Gemeinderat Sibbesse fasst noch einige Beschlüsse

„Warum sollte Sibbesse leer ausgehen?“

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40 Jahre Zugehörigkeit im Sibbesser Gemeinderat: Marco Trips (links) und Andreas Amft (rechts) gratulieren Oswald Jakobi (Mitte).

Sibbesse – Was für eine große Bedeutung dem Bau eines neuen Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshauses in Sibbesse zukommt, zeigten die zahlreichen Zuhörer der 13. Gemeinderatssitzung. Vor allem Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr waren in großer Zahl vertreten.

Aber auch andere Einwohner zeigten Interesse an den Beschlüssen des Gemeinderates. Bereits in seiner Sitzung am 4. Dezember 2017 hatte der Gemeinderat den Beschluss gefasst, ein neues Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshaus in der Ortschaft Sibbesse zu errichten. Die Kosten der Baumaßnahme wurden zu diesem Zeitpunkt mit 1 350 000 Euro veranschlagt und die von der Gemeinde Sibbesse maximal zu finanzierenden Kosten auf 650 000 Euro begrenzt. Der bei der Finanzierung ursprünglich fest eingeplante Zuschuss für den Bereich des Dorfgemeinschaftshauses aus der „ZILE-Förderung“ von 300 000 Euro ist jedoch nicht geflossen, da die bereitgestellten Fördermittel bei weitem nicht ausreichen, um sämtliche Anträge zu berücksichtigen. „Der Topf ist überzeichnet und unser Antrag wurde abgelehnt. Wir haben ihn neu gestellt und hoffen, dass wir Anfang des neuen Jahres eine Entscheidung erhalten. Aktuell wird das Programm jedoch auch eingestampft, es wird also keine Möglichkeit geben, den Antrag dann noch einmal zu stellen“, erklärte Bürgermeister Andreas Amft. Unabhängig von der Entscheidung will der Gemeinderat aber schon jetzt die Finanzierung im Falle eines ablehnenden Bescheids sicherstellen, damit die Baumaßnahme unverzüglich nach entsprechender Bescheid-Erteilung begonnen werden kann. Da die Preise im Bausektor mittlerweile angestiegen sind, hat der beauftragte Architekt auch die Kosten der Maßnahme angepasst. Darüber hinaus wurden auch gemeinsamen mit den Vertretern der Ortsfeuerwehr Sibbesse die Eigenleistungen bei einem möglichen Wegfall der Förderung überarbeitet. So würden sich bei einem Wegfall der Fördermittel, Kosten von insgesamt 948 000 Euro für die Gemeinde Sibbesse ergeben. „Sibbesse hat den Nachteil, dass sie die letzte Ortschaft ist, die ein Dorfgemeinschaftshaus bekommen soll. Ich hoffe, dass der Beschluss heute positiv für die Feuerwehr und die Dorfgemeinschaft ausfällt“, so Amft. Auch André Ceglarek als Ortsbürgermeister pflichtete ihm bei, machte jedoch auch deutlich, dass die Gemeinde das Geld nicht hat und Kredite aufnehmen müsste. Maßnahmen um die Kosten zu senken, wären weiterhin nicht nachhaltig und zukunftsträchtig. „Alle anderen Feuerwehren haben etwas bekommen. Warum sollte dann die Feuerwehr Sibbesse leer ausgehen? Wir sollten uns allerdings auch verdeutlichen, dass der Ort Sibbesse dadurch einen Ort zum Feiern zu bekommen. Es wäre schön, wenn dann nicht nur die Feuerwehr, sondern die ganze Bevölkerung zum Gemeinschaftswohl beiträgt“, so Dirk Sattler von den Unabhängigen. Mit einer Gegenstimme stimmten die Ratsmitglieder dem Beschluss zu, die zu finanzierenden Kosten nun auf 948 000 Euro zu begrenzen, sofern keine Fördermittel fließen. Dabei verdeutlichte Amft jedoch, dass man in erster Linie von einer Bewilligung der Mittel ausgeht. Als Ortsbrandmeister bedankte sich Marcel Kloidt beim Rat und sicherte zu, dass die Feuerwehr ihren Beitrag leisten und auch das Dorf dazu animieren wird. Große Ehre kam Oswald Jakobi zu. Der Vorsitzende des Gemeinderates wurde für seine 40-jährige Ratszugehörigkeit ausgezeichnet. Marco Trips, der Präsident des Städte- und Gemeindebundes, weiß, dass man als Lokalpolitiker nur selten Lob hört. Doch vor allem, setzt man sich im Rat ein, um sich als Teil des Ganzen auch für das Ganze einzusetzen. „Ich hatte schon immer das Bedürfnis, mich politisch für meine Heimatgemeinde Adenstedt und darüber hinaus einzusetzen“, so Oswald Jakobi. Auch von Andreas Amft und André Ceglarek erhielt Jakobi großen Dank für die gute Zusammenarbeit. Amft betonte dabei vor allem, dass Jakobi alle Sachverhalte stets hinterfragte und sich immer eingehend damit befasste. „Die Gemeinde Sibbesse steht heute auch da wo sie steht, weil du so positiv mitgewirkt hast. Du bist ein wahrer Vorzeigepolitiker“, lobte Amft. Im weiteren Verlauf der Sitzung hatten die Ratsmitglieder eine große Anzahl von Beschlüssen zu fassen. Darunter auch den Erlass der Satzung über die Erhebung von Gebühren für Dienst- und Sachleistungen der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Sibbesse zu den unentgeltlich zu erfüllenden Pflichtaufgaben. Weiter wurde dem Beschluss zugestimmt, die Abwassergebühr für die Schmutzwasserentsorgung zum 1. Januar 2020 um 45 Cent erhöht werden, nachdem sie 2018 um 66 Cent gesenkt wurde. Die SPD-Fraktion hatte einen Antrag an den Rat gestellt, eine Resolution gegen die Schließung der Sparkassenfiliale in Sibbesse zu verfassen. „Aus unserer Sicht hat die Sparkasse als öffentlich rechtliches Institut mit den Landkreisen als Gewährträger über Jahrzehnte auch immer eine soziale Verantwortung für unsere Gemeinde und unsere Region wahrgenommen. Die Schließung der letzten Geschäftsstelle in unserer Gemeinde ist für eine Großzahl älterer und nicht mobiler Börger aus rein wirtschaftlichen Gewinn-Maximierungs-Gründen so nicht hinnehmbar“, erklärte Ellen Osterode-Meyer im Namen der SPD-Fraktion. Dem Beschluss zur Resolution stimmten auch die anderen Ratsmitglieder zu.

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