Neustart für Wirkstoff

AstraZeneca-Impfungen: So geht es nun im Bremer Umland weiter

Impfungen mit dem AstraZeneca-Stoff wurden kurzzeitig pausiert. Nun geht es auch in Bremen und den Kreisen Diepholz, Verden, Rotenburg und Oldenburg wieder los.

Update vom 19. März: Nach der Wiederaufnahme der Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von AstraZeneca starten auch die Kommunen rund um die Stadt Bremen wieder durch. „Das ist eine gute Nachricht, weil wir so unsere umfangreichen Planungen, ganze Beschäftigtengruppen aus der Priorisierungsgruppe 2 über die nächsten beiden Wochenenden zu impfen, nun doch zügig umsetzen können“, freut sich beispielsweise Verdens Landrat Peter Bohlmann.

Nach der Freigabe durch das Bundesgesundheitsministerium können im Kreis Verden die für dieses Wochenende geplanten zusätzlichen Impfungen der Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen sowie der Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen durchgeführt werden, heißt es auf der Homepage des Landkreises. Rund 1190 Beschäftigte sollen demnach von Freitagmittag bis Sonntagabend in der dem Kreishaus benachbarten Turnhalle der Grundschule am Lönsweg geimpft werden. Für das darauffolgende Wochenende stehen weitere 1200 Personen zur Impfung auf der Liste. Sie alle sind für eine Impfung mit AstraZeneca vorgesehen.

Bremen drückt bei Corona-Impfungen aufs Tempo

In Bremen hatte der Stopp von AstraZeneca-Impfungen keine Auswirkung auf das Impfgeschehen. Alle geplanten Termine konnten mit dem Wirkstoff von BioNTech durchgeführt werden. Seit Donnerstag waren bereits neue Terminvergaben möglich. Mittlerweile wird in dem Bundesland auch wieder mit AstraZeneca geimpft, die Verantwortlichen in Bremen drücken nun ganz besonders aufs Tempo, berichtet nordbuzz.de*.

„Willkommen im Impfzentrum“ steht auf einem Schild im Eingangsbereich. Auch AstraZeneca wird dort wieder verimpft.

Der Landkreis Diepholz hat am Freitagmorgen das Impfzentrum in Bassum mit der Wiederaufnahme der Impfungen mit AstraZeneca mitgeteilt. Termine, die direkt vom Impfzentrum für die Impfung mit AstraZeneca vergeben wurden und aufgrund des Impfstopps in dieser Woche ausfallen mussten, behalten laut einer Meldung der Kreisverwaltung ihre Gültigkeit und werden in der nächsten Woche zu gleichen Tagen und Zeiten nachgeholt.

Auch alle AstraZeneca-Termine, die zentral über die Impfhotline und das Online-Portal des Landes vergeben wurden, haben seit Freitag demnach wieder Gültigkeit. Konnte der vom Land vergebene Impftermin im Zeitraum vom 15. bis 21. März wegen des Impfstopps nicht wahrgenommen werden, erhalten die Betroffenen automatisch neue Termine vom Land.

Im Landkreis Rotenburg hatte das Impfzentrum Zeven die Termine von Dienstag bis Freitag für Personen, die mit AstaZeneca geimpft werden sollen, abgesagt. Die Betroffenen wurden per E-Mail informiert, heißt es vonseiten der Kreisverwaltung. Die Personen, bei denen Termine abgesagt wurden, erhalten demnach vom Impfzentrum per E-Mail eine Nachricht, dass die Impfungen mit AstraZeneca wieder erfolgen. Sie können dann über das Terminportal des Landkreises einen neuen Termin buchen. Los geht es mit den Impfungen am Samstag.

