Einsparungen von gut 100 000 Euro können erreicht werden

Sibbesse auf dem Weg zur Einheitsgemeinde

Zwei Dutzend Zuhörer nehmen am Infoabend im Musikraum der Grundschule Sibbesse teil. Fotos: Martensen

SIBBESSE „Seit fünf Jahren beschäftigen sich der Samtgemeinderat und die Verwaltung sowie die Gemeinderäte unserer Samtgemeinde mit Strukturveränderungen in unserem Raum“, schrieb der Sibbesser Samtgemeindebürgermeister Hubertus Schneider in seiner Einladung zu einem Informationsabend, bei dem die Bürger sich vor der Beratung in den Räten über die Einzelheiten der Umwandlung der Samtgemeinde in eine Einheitsgemeinde informiert konnten.

Der Samtgemeinderat und alle Gemeinderäte haben in den Jahren 2012 und 2013 die entsprechenden Grundsatzbeschlüsse zur Umwandlung gefasst, so dass die Lenkungsgruppe in ihrer Sitzung am 17. Juni den Entwurf eines Gebietsänderungsvertrags und das dazugehörige Verhandlungsprotokoll beraten und die endgültige Fassung beschließen konnte, die den Gemeinderäten und dem Samtgemeinderat im Juli vorgelegt werden soll. „Da ich durch Bürgerversammlungen, unsere Homepage und die öffentlichen Diskussionen in den Sitzungen immer versucht habe, unsere Bürger in den Entscheidungsprozess mit einzubeziehen, wollen wir das auch in der vor uns liegenden finalen Phase tun“, hatte Schneider der Einladung an seine Mitbürger hinzugefügt.

Zwei Dutzend interessierte Bürger hatten sich im Musikraum der Friedrich-Busse-Grundschule eingefunden, um sich von den Vertretern der Samtgemeindeverwaltung informieren zu lassen. Hubertus Schneider erinnerte einleitend an die bisherigen fünf Bürgerversammlungen zum Thema, bei denen es oft sehr turbulent zuging. „Da war richtig Pfeffer drin“, erinnerte sich der Samtgemeindebürgermeister. Seine Mitarbeiter Renate Windrich, Stefan Kentzler und Andreas Amft hatten es im folgenden übernommen, über Details zu informieren. So erfuhren die Zuhörer, dass es im Landkreis Hildesheim zurzeit fünf Samtgemeinden und 13 Einheitsgemeinden gibt und 87 Prozent der Landkreisbewohner bereits in einer Einheitsgemeinde leben und das die Bevölkerungszahl von Sibbesse, die im Jahr 2010 bei 6 209 lag, laut einer Prognose im Jahr 2030 noch bei 4 719 Personen liegen soll – also eine Reduzierung um gut 25 Prozent.

Was wird sich in der künftigen Einheitsgemeinde ändern? Kämmerer Andreas Amft teilte mit, dass es neue Ortsschilder geben wird, zum Beispiel Westfeld, Gemeinde Sibbesse, Landkreis Hildesheim. Da einige Straßennamen in den Dörfern doppelt verteilt sind, wird künftig der Ortsname vorangestellt, also wird etwa in Eberholzen aus der bisherigen Hauptstraße künftig die Eberholzener Hauptstraße. So wird bei einer möglichen künftigen Fusion mit anderen Gemeinden keine weitere Änderung nötig sein. Die nächtlichen Straßenbeleuchtungszeiten und auch die Straßenbaubeiträge werden vereinheitlicht, der Rufbus für Almstedt und Segeste bleibt erhalten, und die Grundsteuer wird in allen Gemeinden auf 380 Punkte gesetzt. Die Dorfgemeinschaftshäuser bleiben erhalten und werden in der bisherigen Form bewirtschaftet. Im November 2016 wird ein neuer Gemeinderat zu wählen sein, dazu fünf Ortsräte in der Ortschaften. Der neue Bürgermeister ist zugleich Verwaltungschef. „Etwa 100 000 Euro können durch weniger Aufwandsentschädigungen und Sitzungsgelder sowie Verwaltungsvereinfachungen künftig eingespart werden“, stellte der Kämmerer am Ende fest.

Einige Zuhörer nutzten anschließend die Gelegenheit, ihre Fragen loszuwerden, wobei es auch immer wieder um eine mögliche Fusion ging. „Aber darüber“, so Hubertus Schneider, „werden wir im Herbst mit Ihnen ins Gespräch kommen.“ rm

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