetzt nach Mallorca fliegen, aber nicht im eigenen Land reisen können

Bernd Althusmann (CDU), Niedersachsens Wirtschaftsminister

Es müsse nachvollziehbar bleiben, welche Freiheiten aus welchen Gründen eingeschränkt werden, mahnte Althusmann. „Es ist für die Niedersachsen kaum erklärbar, dass sie jetzt nach Mallorca fliegen, aber nicht im eigenen Land reisen können“, sagte er der Zeitung. Seit Sonntag - also zwei Wochen vor Beginn der Osterferien in den meisten Bundesländern - ist Urlaub auf Mallorca und in anderen Regionen Spaniens, Portugals und Dänemarks wieder ohne Quarantäne und Testpflicht nach der Rückkehr möglich. Die Hotels in Deutschland sind dagegen mindestens noch bis zum 28. März geschlossen. Wie es weitergeht, soll erst am 22. März von Bund und Ländern entschieden werden. (dpa)

Internet-Portal für Terminvergabe zu Testzwecken schon am Wochenende freigeschaltet

Update vom 14. März, 17.53 Uhr: Wer über 70 Jahre alt ist, kann sich ab diesem Montag telefonisch unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 998 86 65 oder online einen Termin für die Corona-Schutzimpfung in Niedersachsen besorgen. Das Internet-Portal sei bereits am Wochenende zu Testzwecken freigeschaltet worden, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Sonntag in Hannover. Dabei sei es zeitweise auch schon möglich gewesen, einen Termin zu vereinbaren.

Die Landesregierung will vermeiden, dass es wie bei den über 80-Jährigen zu einem Ansturm mit einer Überlastung von Hotline und Impfportal kommt. Zur Gruppe zwei der Menschen mit hoher Priorität beim Impfen gehören auch Menschen mit besonderen Erkrankungen, in besonderen Lebenslagen und Personal bestimmter Einrichtungen wie Kitas, Grund- und Förderschulen. Insgesamt seien drei Millionen Menschen in Niedersachsen jetzt an der Reihe, hieß es. Allerdings sind immer noch nicht alle Menschen über 80 geimpft, wie das Ministerium am Freitag mitgeteilt hatte. 60.000 standen noch auf der Warteliste für einen Termin, den sie bevorzugt vor jüngeren Impfberechtigten erhalten sollen. (dpa)

Rückkehr der Schüler nach Wochen des Homeschoolings steht bevor

Nach Wochen des Homeschoolings geht es für zahlreiche Schüler am Montag zurück ins Klassenzimmer - einige Regionen in Niedersachsen bleiben von den Lockerungen wegen zu hoher Infektionszahlen aber vorerst ausgeschlossen. Denn nur wo die Sieben-Tages-Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen unter 100 liegt, dürfen nun auch die Klassen 5 bis 7 sowie der 12. Jahrgang und einige Förderschulen in den Wechselunterricht gehen.

Ab dem 15.03. kehren die niedersächsischen Schulen im Wechselmodell in den Präsenzunterricht zurück.

Nach Angaben des Kultusministeriums könnten ab Montag theoretisch knapp 250.000 Schülerinnen und Schüler neu im Wechselmodell beschult werden - würde die Inzidenz überall unter 100 liegen. In den Klassen wäre dann maximal die Hälfte, also circa 125.000. Die andere Hälfte wird im Distanzlernen unterrichtet. Distanzunterricht für alle steht dann wieder an, wenn die 7-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 liegt. Eine Woche später sollen - ebenfalls unter Vorbehalt der Hotspot-Regelung - alle Jahrgänge wieder in geteilten Gruppen an den Schulen unterrichtet werden. Grundschüler und Abschlussklassen erhalten bereits Präsenzunterricht. (dpa)

Steigende Corona-Zahlen gefährden die Lockerungen in Niedersachsen

Update vom 14. März, 16.01 Uhr: Die Corona-Infektionslage in Niedersachsen hat sich erneut verschärft und macht in vielen Regionen des Landes Hoffnungen auf Lockerungen zunichte. Neun niedersächsische Kommunen hatten am Sonntag eine Inzidenz über 100: Bleibt das Infektionsgeschehen drei Tage hintereinander auf diesem Niveau, dürfen in der jeweiligen Region Kitas nicht öffnen und keine weitere Klassen an die Schulen zurückkehren. Zudem ist nicht einmal Shoppen mit Termin möglich.

Natürlich bereitet es mir Sorge, wenn die Infektionszahlen steigen und nicht fallen

Daniela Behrens (SPD), Niedersachsens Gesundheitsministerin

„Natürlich bereitet es mir Sorge, wenn die Infektionszahlen steigen und nicht fallen“, sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens am Sonntag. „Genau deswegen haben wir unsere maßvollen Lockerungsschritte in der neuen Corona-Verordnung an die Sieben-Tages-Inzidenz gekoppelt.“ Das Virus zurückzudrängen, gelinge nur, „wenn sich alle an die Regeln halten, Testangebote in Anspruch nehmen und die Schutzimpfungen weiter gut vorankommen“, betonte die SPD-Politikerin.

