Status: Voll einsatzbereit 

Bundeswehr hält für Coronalage Fahrzeuge und „helfende Hände“ parat

Seit 1956 im Dienst: Garnison und Bundeswehr am Standort in Delmenhorst-Adelheide. Foto: Bundeswehr
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Seit 1956 im Dienst: Garnison und Bundeswehr am Standort in Delmenhorst-Adelheide.

Delmenhorst - Von Gregor Hühne. Die gegenwärtige Coronalage erfordert tiefe Einschnitte in den Lebensalltag der Bürger. Sollte sich die Entwicklung dramatisch zuspitzen, wären die Soldaten des Logistikbataillons 161 (LogBat 161) der Bundeswehr in Delmenhorst einsatzbereit, um die Bevölkerung im Katastrophenfall zu schützen. Die Feldwebel-Lilienthal-Kaserne habe sich für potenzielle Hilfeleistungen für zivile Stellen und Behörden vorbereitet und auf Corona-Krisenmodus umgeschaltet, berichtet Oberleutnant Denise Goldmann, Presseoffizierin.

„Das LogBat 161 in Delmenhorst hält Kräfte für Unterstützungsleistungen vor. Ziel ist es mit fachlichen Fähigkeiten oder einfach mit ,helfenden Händen‘ dort zu unterstützen, wo Hilfe benötigt wird“, sagt sie. Insbesondere verfüge das Bataillon über zahlreiches Personal und mit seinen Fahrzeugen über umfangreiche Transport- sowie Umschlagfähigkeiten, die bei Bedarf schnell zum Einsatz kommen können. Die speziellen Kompetenzen der Delmenhorster Logistiker würden auch überregional benötigt. Sie werden daher zentral vom Logistikkommando in Erfurt gesteuert und koordiniert, um dort helfen werden zu können, wo sie auf Amtshilfeersuchen der Gemeinden und Länder am sinnvollsten eingesetzt sind.

Um die Durchhalte- und Reaktionsfähigkeit des Bundeswehrstandortes in Delmenhorst insgesamt zu erhalten, käme es derzeit darauf an, „wo immer möglich mit reduzierter Vor-Ort-Präsenz, Schichtbetrieb, Bereitschaftsregelungen und mobilem Arbeiten die Angehörigen des LogBat 161 vor Infektionen zu schützen“, so Goldmann. Unter den besonderen Bedingungen des „operativen Minimums“ müsse und werde die Auftragserfüllung unverändert sichergestellt, heißt es. Dabei stünden die Auslandseinsätze und Einsatzvorbereitung inklusive der dazugehörigen Ausbildungen und Übungen weiterhin an erster Stelle. So befänden sich derzeit Soldaten und zivile Mitarbeiter, sofern möglich, im Heimbüro. Außerdem hielten sich der Standortkommandeur und sein Stellvertreter nicht zeitgleich in der Kaserne auf, um im Falle eines Coronaausbruchs in der Kaserne die Befehlsgewalt sicherstellen zu können, heißt es aus dem Logistikkommando der Bundeswehr.

Erforderliche Schutz- und Hygienemaßnahmen beachte das Bataillon bei der Durchführung von Ausbildungen, teilt die Pressestelle mit. Dies werde so gestaltet, dass größere Ansammlungen von Trainingsteilnehmern vermieden werden, sogenanntes Auflockern. „In der Planung und Durchführung werden alle geeigneten Mittel genutzt, die das enge Miteinander soweit als möglich reduzieren“, so Goldmann. Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren, werde – wann immer möglich – der Mindestabstand eingehalten.

Absage militärischer Veranstaltungen

Aufgrund der Corona-Pandemie wurden in diesem Jahr auch Übungsvorhaben abgesagt wie zum Beispiel die Sira (Simulationssystem zur Unterstützung von Rahmenübungen), die Feldeinsatzübungen der Kompanien sowie die Bataillonsübung am Gefechtsübungszentrum des Heeres, berichtet die Presseoffizierin: „Die Übung ,Defender-Europe 2020‘, bei der auch Angehörige des LogBat 161 mitgewirkt haben, ist seit dem 16. März aufgrund Covid-19 eingestellt worden.“ Das feierliche Gelöbnis für die Rekruten der Grundausbildung am 8. April habe ebenso nur unter besonderen Umständen stattfinden können. Über die Durchführung weiterer Veranstaltungen vor Ort wie der Bataillonsfeldeinsatzübung oder dem jährlichen Delme-Biwak sei noch nicht entschieden worden, heißt es. Ebenso nicht über die diesjährigen Marschveranstaltungen. In deren Rahmen nimmt normalerweise eine Abordnung von Soldaten an europaweiten Leistungsmärschen teil. Ziel ist die Vorbereitung, um dann am dritten Dienstag im Juli in der niederländischen Stadt Nimwegen den „Internationalen Viertage-Distanzmarsch“ über rund 200 Kilometer mit Marschgepäck   zu meistern.

Zur Info: Das Logistikbataillon 161

Das Delmenhorster Bataillon hat – neben den übrigen fünf (ab Oktober sechs) Logistikbataillonen in Deutschland – den Auftrag, andere Truppenteile der Bundeswehr im In- und Ausland mit Material aller Art zu versorgen. Dafür werden auch Fahrzeuge und Geräte am Standort gewartet oder repariert. Die logistischen Aufgaben erfordern umfangreiche Planungen und Befähigungen in den Bereichen Nachschub, Transport und Instandsetzung. Besonderheit der Delmenhorster ist zudem eine „Hafenumschlag-Kompanie“.

Quelle: kreiszeitung.de

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