Samtgemeinderat fasst Grundsatzbeschluss / Verlegung des Verwaltungssitzes / Dirk Bettels ist Projektentwickler

Grünes Licht für Sibbesses neue Mitte

Mehrere Gebäude sollen zugunsten der neuen Sibbesser Ortsmitte abgerissen werden, die eine Fläche von rund 10 000 Quadratmetern umfasst: Weichen sollen unter anderem der frühere „Lindenhof“ und das angrenzende weiße Haus (rechts). Foto: Greber

SIBBESSE Die Zeichen für Sibbesses neue Ortsmitte stehen gut: Zwar befinden sich die Planungen noch in der Anfangsphase, doch „wenn der Bebauungsplan bis September steht, geht es Schlag auf Schlag“, sagt Projektentwickler Dirk Bettels, Gesellschafter und Geschäftsführer der Immobiliengesellschaft Hildesheim, auf LDZ-Nachfrage.

Der Sibbesser Samtgemeinderat gab am Donnerstag sein einmütiges Votum für das Großprojekt und fasste damit einen Grundsatzbeschluss – insbesondere für die Verlegung des Verwaltungssitzes. Doch bis dahin muss noch eine Menge unter Dach und Fach gebracht werden.

Läuft es so wie geplant, dann soll zusammen mit einem Hildesheimer Investor in der neuen Ortsmitte ein Dienstleistungs-, Informations- und Kommunikationszentrum entstehen, wo auf einer Fläche von rund 10 000 Quadratmetern unter anderem ein Edeka-Markt, eine Postannahmestelle, die neue Polizeistation, die Filiale der Volksbank Hildesheimer Börde und auch das Rathaus zu finden sind.

Dirk Bettels hat seinen Angaben zufolge die Grundstücke gesichert. Noch in diesem Jahr soll der Abriss einzelner Gebäude erfolgen, unter anderem des früheren „Lindenhofs“, der sich baulich in einem desolaten Zustand befindet. „Im März 2015 könnte der erste Spatenstich erfolgen und im Oktober die Übergabe der Ortsmitte“, sagt Dirk Bettels, der bereits mehrere solcher Projekte – unter anderem in Nordstemmen, Sarstedt und Algermissen – realisiert hat. Finanziell unterstützt wird das Projekt durch europäische Fördermittel. In diesem Zusammenhang lobt Dirk Bettels die Zusammenarbeit mit der Samtgemeindeverwaltung und dem Landkreis Hildesheim, hier insbesondere den zuständigen Fachdezernenten Helfried Basse.

„In der neuen Ortsmitte soll es nicht nur Einkaufsmöglichkeiten, sondern auch Dienstleistungen geben“, sagte Samtgemeindebürgermeister Hubertus Schneider während der Sitzung des Samtgemeinderats. Dazu gehöre auch ein zeitgemäßer Verwaltungssitz. Das bisherige Rathaus ist in die Jahre gekommen und müsste aufwändig und kostspielig saniert werden. „Gerade vor dem Hintergrund der Umwandlung unserer Samtgemeinde in eine Einheitsgemeinde sowie die Fortentwicklung des Fusionsgedankens ist es wichtig, den Verwaltungssitz in Sibbesse zu halten“, heißt es in der von Hubertus Schneider verfassten Ratsvorlage. Hubertus Schneider betonte, dass der Verwaltungssitz in Sibbesse nicht aufgegeben wird, auch nicht, wenn es zu einer Kommunalfusion kommt. „Teile der Verwaltung, wie einzelne Fachbereiche, können nach Sibbesse ausgegliedert werden.“

Nachnutzung

Nach wie vor halte Schneider für das „historisch alte Gebäude“ (das bisherige Rathaus) daran fest, ein Museum beziehungsweise eine Heimatstube einzurichten. Außerdem könnte eine integrative Kindergartengruppe eingerichtet werden. Eine solche Gruppe benötigt neben weiteren Fachkräften in der Betreuung viel Platz, um jeder Möglichkeit der Integration von Kindern mit Behinderung gerecht zu werden. Der Flachbau des derzeitigen Verwaltungsgebäudes würde sich nach einigen Umbauten dafür besonders eignen. Die Nähe zum Kindergarten „Hoppetosse“ und zur Krippe „Takatukaland“ wären bei der Umsetzung der Integration besonders förderlich. Auch diese Umbauarbeiten würden zumindest vom Landkreis finanziell gefördert.

Der Samtgemeinderat beschloss, dass der Verwaltungssitz der Samtgemeinde Sibbesse vom „Friedrich-Lücke-Platz 1“ in die neue „Ortsmitte Sibbesse“ verlegt wird, und dass der Samtgemeindebürgermeister mit dem Investor einen Mietvertrag aushandelt. Die Büroflächen sollen eine maximale Fläche von 480 Quadratmetern haben – und der Mietvertrag soll auf 15 Jahre geschlossen werden.

In der Einwohnerfragestunde erläuterte Hubertus Schneider, dass auch ein gemeinsames Wärmekonzept geplant sei. Gespräche mit dem Überlandwerk hätten bereits wegen eines Konzepts auf Gasbasis stattgefunden. „Die Wärme könnte aber auch von der örtlichen Biosgasanlage geliefert werden“, antwortete Schneider auf die Frage eines Bürgers.

Im April soll der konkrete Planungsstand der neuen Ortsmitte von Dirk Bettels und Samtgemeindebürgermeister Hubertus Schneider vorgestellt werden.

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