Frische Milch von der Milchtankstelle

Automat in Westfeld wird gut angenommen

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Julius (links) und Gustav Ahrens sind positiv überrascht über die Nachfrage des Milchautomaten.

Westfeld – Vor allem Toilettenpapier, Mehl und Nudeln sind in diesen Zeiten in den Supermärkten oft ausverkauft. Auch bei der Suche nach Milch steht man nun häufig vor leeren Regalen. In Westfeld kann man sich die gewünschte Menge Milch jetzt kontaktlos an der Milchtankstelle zapfen.

Seit Sonntag ist der Milchautomat auf dem Hof der Familie Ahrens in Westfeld geöffnet. „Ich habe diese Auto- maten schon an anderen Orten gesehen und für uns ist es nun eine Möglichkeit ein weiteres Standbein aufzubauen“, erklärt Gustav Ahrens. Aktuell verfügt die Familie über 50 Milchkühe und 25 Jungrinder zur Nachzucht. Zur Fütterung der Tiere wird eigens erzeugte Silage (Mais, Gras und Pressschnitzel) eingesetzt. „Das ist Grundfutter, worauf sich die Futterration aufbaut. Außerdem geben wir noch Kraft- und Mineralfutter dazu. Wir setzen gentechnikfreies Sojaschrot gemischt mit Rapsschrot ein“, erklärt Julius Ahrens. Schon oft gab es Nachfragen, ob Milch direkt auf dem Hof verkauft wird. Doch da die Landwirte nicht den ganzen Tag auf dem Hof sind, war es früher nur zur Melkzeit von 17 bis 19 Uhr möglich, Milch zu erwerben. „Der Milchautomat ist nun 24 Stunden erreichbar und wird täglich frisch befüllt und gereinigt. Es ist eine tolle Chance, den Menschen ganz kontaktlos unsere Milch aus gentechnikfreier Fütterung anzubieten“, so Julius Ahrens. Ausgestattet ist der Milchautomat mit einem Kühltank und einem Rührwerk. So hat die Milch dieselbe Qualität wie auch in der Milchkammer. Ebenso umfasst er ein Zählwerk für Münzen. Ganz individuell kann die gewünschte Menge gezapft werden. Es können sowohl eigene Gefäße mitgebracht als auch Ein-Liter-Flaschen erworben werden. Diese können mehrfach verwendet werden. „Theoretisch kann auch einfach eine Kaffeetasse darunter gehalten werden“, lacht Julius Ahrens. Der Milchpreis hat sich trotz der aktuell hohen Nachfrage im Handel nicht erhöht. Derzeit erhalten Landwirte im Schnitt 33 Cent für den Liter Milch. Durch Selbstvermarktung mit einem Milchautomaten könnten sie den ein oder anderen Euro mehr erzielen. Natürlich müssen dabei auch die Anschaffungskosten für den Automaten mitbedacht werden. Für einen fairen Preis von einem Euro kann in Westfeld schon ein Liter Milch gezapft werden. „Wir sind positiv überrascht, wie gut der Automat schon in den ersten Tagen ankommt. Über den ganzen Tag verteilt kommen immer wieder Leute zu uns auf den Hof. Viele bringen schon ihre eigenen Gefäße mit“, freut sich Gustav Ahrens. Werbung haben die Landwirte durch Plakate und Beschilderungen sowohl im Ort direkt als auch an der Landstraße gemacht. So weisen Schilder aus den Richtungen Sibbesse und Alfeld direkt auf die „Milchtankstelle“ hin. Weiterhin hat sich der neue Milchautomat auch auf Facebook wie ein Lauffeuer verbreitet. Sodass aktuell täglich rund 20 bis 30 Liter Milch gezapft werden. Da es sich um Rohmilch handelt, muss diese direkt auf der Betriebsstätte verkauft werden, wo auch die Kühe stehen. Das ist durch den Milchautomaten möglich. „Diese Milch gibt es wirklich nur bei uns auf dem Hof. Milch ist ein ganz empfindliches Lebensmittel. Wenn die Kühlkette unterbrochen ist, können sich Keime bilden. Daher muss sie von den Kunden zuhause vor dem Verzehr abgekocht werden“, erklärt Gustav Ahrens. Gekühlt ist die Milch zwei Tage haltbar, abgekocht etwas länger. Das Besondere an der Rohmilch ist ihr Geschmack, der sich nach Rinderrasse, Fütterung und Haltung unterscheidet. Lässt man die Rohmilch stehen, so steigt das Fett an die Oberfläche der Milch. Dieses kann abgeschöpft werden und man erhält Sahne. „Das kennt man von der Milch, die man im Supermarkt in der Tüte kauft, nicht“, so Julius Ahrens. Denn bei der Homogenisierung der Supermarkt-Milch werden die Fettkügelchen in der Milch durch hohen Druck zerkleinert, um sie länger haltbar zu machen. In den Milchvorratsbehälter auf Ahrens Hof würden theoretisch 180 Liter Milch passen, da er aber täglich neu befüllt wird, wartet man aktuell erst einmal ab, wie sich die Abnahme entwickelt, und befüllt nach Bedarf. Wenn sich die Nachfrage weiterhin so positiv entwickelt, ist auch der Verkauf von weiteren frischen Lebensmitteln, wie Eiern oder Kartoffeln denkbar. Der Milchautomat steht auf dem Hof Ahrens, Westfelder Hauptstraße 37 (Ortsausgang Westfeld in Richtung Segeste). Parkmöglichkeiten sind auf dem Hof vorhanden, sodass nicht an der Straße geparkt werden muss.

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