Erinnerungen an Brand im Oktober in Sellenstedt / Ulrich Schünemann dankt allen beteiligten Feuerwehren

Geringer aber effektiver Wassereinsatz

Die Arbeit geht wieder von vorne los, diesmal wird es aber aufwändiger: Ulrich Schünemann vor der Wand, in der sich der Schwelbrand entwickelte. Foto: Greber

SELLENSTEDT  Dass sich Bürgermeister für das Engagement der Feuerwehrleute bedanken, ist nichts Ungewöhnliches. Doch wenn Adenstedts Bürgermeister Ulrich Schünemann in diesem Jahr seinen Dank ausspricht, dann hat das einen besonderen Charakter – denn vor etwa zwei Monaten brannte es in seinem Haus an der Hermann-Otto-Straße in Sellenstedt und die Brandbekämpfer verhinderten durch ihren besonnenen Einsatz Schlimmeres.

Etwa ein Jahr lang renovierte Schünemann sein Elternhaus von Grund auf und investierte viel Zeit und Geld: Fenster, Türen, Elektrik, Fliesen, Fußböden... – alles neu. Gerade als er im Oktober das Fachwerkhaus bezogen hatte, der Schock. „Als ich die Wohnungstür aufschloss, hörte ich merkwürdige Geräusche – als ob tausende Mäuse durch die Decken krabbeln würden“, berichtet der 46-Jährige. Am neuen Kaminofen im Wohnzimmer waren die Geräusche besonders laut zu hören. Den hatte Schünemann an diesem kühlen Oktobertag zum ersten Mal in Betrieb genommen.

Sofort dachte er an einen Schornsteinbrand und setzte den Notruf ab. Wenig später waren auch die ersten Feuerwehren vor Ort. „Die Kameraden dachten erst, dass es sich um eine Übung handeln würde. Doch schnell wurde der Ernst der Lage klar“, so Schünemann, der selbst aktives Mitglied der Sellenstedter Wehr ist. Denn zwischenzeitlich quoll Qualm aus Lampen und Steckdosen.

Da zunächst nicht genügend Atemschutzgeräteträger vor Ort waren, setzte die Einsatzleitstelle in Hildesheim ein Großaufgebot in Marsch. So waren letztlich die Brandbekämpfer aus Sellenstedt, Adenstedt, Grafelde, Wrisbergholzen, Sibbesse, Almstedt, Petze, Segeste, Westfeld ebenso vor Ort wie die Besatzungen des Drehleiterwagens und Tanklöschfahrzeugs aus Bad Salzdetfurth.

Dosiert wurde das Löschwasser auf die Balken aufgebracht, so dass es den Schwelbrand in der Zwischendecke löschte. „Der Wassereinsatz war gering, aber äußerst effektiv“, lobt Schünemann und fügt hinzu: „Wäre aus allen Rohren Wasser gekommen, hätte ich das Haus abreißen können.“

Bewohnbar ist das Fachwerkhaus – das etwa 1880 von seinen Vorfahren errichtet wurde – seitdem aber noch nicht. Noch immer schlägt dem Besucher beim Betreten des Wohnzimmers der Geruch von verbranntem Holz entgegen. Da auch sämtliche Möbel im Untergeschoss stark verrußt waren, mussten sie entsorgt werden. Doch die ersten Sanierungsarbeiten sind bereits fertiggestellt. „Ich hoffe, dass ich in ein paar Monaten wieder einziehen kann“, sagt der 46-jährige Bäcker, der vorerst bei seinem Bruder im Nachbarhaus untergekommen ist.

Die Untersuchungen der Brandursachenermittler der Polizei ergaben, dass Schünemann den Kaminofen ordnungsgemäß installiert hat. Doch selbst das ist in einem Fachwerkhaus keine Feuerschutz-Garantie. Nun wurde in den Schornstein ein Metallrohr gezogen, sodass der heiße Rauch weder Lehm noch Stroh mehr entfachen kann.

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