Sibbesser Grundschüler erhalten Überraschungspäckchen zum Zeugnis

In den grünen Briefkasten kommt der Kummer

Grundschule Sibbesse Sorgenkästchen
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In den Corona-Postkasten im Eingangsbereich können die Grundschüler nun Briefe und Bilder mit ihren Sorgen und Gedanken werfen.

Sibbesse – Schulunterricht in Zeiten von Corona fordert Schüler, Lehrer und Eltern heraus. Die Erst- bis Viertklässler der Friedrich-Busse-Schule lernen wieder im Szenario B – zumindest, wenn Eltern dem Präsenzunterricht zustimmen. Auch die Vergabe der Halbjahreszeugnisse fällt an jeder Schule unterschiedlich aus. In Sibbesse erhielten die Kinder am Donnerstag und Freitag ihre Zeugnisse und bekamen dazu noch eine kleine Überraschung.

Die meisten Sibbesser Grundschüler kommen im Wechselprozedere weiterhin zum Präsenzunterricht. Nur rund elf Prozent der Schülerschaft nimmt derzeit das komplette Homeschooling wahr und bleibt Zuhause. Die meisten Schüler sind sich einig: „Es ist schöner in der Schule zu sein, als Zuhause allein lernen zu müssen.“

Schulleiterin Ira Schnack ist zwar froh, dass nicht mehr alle Schüler gleichzeitig zum Unterricht kommen müssen und dem Dauerlüften beim ungemütlichen Wetter ausgesetzt sind, doch mit dem sogenannten „Hybrid-Modell“ (geteilte Klassen und Homeschooling) sind Schulleiterin und Lehrer vor große Herausforderungen gestellt. Aktuell muss der Unterricht in vierfacher Form vorbereitet werden: Für die zwei Klassengruppen im Wechselunterricht, für die Schüler, die sich dauerhaft im Homeschooling befinden und auch für den inklusiven Unterricht. „Man muss den Überblick behalten. Vor den Weihnachtsferien waren alle Lehrer sehr erschöpft. Es herrscht ja auch immer eine große Ungewissheit darüber, wie die Planungen weitergehen. Jeden Morgen hoffe ich, dass ich keinen Anruf vom Gesundheitsamt erhalte“, erzählt Ira Schnack.  Die Lehrer gehen dabei an ihre Grenzen. Zwar läuft das Arbeiten mit der Schulplattform „Schoolfox“ gut und die Schüler erhalten teilweise Aufgaben über das Tablet, aber das Lernen stellt sich Zuhause dennoch anders dar als vor Ort in der Schule. Am Nachmittag befinden sich die Lehrer oft in Videokonferenzen mit den Schülern, um Aufgaben und Unterrichtsinhalte zu erklären.  Zusätzlich zur eigentlichen Notbetreuung bietet die Friedrich-Busse-Schule auch Lerngruppen an, welche die Kinder für zwei Stunden besuchen können, wenn sie besondere Hilfe bei ihren Aufgaben benötigen. „Bildungsgerecht ist das leider alles aber gar nicht mehr. Die Schüler leiden darunter. Alle halten sich wunderbar an die Regeln und machen das wirklich super, aber es zeigt sich auch immer mehr, dass alle nicht mehr so unbeschwert sind wie anfangs. Denn man weiß ja auch nicht, wie lange das alles noch geht“, so Ira Schnack. Aus diesem Grund hat sich der Förderverein der Grundschule etwas für alle Schüler ausgedacht. Mit Ausgabe der Zeugnisse erhielten die Schüler auch einen Brief und eine kleine Überraschungstüte. In dem Schreiben wurden die Kinder dafür gelobt, wie sie sich an die Regeln halten und das Beste aus der Situation machen. „Für euch ist diese Zeit gerade besonders unschön. Ihr kommt brav in die Schule, aber seht nicht alle eure Klassenkameraden. Auch spielen dürft ihr nicht wie ihr wollt. Darum möchte euch der Förderverein eine Freude machen“, erklärt Teresa Nußbaum ihrer Klasse 2b. Inhalt der Tüten ist ein Flummi gegen die Langeweile Zuhause, etwas Süßes und verschiedene Fäden. Diese können die Kinder beispielsweise zu einem Freundschaftsband flechten oder zu einem „Geduldsfaden“, der sie daran erinnert, sich zu gedulden und aufeinander Acht zu geben bis es wieder leichter wird. Außerdem wurde im Eingangsbereich der Grundschule ein grüner Briefkasten für die Kinder aufgestellt. Hier können die Grundschüler ihre Sorgen und Gedanken einwerfen. Sie können zum Beispiel schreiben oder malen, wie es ihnen in dieser ungewöhnlichen Zeit geht. Vielleicht ist es manchmal langweilig oder aber auch gemütlich. Was ärgert die Kinder oder was macht sie traurig? Was ist zurzeit anders als sonst oder gibt es auch etwas, dass sogar besser ist als „vor Corona“? Auch neue Hobbys oder Lieblingsbeschäftigungen können dem Briefkasten und damit dem Förderverein anvertraut werden. Dieser freut sich auf alle Briefe und Bilder der Kinder. Und wenn die Schüler ihre Post mit ihrem Namen und ihrer Klasse unterschreiben, dann bekommen sie auch eine Antwort. Vor allem sollen Überraschungspäckchen und Briefkasten vermitteln: „Gemeinsam schaffen wir das.“ – stw

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