Corona-Pandemie

Corona in Niedersachsen und Bremen: Inzidenz sinkt, Todesfälle nehmen zu

Die Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus nehmen in Deutschland zu. Allein in Niedersachsen und Bremen gibt es Mittwoch 29 Tote, in ganz Deutschland 446.

Hannover/Bremen – Das Coronavirus hat Deutschland, Niedersachsen und Bremen weiterhin fest im Griff, wenngleich die Infektionen hochgerechnet auf 100.000 Einwohner, die sogenannte 7-Tage-Inzidenz, am Mittwoch, 1. Dezember 2021, erneut leicht sank. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) über sein Dashboard bekannt gab, lag der Wert am Mittwoch für das gesamte Bundesland Niedersachsen bei 207,0 (Vortag: 215,7). Grund zur Entwarnung ist dies allerdings nicht: Im gleichen Zeitraum stieg die Anzahl der Todesfälle von 17 auf 27 an. Für ganz Deutschland wurden am Mittwoch 67.186 Neuinfektionen und 446 neue Todesfälle gemeldet.

Virus:Coronavirus, Covid-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Vorkommen:Weltweit
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019

Auch die Hospitalisierungsinzidenz in Niedersachsen sank leicht von 7,6 am Dienstag auf 7,3 am Mittwoch. Mit diesem Wert wird angegeben, wie viele Personen mit einer Covid-19-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert werden, hochgerechnet auf 100.000 Einwohner. Die Intensivbettenbelegung hingegen stieg auch am Mittwoch wieder leicht an. Aktuell sind in Niedersachsen 9,9 Prozent (Vortag: 9,7 Prozent) der zur Verfügung stehenden Intensivbetten mit Coronapatienten belegt.

Corona in Niedersachsen: Operationen müssen aufgrund der Intensivbettenbelegung verschoben werden

Aus diesem Grunde müssen bereits Operationen in Niedersachsen verschoben werden, die nicht lebensnotwendig sind. Trotz der prekären Situation werden weiterhin Covid-19-Patienten aus anderen Bundesländern in Niedersachsen aufgenommen. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie in Niedersachsen 378.234 Menschen mit dem Virus infiziert, im Zusammenhang damit sind 6.373 Personen verstorben.

Aufgrund der weiter steigenden Infektionszahlen im Bundesland gilt seit Mittwoch, 1. Dezember 2021, in Niedersachsen die Warnstufe 2. Das bedeutet, dass in vielen Bereichen die 2G plus-Regel zur Anwendung kommt. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) forderte deshalb schon einen erneuten Lockdown und eine Impfpflicht gegen das Coronavirus; besonders mit Blick auf die Omikron-Variante, von der in Deutschland bereits mehrere hundert Fälle vermutet werden.

In Bremen und Niedersachsen sind am Mittwoch 29 Personen im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben, im gesamten Bundesgebiet waren es 446 Todesfälle, so viele wie noch nie. (Archivbild)

„Wir werden uns massiv anstrengen müssen, um den Impfschutz sehr rasch nach oben zu treiben. Erste Untersuchungen zeigen, dass vor allem Booster-Impfungen auch gegen diese Mutation eine gute Wirkung entfalten können. Deshalb ist spätestens jetzt eine allgemeine Impfpflicht unabdingbar. Wir müssen den Impfdruck unbedingt erhöhen“, sagte der niedersächsische Landesvater gegenüber der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ am Montag.

Corona in Bremen: 231 Neuinfektionen und zwei weitere Todesfälle im kleinsten Bundesland

Auch im Bundesland Bremen bleibt die Corona-Lage weiterhin angespannt, wenn auch die 7-Tage-Inzidenz am Mittwoch leicht sank, wie aus den durch das RKI bekanntgegebenen Zahlen hervorgeht. So lag die gemessene Inzidenz am Mittwoch bei 213,0. Heruntergerechnet auf die Stadt Bremerhaven ergibt sich so ein Wert von 223,7, in der Stadtgemeinde Bremen liegt der Wert aktuell bei 210,9.

Es infizierten sich im gesamten Bundesland 231 weitere Menschen mit dem Coronavirus, im Zusammenhang daran verstorben sind laut Behördenangaben am Mittwoch zwei Menschen. Inzwischen wurden Ungeimpfte in Bremen bereits in den Lockdown geschickt.

Im Zuge dessen zeigt sich Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) offen für eine allgemeine Impfpflicht. Eine breite Zustimmung dazu habe sich bereits beim Bund-Länder-Gipfel am Dienstag gezeigt. Diese Tendenz sei aus den Redebeiträgen klar geworden. Allerdings gebe es noch viele offene Fragen, sagte Bovenschulte am Dienstag nach der Videokonferenz, an der unter anderen die Ministerpräsidenten, die geschäftsführenden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr voraussichtlicher Amtsnachfolger Olaf Scholz (SPD) teilnahmen.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) fordert Impfpflicht – außer für Kinder und Jugendliche

Es müsse zum Beispiel geklärt werden, ob sich eine solche Pflicht auch auf Kinder und Jugendliche erstrecke, was Bovenschulte nicht befürworten würde. Auch müsse die Frage der Ausnahmetatbestände für eine Impfpflicht beantwortet werden. „Beschränkt sich das auf medizinische Gründe, oder gibt es auch andere Gründe wie etwa religiöse Überzeugungen?“

Zudem stelle sich die Frage, wie man eine allgemeine Impfpflicht durchsetzen wolle, mit Zwang oder Bußgeldern, mit Zwangshaft? „Das sind ganz wichtige Fragen“, so Bovenschulte. Auch gebe es bislang kein allgemeines Impfregister in Deutschland. Das müsse vor einer Impfpflicht aufgebaut werden. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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