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Keine Klassenfahrten und die Jugendherbergen bleiben leer

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Von: Andree Wächter

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Eine Klassenfahrt kann ein Höhepunkt eines Schuljahres sein. Seit Corona sind mehrtägige Klassenfahrten fast unmöglich gewesen. Ein Hilferuf.

Hannover – In Niedersachsen sind mehrtägige Klassenfahrten bis zum Beginn der Osterferien verboten. Die Landesregierung hatte das Verbot von Schulfahrten entsprechend ausgedehnt. Dies bedeutet für viele Jugendherbergen konkret: Leere Betten und verwaiste Gästezimmer. Besonders bitter ist, dass viele Schulen vor allem für März Klassenfahrten gebucht und das sogar in einem „deutlich stärkeren Maß“ als noch vor der Pandemie, wie der Landesverband Unterweser-Ems des Deutschen Jugendherbergswerks mitteilte. Nach Angaben des Verbandes fallen so rund 20.000 Übernachtungen weg.

BundeslandNiedersachsen
Fläche47.614 km²
Einwohner7,982 Millionen (2019)
HauptstadtHannover

Corona-Lage: Jugendherbergen halten generelles Verbot für unnötig – Stornierung bereits angepasst

Aus Sicht der Jugendherbergen ist ein generelles Verbot unnötig, da die Häuser ihre Stornierungskonditionen bereits auf die Pandemie-Lage angepasst hätten. Demnach konnten Schulen flexibel auf ein Infektionsgeschehen reagieren und Klassenfahrten coronabedingt bis zum Tag der Anreise kostenfrei stornieren. „Wir haben daher kein Verständnis für die langfristige Untersagung der Schulfahrten bis Ostern“, zeigt Geschäftsführer Thorsten Richter sich kritisch. Andere Schulen planen sogar Reisen ins Ausland.

Auf geht’s ins „Abenteuerland“: Für viele Schüler ist die erste Klassenfahrt ein Schritt in die Selbstständigkeit. Doch leider müssen bis Ostern viele Fahrten aufgrund der Coronalage ausfallen.
Auf geht’s ins „Abenteuerland“: Für viele Schüler ist die erste Klassenfahrt ein Schritt in die Selbstständigkeit. Doch leider müssen bis Ostern viele Fahrten aufgrund der Coronalage ausfallen. © picture alliance/dpa

Die Gesundheit von Schülern und Lehrkräften stehe ohne Zweifel an erster Stelle, sagte Thorsten Richter. Daher habe er Verständnis, dass es zum jetzigen Zeitpunkt keine Klassenfahrten geben könne. Richter mahnte aber auch, Schulfahrten als Orte für außerschulisches Lernen und der Kompetenzentwicklung jungen Menschen nicht unnötig lang vorzuenthalten. „Wir hören von Lehrern, Eltern und Schülern, wie wichtig nach zwei Jahren Corona-Pandemie gemeinsame Fahrten für das soziale Gefüge einer Klasse sind“, sagte Richter.

Omikron: Corona-Variante bewegt Kultusministerium zur Verlängerung des Verbotes von mehrtägigen Schulfahrten

Mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen durch die Omikron-Variante des Coronavirus hatte das Kultusministerium verfügt, den Zeitraum für das Verbot mehrtägiger Schulfahrten zu verlängern. Demnach umfasst das Verbot nun nicht mehr nur Fahrten bis zum 31. Januar sondern bis zum Anfang der Osterferien am 4. April. Eintägige Schulausflüge seien dagegen weiter möglich, wenn nach Abwägung der Schule der pädagogische Nutzen das Risiko durch das aktuelle Infektionsgeschehen überwiege, teilte das Ministerium mit.

Von der Stornierungswelle sind nach Angaben des Verbandes nahezu alle 27 Jugendherbergen im Nordwesten Niedersachsen betroffen. Da Schulfahrten eher langfristig gebucht würden, gebe es kaum Hoffnung auf Ersatzbuchungen etwa aus anderen Bundesländern.

Jugendherbergen appellieren an Niedersachsens Landesregierung

Auch die übrigen Jugendherbergs-Landesverbände Hannover (23 Herbergen) und Nordmark (4 Herbergen) in Niedersachsen seien von dem Verbot betroffen, hieß es. Im Harz haben Jugendherbergen mit Wildschweinen zu kämpfen.

Mit Ungewissheit blicken die Herbergen daher auf das weitere Jahr 2022. Zwar seien die Vorausbuchungen gut, die Corona-Pandemie habe zuletzt aber gezeigt, wie schnell sich Entwicklungen wieder ändern könnten. „Wir appellieren dringend an die Landesregierung, keine weiteren langfristigen Verbote auszusprechen, Klassenfahrten so früh wie möglich wieder zu erlauben und damit den sozialen Stellenwert von Schulfahrten zu unterstreichen“, sagte Thorsten Richter.

Gymnasium: Klassenfahrt in Jugendherberge mit Corona-Ausbruch

Als im September Klassenfahrten erlaubt waren, erwischte es eine Klasse aus Düsseldorf. Die Gymnasiasten waren in einer Jugendherberge in Nettetal. Die Klassenfahrt musste wegen eines Corona-Ausbruchs abgebrochen worden. Laut Testergebnis hätten sich 13 Schüler mit der damals dominiereden Deltavariante des Coronavirus infiziert, hieß es.

Und weiter: Die infizierten Schüler und weitere 15 Kontaktpersonen mussten sich in Quarantäne begeben. Insgesamt seien vier Klassen der Jahrgangsstufe 6 auf Klassenfahrt gefahren. In drei der Klassen wurden Infektionen nachgewiesen – keiner der Infizierten sei geimpft gewesen. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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