Rück- und Ausblick mit dem Verein „Jahrhundertentscheidung Despetal“

„Werden nicht resignieren“

Markus Püschel, Hartmut Lehnhoff und Hendrik Weiß (von rechts) bilanzieren das Jahr 2014 aus Sicht der Bürgerinitiative „Jahrhundertentscheidung Windpark Eberholzen“. Foto: Martensen

EBERHOLZEN Mit dem Motto „Kein Windpark in unserem Tal“ ging die Bürgerinitiative (BI) „Jahrhundertentscheidung Windpark Eberholzen“ ins Jahr 2014. Die BI sieht sich als eine Gruppe von interessierten Bürgern, aus dem Despetal, die „Befürworter alternativer Energie sind – jedoch keine ‘blinden’ Befürworter.“

Während einer Ratssitzung in Eberholzen waren 2013 erstmals Pläne eines zu errichtenden Windparks zwischen Eberholzen, Nienstedt, Hönze, Möllensen und Sibbesse bekannt geworden, obwohl, so die BI, „der Windpark, wie sich später herausstellte, bereits seit über einem Jahr geplant worden war.“ Aus der bestehenden Arbeitsgruppe wurde im Herbst 2013 die Bürgerinitiative, die seitdem sehr aktiv ihre Interessen gegen die Errichtung der 200 Meter hohen Windräder vertritt. Inzwischen wurde ein gemeinnütziger Verein „Jahrhundertentscheidung Despetal“ gegründet, und bereits nach zwei Wochen haben sich 50 Mitglieder dieser Initiative angeschlossen. „Wir haben“, sagt BI-Sprecher Markus Püschel, „zunächst nur lokal gedacht, haben uns aber durch die intensive Beschäftigung mit der Materie jetzt mit der Energiewende grundsätzlich befasst und sagen heute zum Thema Windpark im Despetal nicht mehr „So nicht!“ sondern „Gar nicht!“. Wir sind stolz, dass uns im zu Ende gehenden Jahr so viele Menschen in der Region gezeigt haben, dass sie hinter uns stehen.“

Großes Interesse

Mehr als 1 350 Mitbürger haben die Unterschriftenaktion unterstützt, und im Frühjahr wurde dem Landrat eine Petition übergeben, die bisher im Kreistag aber nicht behandelt wurde. Die BI hat im ausgehenden Jahr zahlreiche Veranstaltungen mit bis zu 200 Teilnehmern in Eberholzen, Hönze, Nienstedt und Almstedt durchgeführt und wurde dabei auch vom Bundesverband Vernunftkraft unterstützt, dem sie in der Zwischenzeit beigetreten ist. „Leider haben sich nur wenige der von uns eingeladenen Volksvertreter auf Gespräche eingelassen und haben ihren Worten im Wahlkampf dann auch Taten folgen lassen“, beklagen die Vertreter der BI.

Für Markus Püschel, Hendrik Weiß und Hartmut Lehnhoff ist unumstritten, dass der geplante Windpark „erhebliche negative Folgen für die Menschen, die Fauna und Flora und die Kultur in unserem Tal mit sich bringen wird. Das ist auch im Landesraumordnungsprogramm (LROP) und dem Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) nachzulesen.“ Das zweite Beteiligungsverfahren gab bis kurz vor Weihnachten Gelegenheit zu Stellungnahmen. Die BI hat sich dazu über mehrere Wochen regelmäßig im BI-Büro in Eberholzen getroffen, um gemeinsam mit interessierten Bürgern ihre Widersprüche zu formulieren. Für Ende Januar/Anfang Februar 2015 wurde eine weitere Infoveranstaltung angekündigt, bei der die Bevölkerung über den Stand der Dinge informiert werden soll. Und letztlich wird von der BI auch ein Bürgerbegehren nicht ausgeschlossen, denn: „Wir werden nicht resignieren.“

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