Kläranlage Östrum wird modernisiert / Keine höheren Abwassergebühren

„Bilderbuch-Finanzierung“

Hubertus Schneider (Verbandsvorsteher und Bürgermeister der Samtgemeinde Sibbesse), Erich Schaper (Bürgermeister der Stadt Bad Salzdetfurth), Regina Lang (Geschäftsführerin des Abwasserverbandes), Dr. Heinrich Buchholz (Biolac-Geschäftsführer) und Wolfgang Pletz (Bürgermeister der Samtgemeinde Lamspringe) – von links – beim symbolischen ersten Spatenstich. Foto: Greber

ÖSTRUM / SIBBESSE Die Kläranlage des Abwasserverbandes Alme-Riehe in Östrum wird in den kommenden Monaten modernisiert und wirtschaftlich fit für die Zukunft gemacht. „Ziel ist es, den Energieeinsatz zu minimieren und die Anlage auf den modernsten Stand der Technik zu bringen“, sagte Verbandsvorsteher Hubertus Schneider beim offiziellen Baubeginn mit symbolischem ersten Spatenstich.

Die Kläranlage wurde 1973/1974 für die biologische Grundreinigung mit zwei Belebungsbecken und einem Nachklärbecken – das nicht mehr den allgemein anerkannten Regeln der Technik entspricht – erstellt. Die beiden bisherigen Belebungsbecken werden nun stillgelegt.

Auf dem Gelände entsteht ein neues Belebungsbecken mit Tellerbelüftung und Gebläsen mit einer Wassertiefe von 5,70 Metern. Ebenso wird ein Nachklärbecken errichtet, das einen Durchmesser von 23 Metern und eine Wassertiefe von 3,90 Metern hat. „Künftig lässt sich die Anlage besser steuern“, erklärte Hubertus Schneider. Die Kläranlage ist auf 20 000 Einwohner ausgerichtet. „Bei Bedarf ist es möglich, die Auslastung um 10 000 zu reduzieren oder um 5 000 zu erhöhen“, fügte Schneider hinzu.

1,85 Millionen Euro werden in das Projekt investiert. Sehr zur Freude des Abwasserverband-Vorstands fließen Zuschüsse aus einem europäischen Fördertopf in Höhe von 741 000 Euro. „Voraussetzung für die Förderung ist allerdings, das die Arbeiten noch in diesem Jahr abgeschlossen und abgerechnet sind“, erklärte Schneider den zahlreichen Gästen der Feierstunde den engen Zeitplan für die Modernisierung der Anlage. 280 000 Euro werden vom Verband aus Eigenmitteln aufgebracht.

Insgesamt sprach der Verbandsvorsteher von einer „Finanzierung aus dem Bilderbuch“. Abwasserabgaben in Höhe von 92 000 Euro müssen vom Verband nicht mehr abgeführt und eine jährliche Energieeinsparung von 30 000 Euro kann erreicht werden, sodass die für die Modernisierung aufgenommenen Kredite abgezahlt werden können. Die Verbandsumlage wird nicht erhöht und auch die Bürger müssten mit keiner höheren Belastung bei den Abwassergebühren rechnen.

Dem Abwasserverband Alme-Riehe gehören vier Verbandsmitglieder an: die Samtgemeinde Sibbesse, die Samtgemeinde Lamspringe, die Firma Biolac in Harbarnsen und die Stadt Bad Salzdetfurth. Aus der Samtgemeinde Sibbesse werden die Abwässer aus den Orten Petze, Westfeld, Wrisbergholzen, Grafelde, Sellenstedt, Segeste, Almstedt und Adenstedt in der Kläranlage Östrum abgeleitet. Aus dem Gebiet der Samtgemeinde Lamspringe fließen die Abwässer aus Graste, Netze, Woltershausen, Irmenseul, Hornsen, Harbarnsen und Sehlem zu. Die Stadt Bad Salzdetfurth ist mit den Ortschaften Bodenburg, Breinum und Östrum an die Kläranlage angeschlossen. Ebenso gibt die Firma Biolac ihr Abwasser an das Östrumer Klärwerk ab.

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