Mehrzweckhalle in Hönze trägt nun den Namen des verdienten Ehrenbürgers

„Hellmut-Schneider-Mehrzweckhalle“

Hellmut Schneider (†).

HÖNZE  Als Hellmut Schneider im Jahr 1948 Bürgermeister von Hönze wurde, war er 25 Jahre alt und erst kurz zuvor als Heimatvertriebener hier angekommen. Die außergewöhnlichen Umstände der Nachkriegszeit hatten einen Werdegang eingeleitet, der über Jahrzehnte zu manch höherer Aufgabe führen sollte. Von den Polen aus seiner schlesischen Heimat ausgewiesen, folgte für Schneider und seine Familie eine mehrtägige Reise in Viehwaggons, die in Alfeld endete. Geistesgegenwärtig nahm er das Angebot an, in Hönze eine neue Bleibe zu finden. Der Ort hatte damals Eisenbahnanschluss und entsprechende Möglichkeiten, Kontakte zu knüpfen. Dem rührigen jungen Mann, der sich mit dem Gemischtwarenhandel im Dorf eine neue Existenz aufbaute, wurde auch das Amt des Gemeindedirektors übertragen. Hauptsorge dieser Zeit war die Wohnraumbeschaffung.

Hellmut Schneider arbeitete im Bund der Vertriebenen mit, wurde dort Vorsitzender des Kreisverbands Alfeld und Mitglied des Landesvorstands. Folgerichtig fand er seine politische Heimat im Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE), war 18 Jahre stellvertretender Landrat im Kreis Alfeld und von 1959 bis 1963 Landtagsabgeordneter.

Nach dem Verschwinden des BHE aus der politischen Landschaft schloss er sich der CDU an und zog im Jahr 1990 nochmals ins Parlament in Hannover ein. Neben anderen Auszeichnungen wurde ihm 1988 das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Sibbesse verliehen. Zum Vermächtnis des 2010 Verstorbenen gehört, dass die nachfolgenden Generationen seiner Familie sich ebenfalls im örtlichen politischen Leben engagieren. bs

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare