Kinderkrippe „Taka Tuka Land“ setzt auf situationsorientiertes Konzept

Selbständigkeit ist wichtig für Entwicklung

Raus geht es bei jedem Wetter: Ulrike Klußmann (rechts) und Catrin Bartels betreuen bis zu 15 Kinder in der Krippe. Foto: Kolbe-Bode

SIBBESSE Schon mit Vollendung des ersten Lebensjahres beginnt für viele Kinder ein neuer Lebensabschnitt. Damit beide Elternteile einer Erwerbstätigkeit nachgehen können, stehen ihnen per Gesetz Krippenplätze zu. Die Eingewöhnung in die neue Situation ist jedoch nicht nur für die Kinder ein großer Schritt, sondern auch für die Eltern eine Hürde, begleitet von gemischten Gefühlen.

Ähnlich ging es Sandra Herbst, die ihre einjährige Tochter Isabella in der Krippe „Taka Tuka Land“ in Sibbesse angemeldet hat, um ihre Berufstätigkeit wieder aufnehmen zu können. Mit großer Spannung fuhr sie mit Isabella zum ersten Eingewöhnungstag. Von der kindgerechten Atmosphäre in der Einrichtung war sie sogleich positiv überrascht und die Einfühlsamkeit und Kompetenz der Erzieherinnen beim Erstgespräch beruhigten sie sehr. Es folgten mehrere Tage der Eingewöhnung, an denen Mutter und Tochter stundenweise lernten sich sanft voneinander zu lösen. Kurze Zeit später startete Sandra Herbst ohne schlechtes Gewissen in ihr Arbeitsleben.

Im Gespräch schilderten die Erzieherinnen Catrin Bartels und Ulrike Klußmann sowie Einrichtungsleiter Kolja Leffers das Konzept der Krippe.

Um den Übergang für Kinder und Eltern sanft zu gestalten, folgt die Einrichtung dem „Berliner Eingewöhnungsmodell“. Dabei finden Gespräche und tägliche Besuche in der Krippe satt. Die Zeit, in der das Kind allein in der Gruppe verweilt und Kontakt zu den Erzieherinnen und anderen Kinder aufnimmt, wird stetig verlängert. Im Notfall ist ein Elternteil immer schnell erreichbar. Für die Eingewöhnungsphase sollten die Eltern bis zu zwei Wochen Zeit einplanen, bevor sie in den Berufsalltag zurückkehren. Der Tagesverlauf ist von stabilen und verlässlichen Zeitabläufen geprägt, der den Kindern Struktur und Sicherheit gibt. Die Pädagogik orientiert sich am niedersächsischen Orientierungsplan für Bildung und Erziehung für Kinder unter drei Jahren. Leffers erklärte: „Im Bildungsbereich arbeiten wir nach dem Situationsansatz. Das bedeutet, dass wir auf das eingehen, was die Kinder interessiert und zum Thema werden lassen. Dazu müssen wir genau beobachten und hinhören.“ Zudem werden im Tagesablauf neben dem Freispiel gezielte Beschäftigungen zur Förderung und Bildung der Kinder angeboten. Bartels betonte: „Wir legen großen Wert auf die Entwicklung der Selbständigkeit der Kleinen. Auch in Konfliktsituationen versuchen wir, dass die Kinder eigene, sozialverträgliche Lösungen finden.“ Dennoch ist es so, dass die Erzieherinnen helfend eingreifen, wenn ein Kind damit überfordert ist. Neben den alltäglichen Vorbereitungen und der Kinderbetreuung, fertigt das Personal Dokumentationen der durchlaufenen Entwicklungsstufen der Kinder an. „All das macht sehr viel Arbeit und so manches Mal machen wir das nach Feierabend zu Hause“, berichtet Catrin Bartels. Leffers und sein Team hoffen darauf, dass die Landesregierung den Betreuungsschlüssel für Krippen und Kitas erhöht. Leffers erklärte, dass die Anzahl des pädagogischen Fachpersonals nicht von der Samtgemeinde, in dessen Trägerschaft die Einrichtung ist, sondern von der Landesregierung festgelegt wird. Vor dem Jahr 2016 ist allerdings nicht mit einer Gesetzesänderung zu rechnen. Bis dahin werden 15 Kinder von zwei Fachkräften betreut. ckb

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