Weidetierhalter erinnern an Gefahren durch die Ausbreitung des Wolfs / Mahnfeuer

Beschränken – nicht ausrotten

Ein Mahnfeuer wird bei Westfeld entzündet.

WESTFELD / KREIS Kein verspätetes Osterfeuer und kein Dumme-Jungen-Streich – die Flammen, die am Freitag oberhalb von Westfeld an den Vorbergen loderten, gehörten zu einem Mahnfeuer. Unter dem Motto „Wölfe fressen kein Gras“ erinnerten die niedersächsischen Weidetierhalter an die Gefahren durch die Ausbreitung des Wolfs.

Ulrich Ossenkop begrüßte mehr als 50 Personen zu dieser Kundgebung. Der Westfelder Landwirt sprach als Betroffener: In seinem Betrieb, zu dem ursprünglich ein leistungsstarker Milchviehbestand gehörte, baut er derzeit eine Mutterkuhherde auf. Er hat sich für die Rasse „Welsh-Black“ entschieden, die für extensive Haltung geeignet ist. Den Tieren wird ein besonders schmackhaftes Fleisch nachgesagt, das in der Direktvermarktung bei privaten Verbrauchern und in der gehobenen Gastronomie Interesse findet. So weit, so gut: Mit naturnaher Viehhaltung auf der Weide, gleichzeitiger Landschaftspflege und persönlichem Kontakt zwischen Landwirt und Endkunden liegt Ossenkop genau im Trend, er passt sich den Anforderungen des Marktes ebenso an wie denen der Umwelt. Hier aber kommt der Wolf ins Spiel. Ausreichender Schutz?

Mit diesem Großraubtier brauchte man in unserer Region bis vor kurzem nicht zu rechnen. Jetzt aber müssen sich Rinder- oder Schafhalter fragen, ob sie ihre Herden vor der neuen Gefahr ausreichend schützen können, ob ihnen im Schadensfall neben dem wirtschaftlichen Verlust gar eine Mitschuld angelastet wird. Von den Sorgen nicht nur der Landwirtschaft, sondern der gesamten ländlichen Bevölkerung spricht der Landvolkverband, der zu der Aktion aufgerufen hatte. Was wird aus den Waldkindergärten, in denen die Jüngsten an die Natur herangeführt werden? Einschränkungen drohen auch dem Erlebnis „Urlaub auf dem Bauernhof“, für Spaziergänger oder Radwanderer könnte ein unbefangener Aufenthalt in der freien Landschaft ebenfalls der Vergangenheit angehören. Die Politik dürfe solche Entwicklungen nicht gegen den Willen der Bevölkerung durchsetzen, so Ulrich Ossenkop. Man wolle den Wolf nicht ausrotten, aber auf Rückzugsräume beschränken. Mit Blick auf Phänomene wie die Heideblüte machte er die Konsequenzen deutlich: „Weidetiere können die Landschaft nur pflegen, solange sie leben!“.

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