An diesem Montag beginnt offiziell die Terminvergabe für die Prioritätsgruppe zwei: Dies sind Menschen im Alter über 70 Jahren, Menschen mit bestimmten Krankheiten, aber auch Erzieherinnen oder Grundschullehrkräfte. Diese werden der Ministeriumssprecherin zufolge teilweise auch von mobilen Teams zum Beispiel direkt in Schulen geimpft. (dpa)

Zahlreiche Verstöße gegen Corona-Regeln am Wochenende

Update vom 14. März, 12.46 Uhr: Bei der Auflösung einer illegalen Feier in Gusborn im Landkreis Lüchow Dannenberg sind zwei Polizisten verletzt worden. Ein Anrufer habe die Beamten in der Nacht auf Sonntag über eine Party mit mehreren Personen informiert, teilte die Polizei mit. Vor Ort trafen sie auf mehr als 20 Feiernde, von denen einige sofort flüchteten. Den Angaben zufolge wurde den Polizisten der Weg auf das Grundstück versperrt, zudem wurden sie geschubst und angegriffen. Ein Mensch wurde festgenommen, ein anderer Gast versuchte ihn zu befreien. Weil die Situation immer weiter eskalierte, setzten die Beamten Pfefferspray ein und forderten Verstärkung an. Als diese eintraf, konnte das Grundstück und das Gebäude mit einem Beschluss der Staatsanwaltschaft betreten und die Feier aufgelöst werden.

Zwei Polizisten wurden bei dem Einsatz leicht verletzt und mussten in einem Krankenhaus behandelt werden. In mehr als zwölf Fällen wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung, versuchter Gefangenenbefreiung, Widerstands gegen Polizeivollzugsbeamte und des Verdachts des Landfriedensbruchs ermittelt. Da die Gäste außerdem aus unterschiedlichen Haushalten stammten, wurde ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen die Corona-Verordnung eingeleitet. In Salzgitter musste die Polizei eine Verlobungsfeier auflösen. Die Beamten entdeckten nach Polizeiangaben am Samstag 43 Gäste aus verschiedenen Haushalten in einer Wohnung. Am Wochenende wurden die Beamten vielerorts im Land wegen Partys und damit Verstößen gegen die Corona-Verordnung alarmiert.(dpa)

Deutlich weniger Demonstrierende in Hannover als erwartet und angemeldet

Knapp 800 Menschen haben am Samstag nach Polizeiangaben in Hannover gegen die Corona-Politik demonstriert. Damit kamen deutlich weniger als die angemeldeten 1500 Teilnehmer. Die Demonstrantinnen und Demonstranten folgten einem Aufruf der Bewegung „Es reicht“, die bundesweit in zahlreichen Städten Proteste organisiert hatte. Die Initiative kritisiert die Einschränkungen, die zur Eindämmung der Corona-Pandemie führen sollen. „Ein Jahr Lockdown-Politik, es reicht!“, schreiben die Veranstalter auf ihrer Homepage. In Dresden war am Samstag eine Demonstration gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen teilweise außer Kontrolle geraten.

Die Polizei begleitete die Demonstration bei wechselhaftem Wetter mit vielen Einsatzkräften. „Es kam immer wieder zu Verstößen gegen das Abstandsgebot und die Maskenpflicht“, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag. Vereinzelt habe es auch Störaktionen gegeben, diese hätten von den Beamten aber gut geregelt werden können. Ein Störer, der versucht habe, einer Rednerin das Mikro zu entreißen, sei festgenommen worden. (dpa)

Update vom 14. März, 12.18 Uhr: Das niedersächsische Landesgesundheitsamt meldet am Sonntag einen Anstieg um 1111 gemeldete Coronafälle auf die Gesamtzahl von 176.434. Die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei einem Wert von 76,8., am Samstag lag dieser Wert noch bei 74,7. Sieben weitere Menschen sind verstorben, womit die Zahl der Todesfälle bei insgesamt 4595 liegt. Neun Kommunen haben inzwischen eine Inzidenz über 100 - die Bewohner dieser Regionen müssen auf Lockerungen verzichten. Betroffen sind die Landkreise Cloppenburg, Emsland, Leer, Peine, Vechta und Wesermarsch, die Region Hannover, die Stadt Osnabrück sowie die Stadt Salzgitter. Die höchste Inzidenz hatte Salzgitter mit 182,2. In der Region Hannover, die knapp 1,2 Millionen Einwohner hat, kletterte der Wert auf 120,4. (dpa)

Zahl der Corona-Fälle in Niedersachsen:176.434
Differenz zum Vortag:+1111
Verstorbene:4595 (+7)
Sieben-Tage-Inzidenz:76,8
Stand und Quelle:14. März 2021, 9.00 Uhr, NLGA

