Fliesentableau ist wieder in Wrisbergholzen zu bestaunen

Glanzstück der Ausstellung

Jens Beck erläutert den Gästen die Jagdszene, die auf dem Tableau abgebildet ist. Fotos: Kolbe-Bode

WRISBERGHOLZEN  Die letzten Pinselstriche waren in der frisch sanierten Orangerie beinahe noch nicht getrocknet, als die ersten Gäste zur 30. Geburtstagsfeier des Vereins zur Erhaltung von Baudenkmälern in Wrisbergholzen eintrafen. Mit der Feier wurde das Gebäude aus der Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals auf die Probe gestellt. Es soll künftig für Veranstaltungen genutzt werden (die LDZ berichtete).

Im Rahmen des Festes präsentierte der Verein ein Fliesentableau das um 1750 in der Wrisbergholzer Fayence-Manufaktur hergestellt wurde. Nach einer langen und abenteuerlichen Reise ist es nun wieder „nach Hause“ gekommen. Vereinsvorsitzender Jens Beck erklärte, dass es dem Verein gelungen ist, das Tableau zu einem guten Preis vom Flensburger Stadtmuseum zu erwerben.

Als Fachkundiger erläuterte Professor Johannes Köhler die Geschichte des Tableaus, das eine typische Jagdszene der damaligen Zeit zeigt. Das 2,80 Meter hohe und 1,20 Meter breite Tableau in zartem Blau, wurde im Schloss Ruthe bei Sarstedt verbaut. Durch einen Brand wurde das Schloss am 14. Mai 1891 allerdings völlig ruiniert und nicht wieder aufgebaut. Nur wenige Gegenstände konnten aus dem Schutt des Schlosses geborgen werden. Albrecht Haupt, Architekt und Vorstand des Kunstgewerbevereins Hannover sorgte im Jahr 1893 dafür, dass ein Großteil der erhaltenen Objekte zur ersten Aufbewahrung in das Leibnitzhaus nach Hannover kamen. Das Fliesentableau mit dem Titel „Bestetten des Hirsches“ ging im Jahr 1903 in den Besitz des städtischen Museums nach Flensburg über. Erst im Laufe der Jahre wurde dort ermittelt, dass es sich um Fliesen aus Wrisbergholzen handelt. Zuvor dachte man, dass es das Werk eines Holländischen Künstlers sei.

Das Tableau wies Schäden an einzelnen Fliesen auf. Der Reparatur nahmen sich Studenten der HAWK in Hildesheim an. Ohne zu wissen um welche Stellen es sich handelt, ist für die Betrachter jetzt nicht mehr zu erkennen, wo die Reparaturstellen sind. Nun ist das historische Tableau das Glanzstück der Ausstellung im Museum der Manufaktur.

Während des offiziellen Teils hielt Jens Beck einen Rückblick auf die arbeitsreiche, engagierte und erfolgreiche Vereinsgeschichte. Im Laufe der Jahre wurde das Gebäude der Manufaktur restauriert und zu einem Museum umgewandelt, der Schlosspark kultiviert und die Orangerie ebenfalls restauriert. Sie soll künftig für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden.

Beck erklärte, dass das ganze Vorhaben nicht ohne die tatkräftigen Mitglieder und großzügige Förderer möglich gewesen wäre. Einer der Förderer ist die Klosterkammer Hannover, dessen Präsident Hans-Christian Biallas zu Gast war. Großen Applaus erntete Biallas für seine spontane Zusage, weitere 20 000 Euro für den dritten Bauabschnitt zu bewilligen. Einen weiteren Geldsegen kündigte Landrat Reiner Wegner an. So wollen der Landkreis Hildesheim und die Samtgemeinde Sibbesse dem Verein jeweils 5 000 Euro zur Verfügung stellen. Wegner versprach, es im Gremium entsprechend vorzustellen. „Hier ist noch sehr viel Sinnvolles zu erledigen“, sagte Wegner abschließend. Dem stimmte auch Samtgemeindebürgermeister Hubertus Schneider zu und brachte in seinen Grußworten zum Ausdruck, das die Gemeinde stolz sei, eine solche Kulturstätte zu haben. Weitere Glückwünsche überbrachten Herbert Zimmermann als Bürgermeister von Westfeld, sowie Vertreter des DRK-Ortsvereins und des Kulturvereins. Die weitere Geburtstagsfeier fand in der Orangerie mit Kaffee und Kuchen sowie leichter Salonmusik vom Francaix-Ensemble statt.

Am kommenden Sonntag finden zum „Tag des offenen Denkmals“ in der Zeit von 11 bis 17 Uhr stündliche Führungen in der Fayence-Manufaktur, Unterdorf 9 in Wrisbergholzen statt. Der Eintritt ist kostenfrei.

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