Gemshornkreis Alfeld gibt Konzert mit seinen besonderen Musikinstrumenten / Zuhörer in andere Sphäre versetzt

Ungewöhnliche Klänge erfüllen die Nicolai-Kirche

Der Gemshornkreis Alfeld beim Konzert in der Sibbesser Nicolai-Kirche.

SIBBESSE  Der Gemshornkreis Alfeld gab auf Einladung der evangelischen Kirchengemeinde ein Konzert zur Einstimmung auf den historischen Markt, der anlässlich des 1025-jährigen Dorfjubiläums rund um die Kirche herum stattfand (die LDZ berichtete). Rund 50 Besucher lauschten andächtig den Lauten, die Eleonore Greifenberg, Sabine Hillebrecht, Mareike Jakobi und Cornelia Morgenstern zusammen mit ihrer Leiterin Waltraud Deutschmann auf diesen besonderen Musikinstrumenten erzeugten.

In altertümliche Kleidern versetzten die fünf Frauen mit ihrer Musik die Besucher in eine vergangene Zeit, in eine andere Sphäre. Sie bliesen dazu in ihre Sopran-, Alt- und Tenorhörner sowie in das nur Handteller-große Sopranino-Horn. Dabei war aber auch das Bass-Horn, ein großes Hausrindhorn aus Afrika. Die verschieden großen Gemshörner produzierten einen Sound, der geradezu leichtfüßig durch den Kirchenraum schwebte. Mal meditativ ruhig, mal agil tänzelnd bewegten sich die Klangfarben auf die Herzen der Zuhörer zu. Bei der „Sonata seconda“ von Tomaso Cecchino wurde das Althorn vom Klavier begleitet, während die Leiterin der Gruppe gelegentlich mit der Blockflöte die Gemshörner unterstützte. Außerdem wurde der Gemshorn-Klangteppich hin und wieder durch Gesang von Waltraud Deutschmann oder gar aller Hornspielerinnen ergänzt. Bei den vier neueren Kirchenliedern „Gott gab uns Atem“, „Wenn das Brot, das wir teilen“, „Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehen“ und „Wir haben Gottes Spuren festgestellt“ waren alle Besucher eingeladen mitzusingen. Der eine oder andere Zuhörer hatte bereits zuvor, leise vor sich hin summend, in die Volkslieder „An hellen Tagen“ und „Herzlich tut mich erfreuen“ froh mit eingestimmt.

Neben diesem musikalischen Volksgut sowie Choralfantasien zu jenen modernen Kirchenliedern, vertont von der jungen Komponistin Sarah Jung, ertönten aber vor allem Sonaten und Tänze aus der Renaissance-Zeit. So hörten die Besucher Werke beispielsweise von Michael Praetorius, Giovanni und Giacomo Gastoldi sowie Wilhelm Brade. Sogar einen Mönchsgesang, das „O virge spendens“, diesmal von Frauenstimmen gesungen, hallte durch die Kirche. Die schwer zu intonierenden Gemshörner spielten jeweils eine Stimme. So gab es ein- bis fünfstimmige Stücke zu hören. Dabei säuselte klar der Sopran, Alt und Tenor füllten volltönend den Klangzwischenraum und tiefgründig grummelte der Bass – so hüpfte die hohe Stimme über dem Ruhepol des gemütlichen Bass, während die mittleren Stimmen den Mittelraum belebten.

Munter führte Waltraud Deutschmann durch das Programm. Doch „Mit Gemshorn-Melodien durch den Tag“, wiederum von Komponistin Sarah Jung, endete das Konzert. bn

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