Update vom 14. März, 10.58 Uhr: Die niedersächsische Corona-Verordnung ist überarbeitet worden. Wie die Sprecherin der Landesregierung, Anke Pörksen, am Samstag mitteilte, dürfen bei einer Inzidenz unter 35 bis zu zehn Personen aus bis zu drei Haushalten gemeinsam Sport treiben. Festgelegt wurde zudem, dass beim Terminshopping im Einzelhandel, einem Bemusterungs- oder Anprobetermin und bei Besuchen etwa in Museen, Gedenkstätten und Zoos die Kontaktdaten zusammen mit dem Termin dokumentiert werden müssen. Bemusterungstermine sind nach der neuen Verordnung Termine zur Vorbereitung des Innen- und Außenausbaus eines Gebäudes oder einer Wohnung. Als Anprobetermin gilt die Anprobe individuell hergestellter oder geänderter Kleidung.

Für Kitas und Schulen in Regionen mit hoher Inzidenz gelten erst dann härtere Einschränkungen, wenn die Inzidenz von 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten wird. Die Klarstellung in der Verordnung soll verhindern, dass es in Landkreisen und kreisfreien Städten, die sich nahe an der kritischen Marke 100 bewegen, zu kurzfristigen Veränderungen in Kitas und Schulen kommt. Der Wechsel soll jeweils zum übernächsten Werktag erfolgen, damit Eltern und Kinder rechtzeitig informiert werden können und Zeit für die organisatorische Vorbereitung bleibt. Die Inzidenz beschreibt, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. (dpa)

Bremervörde: Impfung im Drive-in für über 80-Jährige

Im Auto sitzend haben am Samstag knapp 480 Seniorinnen und Senioren in der Stadt Bremervörde eine Corona-Schutzimpfung erhalten. Das Angebot richtete sich an Frauen und Männer ab 80 Jahren, die einen entsprechenden Impftermin reserviert hatten. Auf dem Markt- und Messegelände wurde eine Impfstraße aufgebaut. „Es hat sehr gut geklappt. Alle waren sehr zufrieden“, sagte die Sprecherin des Landkreises Rotenburg, Christine Huchzermeier. Demnach hatte das Deutsche Rote Kreuz die Aktion organisiert und war mit 50 Helferinnen und Helfern im Einsatz. Für die Impfungen waren die mobilen Teams des Impfzentrums zuständig.

Senioren ab 80 Jahren konnten sich in der Stadt Bremervörde im Drive-in-Verfahren auf dem Beifahrersitz eines Auto gegen Corona impfen lassen.

Die Frauen und Männer mussten sich vom Beifahrersitz aus zunächst registrieren, dann folgte ein Arztgespräch, die Impfung und abschließend die rund 15-minütige Überwachungsphase. Wer Probleme hatte, sollte hupen oder anrufen, wie Huchzermeier sagte. Das Auto sollte nicht verlassen werden. Für Menschen, die niemanden kannten, der sie zur Impfung fahren konnte, wurde ein Fahrdienst angeboten .Als Vorteil der Drive-In-Impfung nannte der Landkreis die Geschwindigkeit. Im Impfzentrum müssten für die Stationen mehrere Räume aufgesucht werden. Das koste Zeit - gerade bei Menschen, die weniger mobil sind. Die zweite Drive-In-Impfung in Bremervörde ist für den 3. April geplant. (dpa)

Acht Regionen in Niedersachsen überschreiten kritische Marke von 100

Update vom 13. März, 13 Uhr: Die Zahl der Corona-Infektionen in Niedersachsen ist deutlich angestiegen. Das Landesgesundheitsamt zählte am Samstag 1111 mehr Fälle als am Freitag, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Auch die landesweite Inzidenz kletterte weiter nach oben auf 74,7 - so viele Menschen pro 100.000 Einwohner haben sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt. Am Freitag lag die Inzidenz bei 71,9. Die Zahl der mit dem Virus gestorbenen Menschen stieg am Samstag um 19 auf insgesamt 4588. Seit Beginn der Pandemie gab es in Niedersachsen 175.323 Corona-Fälle - nach Hochrechnungen gelten 158.430 davon als genesen.

Acht Regionen in Niedersachsen haben die kritische Inzidenz-Marke von 100 überschritten. Betroffen sind die Landkreise Cloppenburg, Leer, Peine, Vechta und Wesermarsch, die Region Hannover, die Stadt Osnabrück und die Stadt Salzgitter. Die höchste Inzidenz hat Salzgitter mit 161,1. Regionen mit einem Wert über 100 gelten als sogenannten Hochinzidenz-Kommunen. Lockerungen wie die Möglichkeit des Terminshoppings oder die Ausweitung des Präsenzunterrichts an den Schulen sind dort nicht möglich.

