Sibbesse stimmt mit einer Enthaltung für Verwaltungssitz an der „Neuen Mitte“

Neues Rathaus kommt

An der Südseite des zu bauenden Rathauses an der „Neuen Ortsmitte“ wird der Eingangsbereich liegen. Viele Fenster sorgen für ein lichtdurchflutetes Gebäude. Pläne: Baubüro Raube

SIBBESSE Das neue Rathaus in Sibbesse ist beschlossene Sache. Bei seiner Sitzung in der Grundschule entschied der Samtgemeinderat den Bau eines Verwaltungsgebäudes an der „Neuen Ortsmitte“, lediglich vom Ratsvorsitzenden Klaus-Peter Schröder gab es eine Stimmenthaltung.

Ebenfalls unter Schröders Leitung hatte zuvor eine gemeinsame Sitzung von Finanz- und Bauausschuss stattgefunden, bei der die wirtschaftlichen und technischen Aspekte des Vorhabens gründlich beleuchtet wurden. Samtgemeindebürgermeister Hubertus Schneider erinnerte daran, das ein Gutachten aus dem Jahr 2007 für eine Sanierung des jetzigen Verwaltungsbaus hohe Kosten vorausgesagt hatte. Der ursprünglich erwogene Plan, den Neubau zu mieten, wurde durch einen Wechsel des Investors hinfällig. Die verbleibende Möglichkeit zur Errichtung auf eigene Kosten wird unter den gegenwärtig günstigen Zinskonditionen auch von der Kommunalaufsicht beim Landkreis Hildesheim als wirtschaftliche Lösung angesehen. Die Gemeinde Sibbesse hat das benötigte Grundstück aus vorhandenen Mitteln ohne Kreditaufnahme erworben und stellt es der Samtgemeinde zur Verfügung.

Gestützt auf die Stellungnahme eines Anwaltsbüros, sollte der Bauauftrag freihändig vergeben werden, die Kommunalaufsicht teilte diesen Standpunkt aber nicht. Um nicht durch langwierige Gerichtsverfahren wertvolle Zeit zu verlieren, wird die Maßnahme nun öffentlich ausgeschrieben. Vorgestellt wurden anschließend die von Diplom-Ingenieur Martin Raube entworfenen Baupläne sowie seitens der Verwaltung wirtschaftliche Vergleichszahlen und eine Nutzwertanalyse (siehe Bericht rechts). Zahlreiche Einwohner der Mitgliedsgemeinden verfolgten die Sitzung und bekamen reichlich Gelegenheit, Fragen zu stellen. Diese zeugten oft von Sachkenntnis und gründlicher Beschäftigung mit den technischen und wirtschaftlichen Problemen. Immer wieder klangen aber auch grundsätzliche Zweifel an der Notwendigkeit eines Neubaus durch, wurde über mögliche Gemeindezusammenschlüsse oder gar eine von oben angeordnete „Zwangsfusion“ spekuliert. Rat und Verwaltung zeigten sich einig, dass auch im Falle eines kommunalen Zusammengehens Teile der Verwaltung und eine Anlaufstelle für Bürger in Sibbesse verbleiben werden. Die Geduld der Ausschussmitglieder wurde aber weniger durch kritische Einwände strapaziert als durch Zuhörer, die nicht pünktlich zu Beginn der Sitzung erschienen waren und dann Fragen stellten, die bereits vor ihrem Eintreffen öffentlich erörtert waren. Dr. Holger Schütte sprach unter anderem von einem „Skandal“, dass Rollstuhlfahrer im jetzigen Rathaus nur eingeschränkten Zugang haben und mahnte bessere Arbeitsbedingungen für das Verwaltungspersonal an. Er richtete einen leidenschaftlichen Appell an seine Ratskollegen, den Neubau als Chance zu sehen.

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