Adenstedts Pastor Lukas: „Wollen möglichst viele Alternativen bieten“

Countdown zum Advent

Mit dem Countdown zum Advent will Pastor Lars Lukas mit Kollegen dem Novemberblues entgegenwirken.
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Mit dem Countdown zum Advent will Pastor Lars Lukas mit Kollegen dem Novemberblues entgegenwirken.

Adenstedt – Um die tristen Tage im November aufzuhellen und sich vom laufenden „Lockdown Light“ abzulenken, hat sich Pastor Lars Lukas von der Martin-Luther-Kirchengemeinde Adenstedt-Wrisbergholzen und Woltershausen gemeinsam mit Kollegen etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Unter dem Motto „Novemberblues“ startete 24 Tage vor Beginn des neuen Kirchenjahres ein Countdown zum Advent.

„Wir haben uns überlegt, statt an 24 Tagen im Advent, schon 24 Tage vor dem Advent die Türchen zu öffnen“, erklärt Lars Lukas. Zwar wären Gottesdienste während des Teil-Lockdowns derzeit noch möglich, aber aufgrund des hohen Inzidenzwertes im Landkreis hat sich der Seelsorger gemeinsam mit dem Kirchenvorstand dazu entschieden, keine durchzuführen. „Das Risiko ist zu hoch. Es sind immer etwa 50 Menschen zu den Gottesdiensten anwesend“, so Lukas. Während der Corona-Zeit lastet eine große Verantwortung auf seinen und den Schultern des Kirchenvorstands. Standardmäßige Dinge werden plötzlich schwierig. „Wir haben gerade die Konfirmationen durchgeführt. Da musste zum Beispiel auch überlegt werden, in welcher Form Gesangseinlagen integriert werden können und wie dabei der nötige Abstand gehalten werden kann“, so der Pastor. Mit den 24 Türchen zum Advent will Lukas zeigen, dass die Pastoren für ihre Gemeinden da sind, auch wenn der Kontakt schwierig ist. Den Countdown zum Advent hat er gemeinsam mit seinen ehemaligen Vikariatskollegen Pastor Michael Weiland (Kirchengemeinde Hassel), Pastor Björn Scheffler (evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St. Michaelis Holzminden), Pastor Robert Voss (Emmaus Kirchengemeinde Dassel-Solling) und Pastorin Sandra Jang (evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Vienenburg) ins Leben gerufen. Die 24 Türchen wurden auf die Pastoren aufgeteilt, sodass man an bestimmten Tagen dran ist. Das hat den Vorteil, dass die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt wird. Für jeden Tag gibt es einen kurzen Impuls auf den Webseiten zum Hören und Nachlesen. Für den Wiedererkennungswert wurden sechs unterschiedliche Jingles aufgenommen. Pastor Robert Voss spricht die Einleitung jeder Aufnahme, schneidet die Audio-Dateien und hinterlegt das Gesprochene mit Musik. „Pastor Voss ist medial sehr stark vertreten. Zusätzlich zu den Webseiten werden die Beiträge auch auf Instagram und Facebook unter dem Hashtag #novemberblues gepostet“, erzählt Pastor Lukas. Die Thematik eines „Türchens“ ist dabei den Beteiligten selbst überlassen und kann ganz frei gestaltet werden. Manchmal fällt einem das Thema ganz spontan ein, weil man im Alltag darauf gestoßen ist. So fiel Pastor Lars Lukas beispielsweise ein Foto in die Hände, auf denen er in einer Gruppe, eng beieinander – und natürlich noch ohne Maske – stand. Dabei fiel ihm auf, wie selbstverständlich das bis vor Kurzem noch war. Doch das Thema Corona soll in den Audio-Dateien nicht die Überhand gewinnen. „Ich habe viel positive Rückmeldung dafür bekommen, dass es in dem Projekt eben nicht nur um Corona geht. Mit diesem Thema ist man sowieso täglich konfrontiert. Da tut es gut, wenn man sich auch mal ablenken kann“, erläutert der Pastor. So thematisiert Lars Lukas unter anderem auch den Inhalt des dritten Harry-Potter-Films und spricht über die Dementoren. Diese sind für ihn ein Bild für das, was im November leichtes Spiel hat: Die Farben des Herbstes schwinden langsam, die Tage werden kürzer, kälter und nebeliger. Genauso ist aber der „Patronuszauber“ ein Sinnbild für das, was helfen kann. Denn „Glück kann sogar in der dunkelsten Stunde gefunden werden, wenn man daran denkt, das Licht anzumachen“ (Albus Dumbledore).  „Nicht erst auf den Advent warten, sondern immer dann, wenn man es braucht, einen Funken ins Leben holen“, erklärt Pastor Lukas. Gestaltet werden die etwa drei- bis vierminütigen Beiträge aber auch passend zum jeweiligen Tag, so wird Lars Lukas den Beitrag zum Ewigkeitssonntag sprechen. In der aktuellen Zeit ist es wichtig, sich auf Alternativen einzulassen, um Kontakte zu halten. Auch der Konfirmandenunterricht wurde umgestellt: Die Vorkonfirmanden haben Arbeitsaufträge auf Zetteln erhalten. Mit den Konfirmanden tauscht sich Pastor Lukas per Videokonferenzen aus. Das ist besonders wichtig, weil diese die Adventsgottesdienste vorbereiten. Am 6. Dezember sollen die Gottesdienste voraussichtlich wieder starten. Am dritten Advent in Harbarnsen und am vierten Advent in Sellenstedt sind jeweils Gottesdienste auf den Kirchwiesen unter freiem Himmel geplant.   Heiligabend ist die Kirche in Adenstedt von 14 bis 16 Uhr geöffnet, sodass diese zum stillen Gebet besucht werden kann. Anschließend sind drei Großgottesdienste auf den Sportplätzen um 16 Uhr in Adenstedt, um 18 Uhr in Irmenseul und um 22.30 Uhr in Westfeld geplant. „Es steht und fällt natürlich alles mit dem Wetter und den Auflagen. Wir versuchen möglichst viele Alternativen zu bieten“, betont der Seelsorger. Am zweiten Weihnachtstag um 15 Uhr wird zudem ein Weihnachtslieder-Singen im Adenstedter Kirchpark stattfinden. „Ich habe schon oft die Rückmeldung bekommen, dass das Singen in den Gottesdiensten am meisten vermisst wird. Darum bieten wir das nun unter freiem Himmel an“, blickt Lukas zuversichtlich in die Zukunft.  Die täglichen Beiträge zum Hören und Nachlesen sind im Internet unter www.kirchengemeinde-adenstedt-wrisbergholzen.wir-e.de und www.kgwoltershausen.wir-e.de abrufbar. stw

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