Coronavirus in Niedersachsen: Ministerpräsident ist erneut negativ getestet

Update vom 12. März, 12.20 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) beendet nach einem Corona-Infektionsfall in der Staatskanzlei am Samstag seine Quarantäne. Der Ministerpräsident sei erneut negativ getestet worden und könne seine Amtsgeschäfte wieder wie gewohnt aufnehmen, teilte die Staatskanzlei mit. Nach einem Erkrankungsfall einer Mitarbeiterin hatte Weil sich am Freitag vergangener Woche in Quarantäne begeben müssen. Auch der betroffenen Mitarbeiterin gehe es inzwischen wieder besser, so die Staatskanzlei.

Update vom 12. März, 9.10 Uhr: Eine Flut von Verfahren gegen die Corona-Verordnungen der Landesregierung beschäftigt weiterhin das niedersächsische Oberverwaltungsgericht (OVG). Seit Beginn der Pandemie im April 2020 erreichten den 13. Senat in Lüneburg 385 Eil-, Hauptsache- und Beschwerdeverfahren nach erstinstanzlichen Entscheidungen der Verwaltungsgerichte, wie das OVG mitteilte. Aktuell sind acht Eilanträge anhängig, davon drei gegen die Schließungen von Baumärkten, Möbelhäusern und Bekleidungsgeschäften. „Sie werden zeitnah entschieden“, sagte eine OVG-Sprecherin.

Zahl der Corona-Fälle in Niedersachsen:174.212
Differenz zum Vortag:+1203
Verstorbene:4569 (+20)
Sieben-Tage-Inzidenz:71,9
Stand und Quelle:12. März 2021, 9.00 Uhr, NLGA

Weitere Anträge gibt es gegen die Schließung von Solarien, das Beherbergungsverbot und die Quarantäne für Reiserückkehrer aus Risikogebieten. In einem Gebiet mit einer Inzidenz über 100, wo die Lockerungen nicht greifen, wendet sich ein Betreiber eines Tier- und Freizeitparks gegen die Verordnung. „Es sind immer neue Regelungen, die immer wieder juristisch überprüft werden und das wird auch noch eine Zeit lang vermutlich so bleiben“, sagte die Sprecherin. Die Regeln änderten sich so schnell wie in keinem anderen Rechtsbereich.

Update vom 11. März, 14.20 Uhr: Sieben Regionen Niedersachsens haben am Donnerstag in der Corona-Pandemie einen Sieben-Tage-Wert von mehr als 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner verzeichnet. Wie das Gesundheitsministerium in Hannover mitteilte, überschritten die Landkreise Cloppenburg, Leer, Peine, Vechta, Wesermarsch, die Region Hannover und die Stadt Salzgitter diese Schwelle. Kritisch sah es auch bei der Stadt Osnabrück aus, die am Donnerstag auf eine Inzidenz von 99,2 kommt.

In diesen Regionen ist damit fraglich, ob am Montag der Präsenzunterricht an den Schulen ausgebaut werden kann. Laut einer Rundverfügung des Kultusministeriums muss dafür am Standort der Schule für mindestens drei aufeinanderfolgende Tage der regionale Inzidenzwert unter 100 liegen. Das bedeute, dass für den Start am 15. März die Werte vom 12., 13. und 14. März zu beachten sind, sagte ein Ministeriumssprecher. In den übrigen Teilen des Landes beenden die Klassen 5 bis 7 sowie der 12. Jahrgang das Homeschooling und kehren im Wechselmodell in den Präsenzunterricht zurück.

Update vom 11. März, 12.40 Uhr: Einen Krisengipfel zur Bewältigung der Corona-Pandemie in Niedersachsen haben parteiübergreifend die Oberbürgermeister der drei großen Städte Wolfsburg, Salzgitter und Lüneburg gefordert. Die Bürger akzeptierten die Einschränkungen nicht mehr, weil sie sie nicht nachvollziehen könnten und sie oft willkürlich wirkten, sagte der Oberbürgermeister von Salzgitter, Frank Klingebiel (CDU), der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.

Auch der Oberbürgermeister von Lüneburg, Ulrich Mädge (SPD), betonte: „Wir brauchen eine ganzheitliche und nachhaltige Strategie, wie wir von Ostern über den Sommer bis nach Weihnachten kommen. Wir brauchen eine Strategie, wie wir künftig mit der regionalen Wirtschaft umgehen.“ Die Bürgermeister seien frustriert, weil sie bei Land und Bund mit ihren Vorschlägen scheinbar nicht gehört würden.

Wenn wir keine Strategie entwickeln, werden die Leute mit den Füßen abstimmen.

Ulrich Mädge, Oberbürgermeister von Lüneburg

„Wenn wir keine Strategie entwickeln, werden die Leute mit den Füßen abstimmen“, sagte Mädge. „Sie werden sich zu Massen an den Salzgittersee setzen oder bei mir an die Elbe oder in Wolfsburg den Allersee. Daran werden wir sie nicht mit Polizei und kommunalem Ordnungsdienst hindern können.“

Mit dem Wechsel an der Spitze des Sozial- und Gesundheitsministeriums in Niedersachsen komme nun aber Hoffnung auf. Wolfsburg Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) sagte: „Der Wechsel im Sozialministerium bietet doch eine Chance zu einem neuen Anlauf. Auch bei der Teststrategie.“

Update vom 11. März, 12.10 Uhr: Die Terminvergabe für Corona-Schutzimpfungen für Menschen über 70 Jahre startet in Niedersachsen in der kommenden Woche.

Update vom 11. März, 11.20 Uhr: Trotz anhaltender Kritik der Kommunen an der örtlichen Inzidenz als Kriterium für Corona-Lockerungen hält das Land an der Praxis fest. „Ich kann den Unmut und die Schwierigkeit in den Landkreisen mit hoher Inzidenz gut verstehen“, sagte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD). „Ich finde, es ist der richtige Wert.“ In Landkreisen mit mehr als 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen greifen Lockerungen nicht. „Ich bitte um Verständnis, dass der Gesundheitsschutz im Vordergrund stehen muss“, sagte Behrens. Die Corona-Lage in Niedersachsen sei weiterhin schwierig und es müsse darum gehen, die Infektionszahlen zu senken.

Update vom 11. März, 8.44 Uhr: Nach coronabedingter Schließung öffnet die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn ab Donnerstag wieder ihr Außengelände für Besucher. Führungen oder Tagesprojekte fänden auf dem historischen Gelände des ehemaligen DDR-Grenzübergangs an der A2 aber nicht statt, teilte der stellvertretende Gedenkstättenleiter Matthias Ohms mit. Die Ausstellung und Innenräume blieben geschlossen.

Wer einen individuellen Rundgang unternehmen wolle, müsse einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz tragen. „Durch das 2019 neu errichtete Besucherleitsystem erhält man auch von außen einen wesentlichen Einblick in die Geschichte dieses bedeutenden historischen Ortes“, erklärte Ohms. (dpa)

Update vom 10. März, 16.36 Uhr: Das Gastgewerbe in Niedersachsen hat den „Endlos-Lockdown“ scharf kritisiert. In einer Umfrage des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Niedersachsen bezeichneten 64,5 Prozent der Betriebe die Entscheidungen der letzten Bund-Länder-Konferenz als „katastrophal“, weitere 25,5 Prozent als „schlecht“. „Bei den Unternehmern und Mitarbeitern in der Branche machen sich zunehmend Verzweiflung, Perspektivlosigkeit und Zukunftsängste breit“, sagte Dehoga-Präsident Detlef Schröder in einer Mitteilung am Mittwoch. „Ende März befinden sich die Betriebe seit Beginn der Pandemie sieben Monate im Lockdown.“

Bei den Unternehmern und Mitarbeitern in der Branche machen sich zunehmend Verzweiflung, Perspektivlosigkeit und Zukunftsängste breit.

Dehoga-Präsident Detlef Schröder

Die in Aussicht gestellte Öffnung der Außengastronomie sei keine echte Perspektive. 85 Prozent der befragten Betriebe verwiesen darauf, dass die Wirtschaftlichkeit bei einer alleinigen Öffnung der Außengastronomie nicht gegeben sei. Hinzu komme, dass viele keinen Außenbereich haben .Die Lage sei dramatisch. Die Teilnehmer der Umfrage meldeten für den Februar Umsatzeinbußen in Höhe von 79,0 Prozent. „Die zugesagten Hilfen fließen nach wie vor viel zu langsam und sind nicht ausreichend, um einen monatelangen Lockdown zu überstehen“, betonte Schröder. Zwar seien die Novemberhilfen bei 78,4 Prozent der Betriebe eingegangen. Bei den Dezemberhilfen hätten aber erst 71,6 der Befragten die Zahlungen vollständig erhalten. Spätestens beim nächsten Bund-Länder-Gipfel am 22. März müsse es einen konkreten Fahrplan geben, wann die Restaurants und Hotels wieder aufmachen dürfen. An der Umfrage beteiligten sich in der Zeit vom 4. bis 8. März 685 gastgewerbliche Betriebe. (dpa)

Update vom 10. März, 15.15 Uhr: In Niedersachsen bieten nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) inzwischen rund 2000 Praxen kostenlose Corona-Schnelltests an. „Zur Zeit können wir nicht garantieren, dass jeder sofort auf Nachfrage einen Test bekommt“, sagte Sprecher Uwe Köster am Mittwoch. Die Politik habe das kurzfristig auf den Weg gebracht, doch für die Organisation brauche es zeitlichen Vorlauf. Das Angebot werde nun zügig ausgebaut. „Es kommen immer noch Praxen hinzu.“ Wie groß die Nachfrage nach den Tests ist, konnte die Kassenärztliche Vereinigung nicht einschätzen.

