Feuerwehr Eberholzen bekommt neues Domizil / „Das Haus ist für die Dorfgemeinschaft wichtig“

Helfende Hände werden benötigt

Ein Dankeschön für die einsatzfreudigsten Blauröcke: Sebastian Dammeyer überreicht Präsente an Mareike Hunze, Michael Adam und Annika Hunze (v.l.) Foto: Schirdewahn

EBERHOLZEN J Zielstrebig und bei guter Stimmung wickelte die Freiwillige Feuerwehr Eberholzen ihre Jahreshauptversammlung ab. Ortsbrandmeister Markus Temme erwähnte zwar noch den „holprigen Start“ – kurz nach der Hauptversammlung 2013 waren Funktionsträger zurückgetreten, so dass deren Ämter bei einer außerordentlichen Zusammenkunft neu besetzt werden mussten.

Die Berichte des Ortsbrandmeisters und von Gruppenführer Sebastian Dammeyer wie auch die lobenden Worte der Gäste zeugten dann aber von einem reibungslosen Dienstbetrieb. Die 25 Aktiven absolvierten 44 Dienste mit insgesamt 1026 Stunden. Ausrücken mussten sie zu einem Wohnungsbrand und vier Ölspuren – letztere zählen neuerdings nur noch innerorts zu den Aufgaben der Feuerwehr.

Dazu kam ein vielseitiges Ausbildungsprogramm, dessen Themen von Hochwasserschutz und Deichverteidigung über den Umgang mit Photovoltaikanlagen bis zur Tierrettung und zum Mähdrescherbrand auf freiem Feld reichten. Dabei wurden auch die genaue Ortskenntnis gefestigt. Besonderen Eindruck hinterließ eine zweitägige Übung mit dem gesamten Zug Sibbesse in Bennigsen. Daneben übernahm die Wehr die Verkehrssicherung für örtliche Vereine. Zur Pflege des Zusammenhalts ging es unter anderem zu einem Kameradschaftsabend auf die Go-Kart-Bahn nach Hildesheim. Für die eifrigsten Wehrleute hatte der Gruppenführer eine Überraschung bereit: Von den 21 „Pflichtstunden“ (ohne überörtliche Dienste) hatte Michael Adam keine einzige versäumt, gefolgt von Mareike Hunze und Annika Hunze. Alle drei konnten sich über ein Präsent freuen.

Die Gemeinde Eberholzen hat das Grundstück erworben, auf dem ein neues Feuerwehrhaus mit Dorfgemeinschaftsraum entstehen soll. Bürgermeister Rudolf Brandes gab seiner Hoffnung auf zahlreiche tatkräftige Helfer Ausdruck. Als Feuerwehrkamerad berichtet er aus der Tätigkeit der gegenwärtig acht Atemschutzträger und des Gefahrgutzuges. Während Sicherheitsbeauftragter Rolf Brandt sich mit einem unfallfreien Dienstjahr zufrieden zeigte, berichtete Gerätewart Lars Gardein von einigen Problemen mit dem mittlerweile 17 Jahre alten Einsatzfahrzeug. Auch für die aus dem Jahr 1992 stammende Pumpe sollte an Ersatz gedacht werden.

Die gemeinsam mit der Nachbarwehr Hönze betriebene Jugendabteilung wird von Mareike Hunze, Tanja Voges und Thomas Rehse betreut. Die elf Nachwuchskräfte sammelten Tannenbäume ein, beteiligten sich am Tag des Umweltschutzes und an Wettkämpfen.

Andre Ceglarek, Vorsitzender des Ordnungsausschusses bei der Samtgemeinde Sibbesse, hob hervor, dass trotz knapper Mittel der Neubau in Angriff genommen, dafür aber auch erhebliche Eigenleistung erwartet wird. Brandabschnittsleiter Detlef Witte sprach von einem „hervorragenden Ausbildungsstand“ der Eberholzer Wehr und berichtete vom Geschehen auf Kreisebene, darunter personelle Veränderungen, der neue Atemschutzverbund und der Entwicklung hin zum Digitalfunk.

Ortsbrandmeister Markus Temme nutzte die Jahreshauptversammlung in der Gaststätte Rössig, um den Neubau des Feuerwehrhauses vorzustellen. Dazu wurde eine Planungsgruppe aus Vertretern der Gemeinde Eberholzen und der Feuerwehr gebildet, den Entwurf fertigte das Architektenbüro Ganz. Kernstück sind die Fahrzeughalle mit 65 Quadratmetern und der Dorfgemeinschaftsraum mit 70 Quadratmetern. Gebäudemaße und Raumanordnung müssen an den Grundstückszuschnitt angepasst werden, zur bestmöglichen Ausnutzung ist die Breite ausreichend zu bemessen. Vorgegeben sind die Grenzabstände allgemein und insbesondere ein Abstand von 20 Metern zur Straße. Eine besondere Herausforderung war es, zur Schmutzwasserentsorgung ausreichendes Gefälle herzustellen. Für einen später möglichen Ausbau des Obergeschosses muss ein Fluchttreppe vorhanden sein. „Das Haus ist für die Dorfgemeinschaft wichtig, die Arbeit können aber nicht nur die Aktiven bewältigen. Jede helfende Hand wird gebraucht“, so der Appell des Wehrführers an alle Einwohner. bs

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