Bei Feldrundgang ziehen die Beteiligten der Flurbereinigung in Eberholzen Bilanz

Rund 560 Hektar neu geordnet

Bei einem Feldrundgang ziehen die Beteiligten Bilanz der Flurbereinigung Eberholzen. Die abschließende Berichtigung des Grundbuchs erfolgt im kommenden Jahr. Foto: Schirdewahn

EBERHOLZEN Bei einem Feldrundgang zog die Teilnehmergemeinschaft der Flurbereinigung Eberholzen abschließende Bilanz. Dazu begrüßte Vorsitzender Herbert Görgens seine Vorstandskollegen, einige Vertreter der Flurbereinigungsbehörde mit Projektleiter Edgar Bäkermann an der Spitze, Bürgermeister Rudolf Brandes und dessen Stellvertreter Dirk Sattler sowie vom Landkreis Hildesheim den stellvertretenden Vorsitzenden des Umweltausschusses, Ralf-Manfred Lehne aus Wrisbergholzen.

Das Verfahren in Eberholzen wurde nicht von außen angestoßen, etwa durch den Bau einer Umgehungsstraße oder einer Bahnstrecke, sondern durch die ungünstige Agrarstruktur. Erhebliche Teile der Feldmark waren so kleinräumig gegliedert, dass Parzellen von mehr als zwei Morgen schon einem „Großgrundbesitz“ nahe kamen.

Ursprünglich wollten die Eberholzer an einem EU-Programm zum Ausbau ihres Wegenetzes teilnehmen, entschieden sich dann aber für eine mit höheren Zuschüssen verbundene umfassende Flurbereinigung. Zu den Aufgaben der Teilnehmergemeinschaft gehörte es, den Wege- und Gewässerplan vorzubereiten. Welche Wege sollten ausgebaut werden, welche konnten entfallen? Wo war es sinnvoll, neue Wege anzulegen, wie sollten die Drainagen verlaufen und wo Gräben aufgeweitet werden, um bei starkem Regen Überschwemmungen zu verhindern? Aufgrund dieser Überlegungen wurde von 2006 bis 2011 ein Gebiet von etwa 560 Hektar neu geordnet. #Während des laufenden Verfahrens wurde der Hochwasserschutz für Hönze samt Rückhaltebecken mit einbezogen, und der Naturschutz stellte Anforderungen: Für Gewässerrandstreifen und „Lerchenfenster“ zugunsten der Vogelwelt waren Flächen bereitzustellen, außerdem entstanden an fünf Stellen Streuobstwiesen.

Dabei hatte man auch Wechselwirkungen und Konflikte zu beachten, die dem Außenstehenden zunächst nicht auffallen, etwa dass mit der Aufhebung eines nicht mehr benötigten Weges auch dessen bisherige Randstreifen beseitigt werden.

Die Teilnehmer, die knapp ein Drittel der Kosten zu tragen hatten, konnten nach Abschluss der Baumaßnahmen bereits neue Erfahrungen sammeln. So ist eine Bitumendecke nicht auswaschungsgefährdet wie ein Schotterweg, kann auf tonigem Untergrund aber Schaden nehmen, wenn sich dort bei Trockenheit Risse bilden („Sommerfrost“).

Zur Sprache kamen auch die steigenden Anforderungen an die Tragfähigkeit der Wege durch die immer schwereren landwirtschaftlichen Fahrzeuge. Ein frostsicherer Ausbau, der dem Niveau einer Kreisstraße entspricht, kommt aber aus Kostengründen nicht in Betracht.

Jagdhütte

Zum Abschluss der Feldbegehung in der Jagdhütte nahm auch der Landtagsabgeordnete des Wahlkreises Alfeld, Klaus Krumfuß teil. Die Grundbesitzer nutzten die Gelegenheit, den Vertretern der Politik ihre Sorgen darzulegen. Die Landwirtschaft sei ein „toller Beruf“, hieß es, ständig zunehmende Auflagen und Bürokratie dämpften allerdings die Begeisterung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare