150. Jahrestages der Einführung der Postkarte

Verführung zur Schneckenpost

Holger Schütte bereitet gerade eine Ausstellung/Installation mit Postkarten vor. Anlass ist der 150. Jahrestages der Einführung der Postkarte als eigenständiges Objekt der Postbeförderung am 1. Oktober 1869.

Sibbesse – Am 1. Oktober 1869 wurde im europäischen Postsystem zum ersten Mal die Postkarte zum eigenständigen Genre erklärt. Das weltweite Projekt postcrossing nimmt das zum Anlass an vielen Orten bei Ausstellungen auf ein Hobby hinzuweisen, nämlich das Versenden und Empfangen von Postkarten.

Das ist in Zeiten der elektronischen Kommunikation eigentlich ein Anachronismus, aber für viele Menschen ist es eben doch etwas Besonderes eine Postkarte oder einen Brief „erfassen“ zu können, nachdem diese Tage oder auch Wochen unterwegs waren. Bei Postcrossing erhalten die Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip eine Adresse, an die sie eine Postkarte schreiben. Im Regelfall ist der Kontakt zwischen Sender und Empfänger auf diese einzige Postkarte beschränkt. In Einzelfällen ergeben sich aber auch durchaus anhaltende Kontakte und sogar weltweite Freundschaften. Holger Schütte aus Sibbesse ist seit etwa sieben Jahren dabei und er hat in dieser Zeit mehr als 10 000 Postkarten in alle Welt geschrieben und aus aller Welt erhalten. Und auch bei ihm haben sich inzwischen mehrere langanhaltende Brieffreundschaften entwickelt, gegenseitige Besuche inklusive. In der Zeit vom 28. September bis zum 6. Oktober macht Schütte seine empfangenen Postkarten im Rahmen einer Installation in seiner Scheune (Sibbesse, Kurze Halbe 28) öffentlich zugänglich. Die Ausstellung ist in diesem Zeitraum, außer am 1. Oktober, täglich von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Interessierte sind willkommen. Neben der Besichtigung der Postkarten gibt es auch die Möglichkeit, sich über das Projekt postcrossing zu informieren und sich vielleicht zur Schneckenpost verführen zu lassen.

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