Köster zufolge muss jede Praxis selbst das Testmaterial bestellen. Ob jeder auf Wunsch einen Test bekommt, hänge davon ab, wie schnell sich die Praxen mit Testkits versorgen können. In Zukunft sollen auch zunehmend Apotheken kostenfreie Corona-Schnelltests anbieten, wie die Sprecherin der Apothekenkammer, Panagiota Fyssa, sagte. Kostenlose Corona-Schnelltests werden seit Mittwoch auch in Bremen angeboten. (dpa)

Lüneburger Heide will mit Testkonzept Landesregierung überzeugen

Die Lüneburger Heide will nicht auf Osterurlauber verzichten und mit einem ausgeklügelten Testkonzept die Landesregierung überzeugen. „Wir wollen zum 1. April eine kontrollierte Öffnung, damit wir nicht nach sechs Wochen wieder schließen müssen“, sagte Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH, am Mittwoch. In einem Brief an die Regierung in Hannover schlug er neben dem Testen ein Lüftungskonzept vor. „Die Idee ist, mit den vom Land gestellten Tests die Urlauber auf dem Parkplatz in Empfang zu nehmen“, erklärte er.

Wir wollen zum 1. April eine kontrollierte Öffnung, damit wir nicht nach sechs Wochen wieder schließen müssen

Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH

Ein Hotelmitarbeiter solle die Prozedur überwachen - bei einem positiven Befund wären ein PCR-Test und die Abreise die Folge. Am Beispiel des Center Parcs in Bispingen habe man die Anreise von etwa 2000 Urlaubern durchgespielt. „Wir trauen uns schon aufzumachen, in der Heide verläuft sich alles. Im vergangenen Jahr hatten wir keinen Corona-Fall“, beteuerte von dem Bruch. Voraussetzung für die Osterplanung sei eine neue Verordnung des Landes nach dem nächsten Bund-Länder-Gipfel am 22. März. Zuvor hatte der NDR berichtet. (dpa)

Mobiles Team impft erste Lehrer in der Region Hannover

Update vom 10. März, 14.08 Uhr: Die ersten Lehrer sind in der Region Hannover geimpft worden. Ein mobiles Team des gemeinsamen Impfzentrums von landeshauptstadt und Region Hannover verabreichte am Mittwoch an der inklusiven Mira-Lobe-Grundschule sowie der Mira-Lobe-Förder- und -Oberschule die Impfdosen mit Astrazeneca. Damit gehören die 70 Lehrer und pädagogischen Beschäftigten zu den ersten in Niedersachsen - die Aktionen werden von den Kommunen organisiert. Sie müssten nicht gemeldet werden, hieß es aus dem Kultusministerium. (dpa)

In der Region Hannover wurden erstmals Beschäftigte an Schulen geimpft. Christoph Greite (l.), pädagogischer Mitarbeiter der Mira-Lobe-Förder- und -Oberschule, erhält von Bianca Bartel, impfberechtigte Mitarbeiterin der Johanniter-Unfall-Hilfe, seine Impfung mit dem Impfstoff von Astra-Zeneca.

Nach dem vorübergehenden Auszahlungsstopp für Corona-Staatshilfen wegen Betrugsverdachts pocht Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) auf eine schnelle Wiederaufnahme der Hilfen. „Betrügereien bei Wirtschaftshilfen müssen rasch aufgeklärt werden, aber ein kompletter Stopp der Abschlagszahlungen bestraft die Falschen“, sagte Weil am Mittwoch in Hannover. Viele Menschen warteten bereits seit Monaten auf die November- und Dezemberhilfen und die Überbrückungshilfe III.

Betrügereien bei Wirtschaftshilfen müssen rasch aufgeklärt werden, aber ein kompletter Stopp der Abschlagszahlungen bestraft die Falschen

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)

Sie hätten teilweise hohe Fixkosten und seien dringend auf staatliche Unterstützung angewiesen, sagte Weil. „Ich fordere das Bundeswirtschaftsministerium und Minister Peter Altmaier auf, dafür zu sorgen, dass die ohnehin längst überfällige Auszahlung der Wirtschaftshilfen sehr schnell wieder aufgenommen wird.“ Abschlagszahlungen seien als Vorsichtsmaßnahme gestoppt worden, hatte das Bundeswirtschaftsministerium am Vortag bekannt gegeben. Wie ein Sprecher des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums sagte, beziehe sich der Betrugsverdacht bislang nicht auf Fälle aus Niedersachsen. (dpa)

Frühzeitiges Ende des Festival-Sommers: Absage von Hurricane, Deichbrand, Rock am Ring und Southside

Zahlreiche große Open-Air-Festivals fallen auch in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus - dazu gehören das „Hurricane Festival“ in Scheeßel im Kreis Rotenburg/Wümme und das „Deichbrand“-Festival in Cuxhaven. Das teilte das Veranstalter-Netzwerk Eventim Live am Mittwoch mit. Abgesagt wurden auch „Rock am Ring“ und „Southside“. „Die Veranstalter mussten sich aufgrund der weiterhin bestehenden unsicheren Infektionslage zu einer Absage entscheiden“, teilte Eventim Live mit. Für die Mitarbeiter und Hunderttausende Fans fallen die Konzert-Events somit zum zweiten Mal aus. Bereits im Sommer 2020 waren alle Großveranstaltungen gestrichen worden. Allen Ticketinhabern werde unkompliziert die Möglichkeit gegeben, die Festivals in 2022 zu besuchen. (dpa)

Das Musik-Festival „Southside“ gehört wie sein Schwesterfestival „Hurricane“ zu den größten deutschen Open-Air-Festivals. Nicht nur die beiden wurden aufgrund der Corona-Pandemie für dieses Jahr abgesagt.

