Digitale Thermal- und Luftbilder zu Testzwecken aufgenommen

Hubschraubereinsatz über dem Katzenberg

Die vierköpfige Hubschrauber-Besatzung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe beflog die Region, um geografische Messdaten aufzunehmen. Zur Crew gehört auch Carsten Plath aus Hönze (2.v.l.). Foto: Neumann

HÖNZE / EITZUM Eine vierköpfige Crew der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat kürzlich mit ihrem Hubschrauber den West-Hang des Katzenberges in der Nähe von Hönze und Eitzum beflogen und zu Testzwecken digitale Thermal- und Luftbilder aufgenommen. Der Hang ist durch geringe Bodenbewegungen gekennzeichnet.

Zur Hubschrauberbesatzung gehört auch Carsten Plath aus Hönze als Co-Pilot. Seine Aufgabe ist es, den Hubschrauber instandzuhalten. Dazu ist eine Prüferlizenz der Klasse 1 für Luftfahrzeuge nötig. Plath ist mit dem Hubschrauber weltweit im Einsatz, was aber eher selten vorkommt. Weitere Aufgaben des Hönzers sind die Organisation von Flug-Einsätzen auch mit den anderen Systemen. Dazu gehört die Logistik des Personals, den Piloteneinsatz zu koordinieren, Fahrzeuge und die Planung direkt vor Ort sowie in der ganzen Welt und auch nur die Reservierung der Hotelzimmer.

Ein sehr erfolgreicher Einsatz war die Befliegung der Elbdeiche während des Hochwassers in diesem Jahr. „Da haben wir mit diesem System Durchfeuchtungen an Deichen aufgezeichnet. Dies hilft uns beim nächsten Hochwasser möglicherweise Schwachstellen in Deichen schneller zu identifizieren und dadurch die Einsatzkräfte zu unterstützen“, war von Plath zu erfahren. „2007 waren wir zum Beispiel nach dem Tsunami in Indonesien im Einsatz, wo nach Grundwasser gesucht wurde oder auch die Infrastruktur vor dem Tsunami dargestellt werden sollte. Dies wurde mit dem System Elektromagnetik durchgeführt. Also einem anderen System wie beim Einsatz am Katzenberg“, ergänzt der Hönzer fort und erklärt die Hubschrauber-Daten des amerikanischen Herstellers Sikorsky, Typ S-76B, mit einem maximalen Abfluggewicht von 5,3 Tonnen und einem Verbrauch von 300 bis 400 Litern Jet A1 bei einer maximalen Messflugzeit von 2,5 bis drei Stunden.

Naturkatastrophen enden meistens mit einem Inferno. Oft wird die Gefahr jedoch noch nicht schnell genug erkannt, um Menschenleben zu retten oder große Schäden zu vermeiden. Aus diesem Grund untersuchen Geowissenschaftler die Ursachen und Abläufe von Naturkatastrophen. Mithilfe dieses Wissens entwickeln sie Vorgehensweisen, die das Eintreten einer Katastrophe verhindern oder zumindest deren Schäden minimieren. Es gibt aber auch Naturkatastrophen, die nicht verhindert werden können, wie Erdbeben. In diesem Falle versuchen Geowissenschaftler vorherzusagen, welche Regionen besonders gefährdet sind und wie wahrscheinlich das Auftreten eines Schadensereignisses ist.

Beratungseinrichtung

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und fungiert als zentrale geowissenschaftliche Beratungseinrichtung der Bundesregierung. Ihr Hauptsitz befindet sich in Hannover, darüber hinaus gibt es eine Außenstelle (Dienstbereich) in Berlin. Anfang 2013 beschäftigte die Behörde insgesamt 795 Mitarbeiter. bn

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