Das Impfzentrum im Landkreis Oldenburg hat nach der AstraZeneca-Freigabe die Impfungen mit dem Vakzin am Freitag wieder aufgenommen. Die für kommende Woche direkt vereinbarten Termine blieben einer Meldung des Kreises zufolge bestehen. Die abgesagten Termine der vergangenen Woche werden demnach kurzfristig neu terminiert. Dies gelte verlässlich und in eigener Verantwortung nur für Termine die durch das Impfzentrum vergeben wurden. 

Für Impftermine, die über die Hotline oder das Impfportal des Landes Niedersachsen gemacht wurden, gelte laut Angaben des Landkreises folgendes: „Alle Termine ab Freitag haben wieder Gültigkeit, die Impflinge sollen soweit möglich Ihre Termine wahrnehmen. Damit niemand seinen Termin verliert, werden zusätzlich alle Impflinge mit einem AstraZeneca-Ersttermin in dem Zeitraum 15. bis 21. März von dem durch das Land beauftragten Dienstleister angeschrieben und die Termine verlegt.“ * nordbuzz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Ursprungsmeldung vom 16. März: Hannover/Bremen ‒ Das Bundesgesundheitsministerium um Minister Jens Spahn hat am Montag entschieden, dass der Impfstoff von AstraZeneca auf seine Nebenwirkungen überprüft wird. Mindestens bis zu einer neuen Empfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) wird es in Deutschland keine Impfungen mehr mit dem Vakzin geben. Eine grundsätzliche Überprüfung, ob vereinzelte Fälle von Thrombose mit dem Impfstoff zusammenhängen, begrüßt dabei sogar der Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery ‒ den grundsätzlichen Impfstopp sieht er allerdings kritisch.

Konkret bedeutet der Stopp aktuell vor allem Einschränkungen und Änderungen im laufenden Impfbetrieb. Betroffen sind letztlich auch das Land Bremen und die angrenzenden Landkreise in Niedersachsen, in denen die Inzidenz-Werte wieder gestiegen sind. Wir haben an dieser Stelle eine aktuelle Übersicht der Situation zusammengestellt.

Impfen für Ü80-Jährige im Landkreis Diepholz läuft weiter

Die Kreisverwaltung im Landkreis Diepholz teilte noch am Montag mit, dass die Impfungen der über 80-Jährigen uneingeschränkt und wie geplant ausschließlich mit dem BioNTech-Impfstoff fortgesetzt werden.

Auch im Impfzentrum im Landkreis Diepholz in Bassum wurden Impfungen mit AstraZeneca erst einmal ausgesetzt.

Bereits vergebene Impftermine für priorisierte Berufsgruppen, unter anderem für medizinisches Personal, Lehrkräfte, Kindertagespflegepersonen, Erzieherinnen und Erzieher, hingegen können vorläufig nicht stattfinden. Dieser Stopp gelte auch für den zweiten Impftermin und somit für Personen, die bereits eine Dosis erhalten haben.

Wegen der geringen Vorlaufzeit könnten keine Terminabsagen an Einrichtungen und Einzelpersonen verschickt werden, heißt es weiter. Sobald die Impfungen mit AstraZeneca wieder aufgenommen werden können, erhalten die priorisierten Berufsgruppen weitere Informationen, teilte der Landkreis weiter mit.

Landkreis Verden beobachten die AstraZeneca-Situation genau

Corona-Impfungen mit AstraZeneca sind vorsorglich ausgesetzt, das wirkt sich auch im Landkreis Verden aus. Die Verwaltung beobachtet die aktuelle Entwicklung, um im Falle einer positiven Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) für einen weiteren Impfstoffeinsatz den Impfbetrieb zum Wochenende ggf. auch sehr kurzfristig wieder aufzunehmen. Sollten die Impfungen doch wie geplant durchgeführt werden können, möchte der Landkreis auf seiner Homepage darüber informieren.

Keine AstraZenca-Impfungen aktuell im Landkreis Rotenburg

Das Impfzentrum in Zeven hat nach der Entscheidung des Bundes die Impfung mit AstraZeneca für Erst- als auch Folgeimpfungen bis auf Weiteres eingestellt, heißt es vonseiten der Kreisverwaltung. Diese Veränderung führe zunächst zur Absage aller in der Zukunft liegender Termine, bei denen dieser Impfstoff genutzt werden sollte.

