Im Kindergarten „Wirbelwind“ stehen die schleimigen Gesellen im Fokus

Die Schnecken sind los

Aaliyah, Lea, Jannes, Johanna, Christian und Liam (v.l.) beobachten die Schnecken. Foto: Meyfarth

WESTFELD  Für die einen sind sie eine Plage, glitschig und eklig, für die anderen faszinierend: Schnecken. Bei den Mädchen und Jungen des Westfelder Kindergartens „Wirbelwind“ standen sie jetzt ganz hoch im Kurs. Für eine Woche hatten sie die Schnecken sogar als Haustiere.

Sehen, Beobachten, Hören, Fühlen, Tasten, Riechen, Schmecken sind die Sinneswahrnehmungen, mit denen Kinder ihre Umwelt erforschen und entdecken. Der Westfelder Kindergarten gibt den Mädchen und Jungen dazu Gelegenheit, Zeit und Raum zum Erforschen, Experimentieren, Ausprobieren und Erleben. Und oft liegen die kleinen Entdeckungen direkt vor der Haustür, wie auch jetzt wieder bei der Waldwoche rund um den Wrisbergholzer Grillplatz.

Auf das Thema „Krabbeltiere“ hatten die Erzieherinnen die Kleinen bereits im Vorfeld ausführlich vorbereitet und dabei auch über die Regeln für den Umgang und den Lebensraum der Tiere gesprochen. Mit Hilfe von Becherlupen konnten die Mädchen und Jungen die unterschiedlichen Insekten genau beobachten. „Die Kinder waren ganz erstaunt über die Vielfalt und die Unterschiede“, sagt Erzieherin Anke Merkisch. Auf die Spuren der Insekten machte sich ihre „Froschgruppe“ an einem Tag auch mit der Natur- und Wildnispädagogin Christine Koziol.

Praktische Erfahrungen durften auch die Eltern beim abschließenden Waldfest beim Steinturmbauen und Balancieren machen. „Es war schön, wie die Kinder Tipps gegeben haben und welchen Spaß die Mütter und Väter beim Formen und Kneten mit Matsch hatten“, sagt Anke Merkisch. „Toll war auch das gemeinsame Weben eines riesigen Spinnennetzes.“ Begeistert zeigten die Kinder den Eltern ihren „Schneckenbaum“.

Das Thema „Schnecken“ wurde anschließend im Kindergarten weiter vertieft. Dazu wurde ein Terrarium eingerichtet, in dem einige Kriechtiere für eine Woche ein neues Zuhause hatten. Was Schnecken gerne fressen, wissen die Kinder jetzt ganz genau. „Vor allem Blätter und Gemüse“, sagen Johanna und Christian und so wanderte auch das ein oder andere Mal ein Stück Gemüse aus der mitgebrachten Frühstücksdose in das Terrarium.

Genau beobachtet

Die Tiere wurden genau unter die Lupe genommen, beobachtet und gefüttert. Mit Hilfe von Glasscheiben konnten die Kinder auch die Bewegung der Tiere ganz genau verfolgen. Sie wissen jetzt, dass es wichtig ist, behutsam mit den empfindlichen Häuschen umzugehen. Auch Fachbegriffe wie Stielaugen oder Atemloch sind den Kleinen nicht mehr fremd.

„Die Kinder haben gelernt, dass man die Tiere genau beobachten muss und sie gut versorgen muss“, sagt Anke Merkisch. „Natürlich war die Woche im Terrarium eine Ausnahme.“ Die gesammelten Tiere werden nach einer Woche wieder ausgesetzt, damit sie in ihrer Umgebung leben können. Und doch wimmelt es im Westfelder Kindergarten immer noch von Schnecken: gebastelten, gemalten und gekneteten, Gedichten, Büchern, Liedern und Geschichten. pbm

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