Gedenktafel an der Hellmut-Schneider-Mehrzweckhalle in Hönze enthüllt / Äußeres Zeichen der Wertschätzung

Erinnerung an engagierten Menschen

Familie Schneider vor der Gedenktafel an der Hellmut-Schneider-Mehrzweckhalle in Hönze (von links): Hubertus, Reinhard, Ingeborg, Rabea, Edda, Angela, Mark, Janine (knieend) und Vinzent Schneider. Foto: Greber

HÖNZE Die Leistungen und das unermüdliche Wirken Hellmut Schneiders sollen auch vier Jahre nach dessen Tod möglichst lange wachgehalten werden. Von einem „großen politischen Vorbild“ und einer „herausragenden Persönlichkeit“ sprach Thomas Oelker, Bürgermeister der Gemeinde Sibbesse, als er an der nach Hellmut Schneider benannten Mehrzweckhalle in Hönze eine Gedenktafel enthüllte – als äußeres Zeichen der Wertschätzung.

„Die Region bleibt immer mit dem Namen Hellmut Schneider verbunden“, sagte Thomas Oelker und fügte hinzu: „Die Mehrzweckhalle ist ein Beispiel einer florierenden Dorfgemeinschaft. Die Gedenktafel soll stets an den engagierten und liebenswerten Hellmut Schneider erinnern.“

„Mein Vater legte großen Wert darauf, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt eines Dorfes funktioniert“, sagte Reinhard Schneider mit bewegter Stimme – und fügte hinzu: „Ich wünsche mir, dass auch künftige Generationen diese Gemeinsamkeit entwickeln.“

Die Mehrzweckhalle wurde am 5. Juli 1968 eingeweiht und im Jahr 1974 erweitert. Sie war die erste Mehrzweckhalle im Gebiet des damaligen Landkreises Alfeld. Hellmut Schneider war die treibende Kraft bei der Planung und dem anschließenden Bau des Gebäudes. Durch seine Engagement wurde auch die spätere Erweiterung möglich.

„Die neue Mehrzweckhalle in Hönze ist ein leuchtendes Beispiel dafür, welche Entwicklungsmöglichkeiten eine Gemeinde hat, wenn an ihrer Spitze mit Tatkraft und Umsicht, mit neuen Ideen und mit Energie gearbeitet wird“, berichtete die Leine-Deister-Zeitung im Juli 1968. Dazu wurde unter anderem ein Bild veröffentlicht, auf dem Hellmut Schneider auf einem der neuen Stühle steht: „Die Stühle in der neuen Mehrzweckhalle sind so robust, dass vermutlich noch die Enkel und Urenkel der jetzigen Generation auf ihnen sitzen können. Bürgermeister Schneider demonstriert auf unserem Bild, wie stabil diese Kunststoffstühle sind.“ Und dass dem tatsächlich so ist, demonstrierte die Familie Schneider, als sie sich ebenfalls auf einige der verbliebenen Stühle aus jener Zeit stellte.

Hellmut Schneider

Hellmut Schneider wurde am 22. April 1923 in Niedersalzbrunn, im schlesischen Kreis Waldenburg, geboren. Nach dem Ende des Krieges wurden er und seine Ehefrau aus Schlesien vertrieben. Die Familie Schneider siedelte sich in Hönze an. Das Ehepaar Schneider hat zwei Söhne und drei Enkel. Die Geburt des Urenkels hat Hellmut Schneider nicht mehr erlebt, er verstarb am 18. März 2010.

In der Laudatio hieß es: „Hellmut Schneider war der Mann der ersten Stunde und eine der wenigen Personlichkeiten in der Bundesrepublik Deutschland, die über 50 Jahre lang in der Politik auf kommunaler Ebende erfolgreich tätig waren. Er hat sich zu Lebzeiten sehr für das Wohl der Menschen in der Gemeinde Sibbesse beziehungsweise Samtgemeinde Sibbesse eingesetzt – insbesondere für die aus ihrer Heimat vertriebenen Mitbürger.“

Hellmut Schneider wurde im Jahr 1988 zum Ehrenbürger der Gemeinde Sibbesse ernannt. Bis 1974 war er Bürgermeister und Gemeindedirektor der Gemeinde Hönze. Er gehörte 44 Jahre dem Rat der Gemeinde Hönze und Sibbesse an – und war bis 1996 Mitglied des Samtgemeinderates Sibbesse. Zudem war Schneider Kreistagsabgeordneter und Mitglied des Niedersächsischen Landtages. Seit 1948 bis zu seinem Tod gehörte Hellmut Schneider dem Bund der Vertriebenen (BdV) als Mitglied an. Er war Mitbegründer des Vertriebenenbundes auf Orts- und Kreisebene und zeitweise auch Geschäftsführer des BdV-Landesverbandes.

Zahlreiche Auszeichnungen wie das Bundesverdienstkreuz am Bande wurden ihm zuteil.

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