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Büffeln für Kesselwärterschein

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Nach so viel Theorie folgt dann auf dem Museumsbahnhof in Almstedt die praktische Einheit. Dazu gehört auch das gut vierstündige Anheizen des Kessels der Hanomag T3. Erst dann konnten die angehenden Kesselwärter auf Fahrt gehen. Foto: Vollmer
Nach so viel Theorie folgt dann auf dem Museumsbahnhof in Almstedt die praktische Einheit. Dazu gehört auch das gut vierstündige Anheizen des Kessels der Hanomag T3. Erst dann konnten die angehenden Kesselwärter auf Fahrt gehen. Foto: Vollmer

ALMSTEDT Für den Betrieb historischer Dampftechnik, die bei Veranstaltungen immer wieder für großes Interesse der Besucher sorgt, werden ständig Fachleute gesucht. Aber Druckbehälter sind, egal ob bei einer Feuerspritze, einem Bagger, einer Dampflok oder auch nur einem Großmodell immer mit Tücken verbunden. Nicht ohne Grund wurde daher vor über 125 Jahren der Dampfkessel-Überwachunsverein (DÜV), der heutige TÜV, gegründet.

Um neues Fachpersonal auszubilden, fand bei der Deula in Hildesheim sowie auf dem Museumsbahnhof in Almstedt nun schon der dritte Lehrgang für die Bedienung historischer Dampfkessel in Norddeutschland statt, zu dem die Hanomag-Interessengemeinschaft eingeladen hatte.

Neben Teilnehmern aus Niedersachsen nahmen einige auch eine weite Anreise in Kauf. Die weiteste Tour hatte Georg Ruppert aus dem Odenwald hinter sich. Der 60-Jährige war wie alle anderen ganz begeistert, auch wenn die Materie viel Sachverstand erfordert. Das ging Robin Wolfram nicht anders. Der Bockenemer betätigt sich seit acht Jahren in der Arbeitsgemeinschaft Historische Eisenbahn Almstedt. Hauptsächlich war Robin Wolfram zuletzt mit der Dieseltechnik betraut. „Die Teilnahme lag mir auch persönlich sehr am Herzen. Nicht zuletzt auch, um neue Dinge kennenzulernen“, erklärt der 22-jährige Mechatroniker. Die Dozenten hätten auch aufgezeigt, welche Gefahren von einem Dampfkessel ausgehen können. „Das ist nicht zu unterschätzen“, erklärte der Bockenemer. Es sei schon bemerkenswert, wie schnell ein Kessel doch Schaden nehmen kann. „Das geht einem doch sehr nah“, meinte Robin Wolfram, der die Prüfung wie alle anderen ohne Probleme gemeistert hat.

Die Dozenten von der TÜV-Nord Akademie brachten den insgesamt zehn Teilnehmern zunächst die Theorie im Umgang mit solchen Kesselanlagen bei. In einer schriftlichen Prüfung standen dann Fragen zu Dampf und Druck, Sicherheit im Umgang mit Kesselanlagen, Wasseraufbereitung und allgemeine Bedienungs- und Wartungshinweise im Mittelpunkt. Alle Kandidaten haben die Anforderungen erfüllt und freuten sich nach den drei Tagen Büffeln über den Kesselwärterschein.

Für den praktischen Teil reiste die Gruppe schließlich zum Museumsbahnhof nach Almstedt. Dort zeigten die Experten von der Arbeitsgemeinschaft Historische Eisenbahn, wie die 113 Jahre alte Hanomag T3 auf Touren gebracht wird. Gut vier Stunden muss die Dampflok fachgerecht angeheizt werden, damit sie sich in Bewegung setzen kann. Als Lohn der Mühe durften sich die Lehrgangsteilnehmer dann natürlich auch einmal die Technik im Führerstand aus nächster Nähe anschauen. „Das ist natürlich für alle ein besonderes Erlebnis, nachdem erst einmal viele theoretische Aspekte erläutert wurden“, erklärt der Vorsitzende der Hanomag-IG, Horst-Dieter Görg. Am Ende hielten die Freunde alter Dampftechnik schließlich das Zeugnis als Nachweis für die bestandene Prüfung zum Kesselwärter in den Händen. Ebenso konnten sich Gäste auch über ein gut organisiertes Rahmenprogramm freuen. Ein Extra-Lob gab es von allen auch für die gute Unterbringung bei der Deula.

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