Im Streit um feste Inzidenzwerte als Grundlage für Corona-Lockerungen hat Niedersachsens SPD-Fraktionschefin Johanne Modder an die Hoheit der Landkreise erinnert. Wenn die Schwelle von 100 Neuinfektionen geringfügig überschritten werde und es dafür eine isolierte Ursache gebe, könne der Landkreis diese aus den Gesamtzahlen herausrechnen, sagte Modder am Mittwoch in Hannover. Allerdings gehe dies nicht, wenn die 100er-Inzidenz erheblich überschritten werde. Ab dieser Grenze bleibt es bei den bisherigen Einschränkungen. Dies hatte insbesondere in der Region Hannover, wo die Schwelle leicht überschritten wird, für Unmut gesorgt. Grundsätzlich verteidigte Modder den Kurs, bei Corona-Lockerungen und Beschränkungen künftig die regionale Lage mit der jeweiligen Inzidenz vor Ort zur Grundlage zu machen. (dpa)

Impfangebot für über 70-Jährige: Bald werden die Einladungen verschickt

Ursprungsmeldung vom 10. März, 10.43 Uhr: Hannover - Die neue Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) kündigte auf einer Pressekonferenz an, dass Menschen ab 70 Jahren in Niedersachsen bald ein Impfangebot bekommen sollen. In den kommenden Tagen werde diese Gruppe schriftlich informiert, damit die Betreffenden dann auch einen Impftermin ausmachen könnten, sagte Behrens. Für die Schreiben werde das Land dieses Mal auf die Daten der Kommunen zurückgreifen. „Wir haben aus der Vergangenheit gelernt“, sagte Behrens. Bis Ende März soll dann die der Gruppe der Menschen ab 80 Jahren durchgeimpft sein.

Bundesland:Niedersachsen
Landeshauptstadt:Hannover
Einwohnerzahl:7.993.608 (31. Dezember 2019)
Regierungschef:Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)

Bei den Einladungsschreiben für die über 80-Jährigen im Januar hatte es Pannen gegeben. So wurden auch Verstorbene angeschrieben, weil auf Daten eines externen Dienstleister zurückgegriffen wurde. Kritisiert wurde auch die schleppende Terminvergabe. Laut Ministerium wurden inzwischen die Kapazitäten der Hotline erheblich ausgebaut. Auch online sollen Impfwillige einen Termin vereinbaren können. (dpa)

Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) meldet am Mittwoch einen Anstieg der Corona-Neuinfektionen um 934 auf eine Gesamtzahl von 171.720. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 66,7. Mit 46 weiteren verstorbenen Menschen liegt die Gesamtzahl der Todesfälle bei 5424.

Mehr als 1000 Arztpraxen melden zurück, um kostenlose Corona-Schnelltests anzubieten

Corona-Schnelltests können in Niedersachsen in mehr als 1000 Arztpraxen kostenlos gemacht werden. Diese hätten sich auf eine Umfrage der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) vom Wochenende zurückgemeldet, teilte ein Sprecher des Verbands am Dienstag mit. Seit Montag hat jede Bürgerin und jeder Bürger Anspruch auf einen kostenlosen Antigen-Schnelltest pro Woche, vorgenommen von geschultem Personal etwa in Apotheken, Testzentren oder Praxen. Bund und Länder hatten das Angebot vereinbart, der Bund übernimmt die Kosten.

Corona-Schnelltests zum Selbstdurchführen sind seit einigen Tagen in Deutschland zugelassen.

Bei welcher der rund 13.000 Arztpraxen in Niedersachsen so ein Test möglich ist, können Interessierte unter www.arztauskunft-niedersachsen.de sehen. Unter „Besonderheiten“ lässt sich dort nach Corona-Schnelltestmöglichkeiten suchen. Die Liste werde derzeit ergänzt und sukzessive wachsen, so die KVN. Viele Praxen hätten aber deutlich gemacht, dass die vorhandenen Schnelltests nicht gleich für alle reichten. Daher sollen Bürgerinnen und Bürger vor dem Besuch in der Praxis anrufen. (dpa)

Die Menschen in Niedersachsen sind pessimistischer als noch im Oktober vergangenen Jahres

Die Menschen in Niedersachsen blicken nach einem Jahr Corona-Pandemie einer Umfrage zufolge mit zunehmender Sorge auf die Wirtschaftskraft des Bundeslandes und die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes. „Der noch im Herbst vorherrschende Optimismus, dass die Unternehmen schon irgendwie durch die Krise kommen, hat sich über den Jahreswechsel ins Gegenteil verkehrt“, sagte Volker Schmidt, Geschäftsführer der Drei Quellen Mediengruppe, die beim Institut für Demoskopie Allensbach eine repräsentative Umfrage in Auftrag gab.

