Gemeinde Eberholzen: Überschuss in Jahresrechnung / Straßenbeleuchung wird erneuert

Bürger sind „zahlungsfreudig“

Die Zuhörer wünschen sich mehr Informationen und auch Stellungnahmen der Ratsmitglieder zum Windpark. Foto: Schirdewahn

EBERHOLZEN Zahlreiche Einwohner verfolgten die Sitzung des Gemeinderats Eberholzen, die unter Leitung von Bürgermeister Rudolf Brandes in der Gaststätte Rössig stattfand. Doch ihr Interesse galt wohl weniger den Tagesordnungspunkten mit ihrer kommunalpolitischen Kleinarbeit als dem derzeit hier brisanten Thema „Windenergie“. So mussten sie sich mit ihren Fragen bis zum Schluss gedulden.

Die Tagesordnung war durchaus erfreulich: Die von Kämmerer Andreas Amft vorgelegte Jahresrechnung 2013 weist einen Überschuss von 22 571 Euro aus. Dank höherer Steuereinnahmen und Einsparungen unter anderem bei Straßenunterhaltung und Winterdienst hat sich dieser Betrag gegenüber der Planung mehr als verdoppelt. Auch Außenstände hat die Gemeinde nur in geringem Maße – der Kämmerer bezeichnete Eberholzens Bürger als „zahlungsfreudig“. Laut Bilanz zum Jahresende stehen gut 124 000 Euro als flüssige Mittel zur Verfügung. Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen sind unter diesen Umständen kein Thema mehr.

Für das laufende Jahr wurde ein Nachtragshaushalt verabschiedet, der das Geld für den Gemeindeanteil am neuen Feuerwehrhaus (Mehrzweckraum) sowie für die Straßenbeleuchtung bereitstellt. Letztere nahm breiten Raum in der Sitzung ein: In der Gasse zwischen Bergstraße und Schäferstraße sind bereits Beleuchtungskabel verlegt, dort sollen zwei Stahlmasten von 4,50 Meter Höhe aufgestellt und mit LED-Aufsatzleuchten versehen werden. Entlang der Försterstraße und am östlichen Abschnitt der Hauptstraße sind die Straßenlampen noch an alten Holzmasten angebracht, die jetzt wegen mangelnder Standfestigkeit ersetzt werden müssen.

Dazu entwickelte sich eine Diskussion zwischen Fachleuten: Während Ratsherr Burkhard Adolphi die LED-Technik als ausgereift und belastbar darlegte, äußerte Bauamtsleiter Stefan Kentzler Vorbehalte bezüglich Kosten und Betriebsdauer, alles sei noch in der Entwicklung, und mangels Normierung binde man sich an einen bestimmten Hersteller. Beschlossen wurde, an der Försterstraße vier Lampen mit LED-Technik aufzustellen. An der Hauptstraße sollen es sieben Lampen sein. Ob diese in Sinne eines einheitlichen Erscheinungsbilds mit gelbem Licht oder auch mit LED-Leuchten ausgestattet werden, bleibt einer kurzfristigen Absprache vorbehalten.

Gemeindedirektor Hubertus Schneider berichtete über den Stand der Vorbereitungen zur kommunalen Neuordnung. Die Samtgemeinde Sibbesse verfolgt als „stiller Beobachter“ die Verhandlungen zwischen den Samtgemeinden Gronau und Duingen, ist aber auch mit der Stadt Bad Salzdetfurth und der Samtgemeinde Lamspringe im Gespräch. Schneider betonte den Zeitdruck; etwaige Veränderungen müssten bis zur Kommunalwahl im Herbst 2016 geschehen sein, das Land Niedersachsen benötigt aber 46 Wochen für ein ordentliches Gesetzgebungsverfahren.

Schließlich kamen die Zuhörer zu Wort, die sich mehr Informationen und auch Stellungnahmen der Ratsmitglieder wünschten. Gemeindedirektor Schneider und Ratsherr Klaus-Peter Schröder erläuterten, dass nach Beschluss der Samtgemeinde Sibbesse nur die Windkraftanlage Richtung Eitzum/Heinum vorgesehen ist. Der Gemeinderat Eberholzen ist nicht zuständig, der hier verabschiedete Wunsch nach Prüfung des jetzt diskutierten Standorts nicht rechtserheblich. Bei der SPD werde es keinen Fraktionszwang geben, so Schröder, die CDU schloss sich diesem Standpunkt an.

Auch wenn Gemeindedirektor Hubertus Schneider auf die Kreistagsabgeordneten als zuständige Entscheider verwies, kam es zu verbalen Angriffen auf Ratsmitglieder. Nicht alle Besucher hatten dafür Verständnis: „In einem Dorf mit 600 Einwohnern muss man sich noch in die Augen sehen können“, so der Standpunkt einer Zuhörerin. bs

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