Viele Projekte sind in Planung

Buchverkäufe gehen zurück

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Martin und Sabine Hartmann haben derzeit viele Projekte beim Hottenstein Buchverlag laufen. Aufgrund der aktuellen Maßnahmen kann jedoch nicht mit Lesungen für die neuen Bücher Werbung gemacht werden.

Sibbesse – In Bücher steckt man in der Regel seine Nase allein. In Zeiten akuter Ansteckungsgefahr und eingeschränkter Bewegungsfreiheit sind sie gerade jetzt ein guter Zeitvertreib. Problematisch ist jedoch, dass Buchhandlungen geschlossen sind und keine Lesungen und Buchvorstellungen stattfinden. 

Das bekommt auch der Hottenstein-Verlag zu spüren, dessen Projekte aktuell nicht wie geplant stattfinden können. Vor acht Jahren haben Sabine und Martin Hartmann den Hottenstein-Buchverlag übernommen und seitdem rund 40 Bücher herausgegeben. So umfasst das Repertoire heute insgesamt über 60 Werke. Der kleine Verlag ist vor allem darauf spezialisiert, Werke zu publizieren, die für große Verlage uninteressant sind oder sich an eine bestimmte kleinere Zielgruppe richten. Dabei konzentriert sich der Verlag auf vier verschiedene Bereiche: Die Heimatgeschichten und Lebenserinnerungen aus der Region, Schreibratgeber, Kinderbücher und „Bücher, die Freude machen“. Hierunter fallen vor allem Krimis, Fantasy- oder Science-Fiction-Romane. „Wir arbeiten hauptsächlich mit Autoren aus der Region zusammen. Es ist uns wichtig, persönlich mit ihnen sprechen zu können“, erklärt Martin Hartmann. In Absprache mit den Autoren werden sämtliche Arbeiten von der Manuskriptvorlage bis zur Druckreife vom Hottenstein-Buchverlag durchgeführt. Dazu gehören unter anderem Korrektorat, Lektorat und Satz, die Vergabe einer ISBN-Nummer und die Eintragung ins Verzeichnis lieferbarer Bücher. „Anfangs hatten wir noch gar keine Ahnung von der Verlagsarbeit. Man hat an einige Aspekte gar nicht gedacht. Aber jetzt haben wir viele Erfahrungen gesammelt“, so Martin Hartmann. Zuletzt hat der Verlag vor der Corona-Krise noch den Kinderkrimi „Die echt wahre Geschichte vom Hildesheimer Huckup“ von Paul Maloney herausgebracht. Der handelt von Ronny und seinen Freunden, die in Hildesheim nur noch den leeren Sockel des Denkmals vorfinden. Während die Polizei im Dunkeln tappt, beschließen die Freunde, den Diebstahl selbst aufzudecken. Im Hildesheimer Wald finden sie überraschend Hilfe in der Gestalt des echten Huckups, der ihnen bei der Aufklärung des Falls hilft. „Wir haben erst drei Exemplare verkauft. Aufgrund der Corona-Krise kann keine Premierenlesung stattfinden und auch die Buchhandlungen können den Krimi nicht vertreiben. Das ist ein großer Nachteil. Denn das Buch hat großes Potenzial“, erklärt Sabine Hartmann. Die spannende Geschichte über den Huckup verbindet die alte Sage mit dem modernen Leben in der Stadt und spricht damit nicht nur Kinder an, sondern auch Erwachsene werden ihren Spaß beim Lesen haben. Da im Schnitt jeder Dritte bei einer Lesung ein Buch kauft, fehlen diese Einnahmen natürlich aktuell. In Arbeit sind aktuell unter anderem auch der Roman „Falkenblut“ von Petra Hartmann und ein Kinderkrimi mit Schwarz-Weiß-Illustrationen von Kristin König-Salbreiter. Junge Leser können sich auch auf den zweiten Teil von Hauself Carlito freuen. Doch die Corona-Krise macht sich aktuell auch beim Hottenstein-Buchverlag bemerkbar. Zwar haben die Menschen mehr Zeit zum Lesen, doch da die Buchhandlungen geschlossen sind, werden deutlich weniger Bücher gekauft. Ein paar Exemplare werden gerade jetzt vor Ostern über die Homepage www.hottenstein.de bestellt, über die alle Bücher des Verlags erhältlich sind. So kann sich noch fleißig mit Lesestoff eingedeckt werden.

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