Die Menschen in Niedersachsen blicken nach einem Jahr Corona-Pandemie einer Umfrage zufolge mit zunehmender Sorge auf die Wirtschaftskraft des Bundeslandes und die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes.

Danach rechnen inzwischen 46 Prozent der Befragten damit, dass es mit der Wirtschaft in den nächsten sechs Monaten weiter bergab geht. Damit sei die Bevölkerung in Niedersachsen im Vergleich zum Oktober vergangenen Jahres deutlich pessimistischer geworden (36 Prozent). Nur 22 Prozent glaubten aktuell an eine positive wirtschaftliche Entwicklung. Mit zunehmender Dauer der Krise wachse die Besorgnis, dass etliche Betriebe nicht überleben würden. „Die Psyche der Bevölkerung ist erheblich angeschlagen“, so Schmidt.

Die Psyche der Bevölkerung ist erheblich angeschlagen.

Volker Schmidt, Geschäftsführer der Drei Quellen Mediengruppe

Während sich im Oktober und Dezember noch 17 Prozent Sorgen um die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes machten, sei es im März schon jeder fünfte Niedersachse. In Zeiten einer normalen Konjunktur schwanke dieser Wert in Niedersachsen um acht Prozent. Für die „Niedersachsen-Umfrage März 2021“ wurden zwischen 1132 und 1337 Bürger jeweils im Oktober und Dezember 2020 sowie Februar/März 2021 befragt. Am Donnerstag soll der politische Teil der Umfrage vorgestellt werden. Die Drei Quellen Mediengruppe ist der Verlag des Politikjournals Rundblick. (dpa)

Öffnungschritte bleiben an den Inzidenzwert als Reflektion des Infektionsgeschehens gebunden

Gleichzeitig will Behrens die Öffnungsschritte in der Pandemie weiterhin an den Inzidenzwert knüpfen. Es handele sich um einen gut messbaren Wert, der das Infektionsgeschehen auf regionaler Ebene reflektiert, sagte die SPD-Politikerin am Dienstag in Hannover. „Ich weiß, dass einige Kommunen enttäuscht sind“, räumte die Ministerin ein. Allerdings müsse in den Hochinzidenz-Kommunen das Infektionsgeschehen weiter eingedämmt werden.

Mit einer Inzidenz von mehr als 100 hat der Einzelhandel in Hannover aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin geschlossen.

Wo mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche gezählt werden, bleibt es bei den bisherigen Einschränkungen. Am Dienstag waren dies landesweit sechs Kommunen, darunter auch die Region Hannover. Diese Regelung hatte scharfe Kritik des Niedersächsischen Städtetages und des Handelsverbands Niedersachsen ausgelöst. (dpa)

Niedersächsischer Städtetag kritisiert Corona-Verordnung und Orientierung am regionalen Inzidenzwert

Zahlreiche kommunale Verwaltungschefs haben die neue niedersächsische Corona-Verordnung kritisiert. Die vom regionalen Infektionsgeschehen abhängigen Regeln seien schwer zu durchschauen, lautet der Vorwurf. Der Niedersächsische Städtetag (NST) forderte die Landesregierung auf, Öffnungen eben nicht an Inzidenzwerte auf örtlicher Ebene zu koppeln. „Öffnungen oder Verschärfungen auf der Grundlage von Inzidenzwerten schaffen keine Perspektive, sondern Widersprüche und fehlende Planungssicherheit“, sagte Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mägde (SPD), der auch NST-Präsident ist.

Öffnungen oder Verschärfungen auf der Grundlage von Inzidenzwerten schaffen keine Perspektive, sondern Widersprüche und fehlende Planungssicherheit.

Ulrich Mägde (SPD), Oberbürgermeister Lüneburg

Seit Montag gibt es in den meisten Regionen zwischen Harz und Heide zahlreiche Lockerungen - allerdings nur dort, wo die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 liegt. Am Dienstag überschritten sechs Kommunen in Niedersachsen den kritischen Wert, darunter auch die Region Hannover mit knapp 1,2 Millionen Einwohnern. Dort bleiben unter anderem Bekleidungsgeschäfte oder Möbelhäuser geschlossen, andernorts ist Shopping mit Termin möglich. Thomas Brückmann (parteilos), Landrat des Landkreises Wesermarsch, kritisierte, dass für den Einzelhandel die regionale Inzidenz gelte und nicht wie zunächst angekündigt der Landeswert. Nun befürchtet der Landrat einen „Einkaufstourismus“, was eigentlich vermieden werden sollte. Mit Material der dpa.

Dies ist die Fortsetzung des Coronavirus-Ticker für Niedersachsen.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld / dpa

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