Größere Feiern im Fokus

Niedersachsen plant weitere Corona-Lockerungen: „Sind uns der Gefahr sehr bewusst“

Niedersachsen soll zum 1. Oktober neue Corona-Regeln erhalten. Vor allem Veranstaltungen und Feiern stehen im Mittelpunkt der Änderungen - aber auch die Lockdown-Regeln sollen laut einem Entwurf angepasst werden.

  • Niedersachsen soll ab Anfang Oktober neue Corona-Regeln bekommen.
  • Viele Neuerungen betreffen Feiern und Veranstaltungen.
  • Strategie sieht regionale Shutdows vor, bevor es zu landesweiten Einschränkungen kommt.

Hannover - In Niedersachsen sollen Privatfeiern von Oktober an wieder mit bis zu 500 Menschen erlaubt sein, wenn alle Teilnehmer durchweg sitzen. Findet die Party vor allem im Stehen statt, sind drinnen bis zu 50 und draußen bis zu 100 Teilnehmer ohne Genehmigung erlaubt. Das geht aus dem neuen Entwurf für die Corona-Verordnung hervor, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Der Entwurf für die neue Verordnung ist derzeit noch in der Abstimmung zwischen den Ministerien.

Die Corona-Situation in Niedersachsen erlaubt nach Ansicht der Landesregierung offenbar, weitere Lockerungen anzustreben. (Symbolbild)

Auch andere Veranstaltungen sollen mit bis zu 500 Teilnehmern zulässig sein, wenn alle sitzen und Abstand gehalten wird. Großveranstaltungen wie Konzerte, Messen oder Märkte können dem Entwurf zufolge auch mit mehr als 500 Menschen erlaubt werden - dann müssen sich die Veranstalter aber eine Genehmigung holen, die widerrufen werden kann, wenn sich die Corona-Lage ändert. Auch Discos und Clubs sollen wieder öffnen dürfen - draußen mit bis zu 200 Menschen, in Innenräumen mit maximal 100 Personen und einem Alkoholverbot ab 18 Uhr, wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtet.

Corona in Niedersachsen: „Wir sind uns der Gefahr sehr bewusst“

Vor Inkrafttreten möglicher Lockerungen der niedersächsischen Corona-Verordnung will die Landesregierung zunächst das Infektionsgeschehen in Niedersachsen genau beobachten und prüfen. Es gebe einen Entwurf der Verordnung, über den nachgedacht werde - vor dem Hintergrund der aktuellen Zahlen, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Freitag in Hannover. „Wir sind uns der Gefahr sehr bewusst.“ Kurz zuvor war bekannt geworden, dass im Landkreis Cloppenburg der 7-Tage-Grenzwert für Infektionen die kritische Marke von 50 deutlich über schritten hatte und dort zusätzliche Schutzmaßnahmen angeordnet werden mussten.

Anfang September hatte das Land Niedersachsen vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen geplante Lockerungen bereits um weitere zwei Wochen auf den 1. Oktober verschoben. Noch gebe es keine beschlossenen Änderungen des Entwurfs, erklärte Pörksen. Geplant sei eine einfachere Corona-Verordnung.

„Bierdeckel statt Steuergesetz“: Neue Corona-Regeln sollen weiter vereinfacht werden

Generell sollen die Corona-Regeln einfacher werden - „Bierdeckel statt Steuergesetz“ heißt es dazu in der sogenannten Herbststrategie des Landes Niedersachsen. „Um die Auswirkungen dieser erheblichen Lockerung auch evaluieren zu können, dürfen zunächst nur Genehmigungen für Veranstaltungen bis zum Ende des Jahres erteilt werden“, heißt es in dem Papier weiter. In dieser Zeit sollen die neuen Corona-Regeln erprobt werden.

Bei Großveranstaltungen, die mit mehr als 500 Teilnehmern genehmigt werden, dürfen höchstens 30 Prozent der Sitzplätze unter Einhaltung der Abstandsregeln belegt werden. Außerdem soll es auch dabei voraussichtlich ein Alkoholverbot ab 18 Uhr geben. Ferner werden vom Veranstalter Lüftungskonzepte, personifizierte Sitzplätze und diverse andere Zugangs-, Pausen-, Sanitär- und Hygienekonzepte verlangt. Der Abstand bei Sitz-Veranstaltungen bleibt weiter bei 1,50 Meter.

Je nach Corona-Infektionsgeschehen sind weiter Verschärfungen der Corona-Regeln, kollektive Quarantänemaßnahmen oder ein kompletter Shutdown in einzelnen Regionen denkbar. „Erst wenn dieses gestufte Handlungskonzept nicht mehr greift, können landesweite Verschärfungen bis hin zu einem erneuten Shutdown in Erwägung gezogen werden“, heißt es in der Herbststrategie des Landes Niedersachsen. (dpa)

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