Rassegeflügelschau: Hobby-Züchter Norbert Rudolph hat bestes Tier / Zahlreiche Besucher mit dabei

„Viel Mühe, Liebe und Leidenschaft“

In Deutschland recht selten, in Japan als Nationalrasse staatlich gefördert: die Urzwerghühner der Chabos mit gelockten Federn. In Hönze ein echter „Hingucker“. Fotos: Schütte

HÖNZE Sie heißen Brahma, Orloff, Marans, Andalusier, Appenzeller, Deutsche Sperber, Bielefelder und Rheinländer, Welsumer und Wyandotten. Zum Finale aller Ausstellungen zwischen Harz und Weser bestaunten viele Besucher ein Klassefeld von insgesamt 420 Tieren bei der Schau des Rassegeflügelzuchtvereins Gronau-Sibbesse in Hönze.

Diese Elitetiere zeigten sich stolz und präsentierten sich von ihrer besten Seite. Gleich elfmal zogen deshalb die fünf Preisrichter die Höchstnote „Vorzüglich“, davon siebenmal in der Abteilung der Rassetauben. Von der hohen Qualität der vorgestellten Rassehühner und Tauben schwärmten vor allem die Kenner. „Was wir hier bei dieser traditionellen Geflügelschau zum Saisonabschluss sehen, ist schon ein Zuchthöchststand wie selten zuvor“, so die Ausstellungsleiterin Elsa Mohmeyer.

Die Geflügelzüchter kamen aus den Vereinen des Hildesheimer Kreisverbandes und darüber hinaus. Der Zuspruch in der Hellmut-Schneider-Mehrzweckhalle ist für die GZV-Chefin im Umfeld ihrer Zuchtfreunde die „schönste Anerkennung“. Sie verriet: „Diesmal hätten wir wegen großer Anfragen eine weit größere Halle gut gebrauchen können.“ Beim Aufbau sei sie von den Mitgliedern aus eigenen Reihen aber bestens unterstützt worden, das habe alles wunderbar geklappt. Von einem organisatorischen Kraftakt sprach die engagierte 70-Jährige.

Was bei dieser letzten Saisonausstellung im Hildesheimer Land außerdem punktete, waren die vielen begeisterten jungen Leute und Familien. Vielleicht ein positives Signal in Richtung Zukunft. „Das gefällt uns“, hieß es dabei immer wieder.

„Unglaublich, mit wie viel Mühe, großer Leidenschaft und Liebe die Hobbyzüchter mit ihren Rassetieren umgehen“, bemerkte auch Kreislandwirt Dr. Thomas Stadler. Er zeichnete Silke Funk (Hohenbüchen) mit der Plakette der Landwirtschaftskammer für die Wirtschaftsrasse der Deutschen Sperber-Hühner aus. Die stellvertretende Landrätin Waltraud Friedmann verlieh den Landkreis-Ehrenpreis an Dieter Gereke aus Hörsum, der die schweren Mährischen Strasser-Tauben züchtet.

Den Schwerpunkt dieser letzten Saisonschau lieferten aber die Tauben mit überragenden Resultaten. Allen voran der 13-malige Deutsche Meister Wilfried Kuhnert (RGZV Algermissen), der zwei Höchstbewertungen mit seinen Altdeutschen Mövchen und den Hochflugtauben der Felegyhazaer Tümmler errang. Mit dem Jugendzüchter Bastian Borchers (Hannoversche Tümmler /GZV Eschershausen), Hilmar Buchmann (Niederländische Schönheitstaube / Bad Gandersheim), Norbert Rudolph (Thüringer Schnippe / GZV Sehlem), Dieter Gereke (Strasser / GZV Alfeld) und Michael Mader (Kingtaube /RGZV Algermissen) lagen weitere Tauben-Spitzenzüchter mit der Traumnote „Vorzüglich“ ganz vorn.

Diese Höchstauszeichnung erhielten bei den Rassehühnern Godehard Huch (Zwerg-Orloff / RGZV Algermissen), Helmut Schäfer (Zwerg-Wyandotten / Bad Salzdetfurth), Ulrich Lehnert (Zwerg-Welsumer / Einbeck) und Rolf Klaus (Zwerg-New Hampshire / Dassel).

Das Ehrenband vom Landesverband Hannoverscher Rassegeflügelzüchter erhielten Pierre Meistrell (Zwerg-Ente /GZV Eschershausen), Klaus Rolf (Zwerg-New Hampshire / Dassel) sowie die beiden Jugendzüchter Bastian Borchers (Hannoversche Tümmler / GZV Eschershausen) und Anna-Maria Dirk (Zwerg-Chochin /GZV Gronau-Sibbesse). Mit dem „Hönzer Ehrenband“, der höchsten Auszeichnung des Gastgebers sind folgende Züchter dekoriert worden: Werner Allerkamp (Brahma / GZV Eschershausen), Godehard Huch (Zwerg-Orloff / RGZV Algermissen), Ulrich Lehnert (Zwerg-Welsumer / Einbeck), Hilmar Buchmann (Niederländische Schönheitstaube / Bad Gandersheim) und Wilfried Kuhnert (Altdeutsche Mövchen /RGZV Algermissen).

Bestes Tier der Schau

Das Resultat aller eingesetzten Preisrichter bei der Kür des „besten Ausstellungstieres der Geflügelschau Schau in Hönze“ verlief deutlich. Mit einer Rasse-Farbentaube der Thüringer Schnippen in der Volierennummer 339 holte Norbert Rudolph aus Alfeld den offiziellen Titel. Dazu der 76-jährige Altzüchter, dessen Vorfahren aus Krebeck im Altkreis Duderstadt / Untereichsfeld stammen und sich allesamt mit der Kleintierzucht bestens auskannten: „Geflügel war zeitlebens um mich herum, über Jahrzehnte waren das die Zwerg-Wyandotten-Hühner, mein Hobby“, bekennt der pensionierte Postbeamte. Über diesen überraschenden Titel war er sehr glücklich. Einmal erst holte er in früheren Zeiten mit seinen Rassetauben einen Kreismeistertitel. gs

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