Das Impfzentrum in Zeven werde die verbliebenen Vakzine der Hersteller BioNtech und Moderna gemäß der Priorisierung weiter einsetzen, heißt es weiter. Durch deren begrenzte Verfügbarkeit ist eine Impfung aller Personen der Priorität 2 der Corona-Impfverordnung zurzeit noch nicht möglich. Es sei noch nicht absehbar, wann ausreichende Impfstoffmengen für diese und weitere Gruppen wieder zur Verfügung stehen werden. Die Termine hierfür werden dann voraussichtlich über das Land vergeben, teilte der Kreis weiter mit.

Im Zevener Impfzentrum werden aktuell keine Dosen vom Corona-Impfstoff von Astrazeneca verimpft.

Impfwillige Personen, die wegen ihres Berufes zur Priorisierungsgruppe 1 zählen und noch keine Impfung erhalten haben, bittet das Impfzentrum des Landkreises Rotenburg um Rückmeldung an die E-Mail-Adresse orga2.impfzentrum@lk-row.de. Die über 80-jährigen Personen werden weiterhin mit einem mRNA Impfstoff (z.B. BioNtech) geimpft, heißt es weiter. Das gelte auch für die Termine des dezentralen Impfens am 18. und 19. März in Wittorf, Sottrum und Lauenbrück sowie für die Termine in Gnarrenburg am 26. März und Rotenburg (Wümme) am 31. März und 1. April. Die Zweit-Impftermine in Oerel und Wittorf am 29. und 30. März und am 3. April in Bremervörde finden ebenfalls statt.

Landkreis Oldenburg setzt AstraZeneca-Termine ebenfalls aus

Nach der Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) folgt auch der Landkreis Oldenburg der Vorgabe, dass alle vereinbarten AstraZeneca-Termine - auch für eventuelle Zweitimpfungen - zunächst ausfallen. Wie mit diesen Terminen verfahren wird, stehe noch nicht fest und könne aktuell nicht beantwortet werden, heißt es in einer Mitteilung. Davon nicht betroffen sei auch im Kreis Oldenburg die Gruppe der über 80-jährigen, denn in diesen Fällen sei weiterhin der Impfstoff von BioNtech/Pfizer vorgesehen.

AstraZeneca in Bremen bislang rund 19.000-mal verimpft

Nach der Mitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit werden auch in Bremen die Impfungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca sofort ausgesetzt. Alle aktuell geplanten Termine werden abgesagt, alle Impfungen in den Impfzentren im Land Bremen und durch mobile Teams mit dem Impfstoff werden sofort beendet, teilte das Land am Montag mit.

Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard sagte dazu: „Für den Fortgang der Impfungen ist diese Nachricht ein herber Rückschlag. Es muss jetzt umgehend aufgeklärt werden, ob es einen tatsächlichen Zusammenhang zwischen den Impfungen und den Thrombosen gibt.“

In Bremen wurden bislang knapp 19.000 Dosen von AstraZeneca verimpft, heißt es in einer Meldung der Senatorin für Gesundheit, Claudia Bernhard, vom Montag. Bislang seien demnach keine unerwarteten Impfreaktionen im zeitlichen Zusammenhang mit AstraZeneca-Impfungen aufgetreten. Wegen der aktuellen Entwicklung könnten in Bremen aktuell keine neuen Impftermine mehr vereinbart werden. Es werde allerdings versucht, die bereits vereinbarten Termine mit AstraZeneca auf den BioNTech-Impstoff umzusetzen. Ob das auf Grund freier Kapazitäten möglich ist, werde zum Zeitpunkt der Mitteilung noch ermittelt.

Rubriklistenbild: © DPA/Schuldt

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