Bürgermeister Rudolf Brandes liebt seine Heimat und das intakte Dorfleben

„Einfach herrlich“

Ortsbürgermeister Rudolf Brandes an einem der schönsten Plätze des Ortes: Der Badeteich, eine ehemalige Flachsrotte in der Feldmark, konnte rekultiviert werden. J Fotos: Oelkers

EBERHOLZEN „Ich fühle mich wohl hier“, bringt Bürgermeister Rudolf Brandes (CDU) das Leben in seinem beschaulichen Heimatdorf auf den Punkt. Der 52-jährige Familienvater ist in Eberholzen geboren und ist mit Ausnahme von drei Jahren in Süddeutschland seiner Heimat immer treu geblieben.

Vor 20 Jahren hat der gelernte Chemikant den von seinen Eltern vor mehr als einem halben Jahrhundert gegründeten Getränkegroßhandel übernommen, den er seither führt. Bei Jung und Alt ist der Kommunalpolitiker als „Pepe“ bekannt. „Schon die Kindergartenkinder kennen mich unter dem Spitznamen und rufen mich so“, erzählt er schmunzelnd. So ist denn auch ein Pfund, mit dem Eberholzen wuchern kann: der beinahe familiäre Zusammenhalt der Bevölkerung. Tatsächlich packen hier noch die junge und ältere Generation zum Wohle der Allgemeinheit mit an. Zu den Highlights des Dorflebens, das durch die rege und gute Zusammenarbeit der örtlichen Vereine positiv geprägt wird, gehört das von der Dorfjugend veranstaltete Osterfeuer und Maibaumaufstellen. „Seit Generationen ist unsere Dorfjugend organisiert“, sagt Brandes, „das war schon zu meiner Zeit so, und immer wieder wachsen Jugendliche nach.“ Knapp 20 ältere Semester haben sich in der Senioren-Initiative zusammengeschlossen. Seit dem Jahr 2003 existiert dieser Kreis, der vom Aufarbeiten der Bänke über Mäharbeiten bis hin zu verschiedenen Bepflanzungen ehrenamtlich allerlei Aufgaben übernimmt und auch die örtlichen Vereine tatkräftig unterstützt. „Sie packen an, wo Hilfe gebraucht wird“, ist Rudolf Brandes für das uneigennützige Engagement dieser „lieben Truppe“ dankbar. Wie sehr Engagement und Eigenleistung im finanziell gut aufgestellten Eberholzen groß geschrieben werden, zeigen den Schilderungen des Bürgermeisters zufolge nicht zuletzt die sehenswerten Früchte eines mittlerweile fast sechs Jahre zurückliegenden Großevents. Am 21. Juni 2008 waren zu dem von 171 Helfern unterstützten „Tag des offenen Hofes“ mehr als 1 000 Besucher nach Eberholzen gekommen. Der Erlös dieses Tages hat in Verbindung mit tatkräftiger Eigeninitiative zahlreiche Projekte vor Ort möglich gemacht. So konnte der „Badeteich“, eine ehemalige Flachsrotte in der Feldmark, rekultiviert werden.

„Ein kleines Biotop“

„Ein kleines Biotop und Naherholungsgebiet ist seither entstanden“, freut sich Brandes. Außerdem wurden Tannenbäume, Eichen und Birken gepflanzt. Letztere sollen der Dorfjugend die Maibäume sichern. Neben finanziellen Spenden an Senioren-Initiative und Kindergarten war eine Dankeschön-Party für die zahlreichen Helfer auch noch drin. Zu den Lieblingsplätzen des seit dem Jahr 2006 amtierenden Bürgermeisters gehört neben dem „Badeteich“ auch die „Schöne Aussicht“. Der Findling auf der Anhöhe am Waldesrand in Richtung Fußballplatz verspricht in der Tat nicht zu viel. „Der Blick von hier aus über das Despetal ist einfach herrlich“, sagt Brandes. Doch leider scheinen die Tage dieses Idylls gezählt. Die zwischen Eberholzen und Sibbesse geplanten Windkraftanlagen drohen das pittoreske Landschaftsbild erheblich zu beeinträchtigen. Unliebsame Folgen zeigen sie schon heute. „Das Windkraftprojekt treibt einen Keil in die bis dahin intakte Dorfgemeinschaft“, bedauert Brandes eine Entwicklung, die die Eberholzener in Gegner und Befürworter spaltet.

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