DSD fördert zum fünften Mal das schwer geschädigte Schloss Wrisbergholzen

Die Sanierung geht voran

Symbolische Scheckübergabe (von links): Daniel Proch, Herbert John, Martina Wolff und Wolfgang Neß. Foto: Meyfarth

WRISBERGHOLZEN Die Sanierung des Wrisbergholzer Schlosses geht voran. Bereits zum fünften Mal unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) die Restaurierung. Den Fördervertrag von 25 000 Euro für den dritten Bauabschnitt übergaben Martina Wolff und Jobst Tehnzen vom DSD-Ortskuratorium Hannover im Beisein von Herbert John von Toto-Lotto Niedersachsen, das die DSD mit Spenden unterstützt, an Daniel Proch, den Betreuer der Eigentümerin, Eleonore Gräfin von Goertz-Wrisberg.

Im ersten und zweiten Bausabschnitt wurden die Holzschäden der Dachkonstruktion beseitigt, das Dach zur Gartenseite und des Pavillions gedeckt. Nach dem Abschluss der Arbeiten am Dach zur Hofseite kommen im dritten und vierten Abschnitt Fassade und Fenster dran. Insgesamt 1,8 Millionen Euro werden in die denkmalgeschützte Anlage investiert. Gefördert wird das Projekt von Bund, Land, EU und eben der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. „Mit der technischen Instandsetzung wird der Bestand gesichert“, erklärt Wolfgang Neß, der bis zu seinem Ruhestand beim Landesamt für Denkmalschutz beschäftigt war und die Baumaßnahme betreut. Damit werde das Gebäude vor Feuchtigkeit geschützt. Der Ingenieur gab den Besuchern einen Überblick zum Stand der Arbeiten. Die technische Instandsetzung sei dank der Zuwendungen gesichert. Die Kosten für die anschließende Innensanierung müsse jedoch von der Eigentümerfamilie aufgebracht werden. Die 90-jährige Gräfin befindet sich zurzeit in einem Seniorenheim, plane aber, so Betreuer Daniel Proch, so bald wie möglich wieder im Schloss zu wohnen.

Die Pracht des Schlosses ist derzeit nur zu erahnen, denn die Fassade ist komplett eingerüstet. Doch mit ein wenig Fantasie kann man sich vorstellen, dass in dem hohen Saal im ersten Stock mit Blick auf den Park früher einmal Feste gefeiert wurden. Die Wirklichkeit sticht mit Durchbrüchen und freigelegtem Mauerwert ins Auge. Aber die Schäden, die der Hausschwamm angerichtet hat, sind weitestgehend behoben, doch egal ob kunstvoller Stuck, Parkett oder Panele – der Schwamm hat vor nichts Halt gemacht. Teile der Originalholzverzierung mussten weggerissen und entsorgt werden.

Eindrucksvoll ist auch der Gartensaal im Erdgeschoss aus dem man über eine große Treppe in den Park gelangen kann. Berühmt ist das Fliesenzimmer, das unbeschadet geblieben ist. Auch der Keller sieht solide aus. Hier befand sich die Küche, in der sich einst zahlreiche Angestellte um das leibliche Wohl der Schlossherren kümmerten.

Keine Frage, das Wrisbergholzer Schloss hat jede Menge Potential. „Ziel ist es, das Schloss als Baudenkmal zu erhalten und es in einigen Bereichen für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, sagt Neß. Bisher ist die spätere Nutzung des Schlosses allerdings noch offen. Sicher ist indes, dass in die Sanierung des Innenraumes noch einmal jede Menge Geld gesteckt werden muss. pbm

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