Musikalische Andacht in Sibbesser Kirche zum Start ins neue Jahr

Wundersame Stimmen und Stimmung

Eine musikalische Andacht zum Start ins neue Jahr mit dem Bondarenko-Quartett. Die Solisten Renate Meyer-Herzog (Violine), Alexander Bondarenko (Violine), Wolfgang Volpers (Viola), Gesine Frank (Alt) und Dietmar Schlögl (Violoncello). Foto: Neumann

SIBBESSE  Wundersame Stimmen verbreiteten kürzlich zum Epiphaniasfest in der Sibbesser Nicolai-Kirche eine ebensolche Stimmung. Rund 60 Besucher ließen sich zu Beginn des neuen Jahres in einer besonderen musikalischen Andacht davon ergreifen. „Die Finsternis vergeht, das wahre Licht erscheint jetzt. Wir werden es spüren und hören. Es wird uns auf musikalische Weise vermittelt“, eröffnete der Pastor Dr. Claudio Steinert den stimmungsvollen Spätnachmittag. Das Bondarenko-Quartett aus Hildesheim entführte in teilweise ungewöhnliche musikalische Sphären.

Alexander Bondarenko spielte die erste Geige, während Renate Meyer-Herzog die zweite Violine erklingen ließ. Wolfgang Volpers auf der Viola und der Sibbesser Dietmar Schlögl mit seinem Violoncello komplettierten das Quartett. Sie eröffneten das Programm mit dem bekannten Choral „Jesus bleibet meine Freude“ von Johann Sebastian Bach und versetzten so die Anwesenden in eine andächtige Stimmung. Daraufhin rührte das Streichquartett zusammen mit der ausdrucksstarken Altstimme der Sängerin Gesine Frank die Seele an, als die zwei Weihnachtslieder „Christus, der Kinderfreund“ und „Die Könige“ von Peter Cornelius durch den Kirchenraum wallten.

Danach erscholl das Hauptwerk des Nachmittags, die „Sequenz von der Geburt des Herrn“. Hier begegneten sich Mittelalter und Moderne. Den Text „O Maria, Stern der Meere“ des mittelalterlichen Geistlichen und Poeten Adam von St. Victor hatte der Hildesheimer Dr. Wolfgang Volpers auf musikalisch modern-expressive Weise vertont. So berührten die gesungenen Worte das gegenwärtige Leben tief. In geradezu dramatischer Dynamik und Dissonanz wurden „dieser Zeiten Untergang“ und „Stolz und Gift des Dämons“ hörbar und fühlbar.

In wundersamer Weise ergriff das Publikum aber die sanft-betörende Hoffnung auf das Eingreifen der Maria, als die letzten Takte der Musik entschwebten. Pastor Claudio Steinert aus Sibbesse kontrastierte in seiner spannungsvollen Antwort auf dieses – im doppelten Sinne – Herzstück der Andacht den mittelalterlichen Text über Maria, die Mutter Jesu, mit dem wunderreichen Bibeltext aus dem Markusevangelium über die Sturmstillung Jesu.

Virtuose Wunder vollbrachten die Musizierenden beim anschließenden Streichquartett Nr. 11 f-Moll von Ludwig van Beethoven. Ehrlicher Applaus drückte die wundersame Stimmung aus, welche die Zuhörenden erfüllte.

Mit dieser Stimmung im Herzen – und den gehörten Sing- und Streicherstimmen im Ohr – gingen die Menschen existenziell bewegt wieder nach Hause.

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