Einweihung voraussichtlich im Spätsommer / 640 000 Euro investiert

Almstedter Kirche erstrahlt in neuem Glanz

Rechtzeitig zur Trauung am vergangenen Wochenende öffnete die Kirche festlich geschmückt ihre Tür.

ALMSTEDT  Das Dach ist renoviert, das Kirchenschiff verputzt, die Sandsteineinfassung der Fenster erneuert, die Bleiglasfenster in einer Spezialwerkstatt komplett überholt, die Feuchtigkeitsschäden beseitigt: Die Almstedter St. Moritz Kirche erstrahlt in neuem Glanz. Gut ein Jahr dauerten die Arbeiten. Der genaue Termin für die Einweihung steht zwar noch nicht fest, aber der erste Gottesdienst konnte schon gefeiert werden. Rechtzeitig zur lange anberaumten Trauung eines Paares aus Almstedt öffnete das Gotteshaus am vergangenen Wochenende wieder seine Türen.

Rund 640 000 Euro hat die Landeskirche investiert, um die Kirche zu retten. Die Renovierung lag den Almstedtern schon lange am Herzen. Die St. Moritz-Kirche ist in ihrer Bauweise einzigartig. Als eines der wenigen Gotteshäuser hat sie einen im 13. Jahrhundert erbauten alten Wehrturm an der Ostseite, an den später das Kirchenschiff angebaut wurde. Doch Feuchtigkeit ist einer der gefährlichsten Gegner alter Gebäude und besonders in Kirchen ein schlechter Begleiter für die wertvolle Innenausstattung und die Bausubstanz. Auch im Almstedter Gotteshaus hatte sie sich ausgebreitet. Sichtbare Zeichen waren abgeplatzter Putz, Salzausblühungen und grünliche Stellen an den Wänden. Darüber hinaus hatte die

Feuchtigkeit von Jahrhunderten viele Balken so morsch werden lassen, dass sie ausgetauscht werden mussten. Unter der neuen Dachabdeckung ist das Gebälk nun für die nächsten Jahrhunderte geschützt.

Edith Futterer und die übrigen Mitglieder des Kirchenvorstandes haben mehrere schlaflose Nächte hinter sich. „Die Renovierung hat uns einige Überraschungen bereitet“, sagt die Almstedterin. Und so sah die Kirche eine Woche vor dem ersten Gottesdienst immer noch aus wie eine riesige Baustelle. Der Weg zur Kirche war noch durch Gerüste verstellt und auch der Altar musste noch einmal eingerüstet werden. Im Zuge der Innenrenovierung waren immer wieder versteckte Bemalungen aufgetaucht. Die komplett freizulegen hätte den Kostenrahmen allerdings gesprengt. „Dennoch mussten natürlich die Denkmalbehörde und die Landeskirche eingeschaltet werden“, erklärt Architektin Christiane Kesseler von der Bernward GmbH. „Und das kostet natürlich Zeit.“

Damit die Gottesdienstbesucher sich zumindest einen Eindruck von den Bemalungen machen können, wurden so genannte „Gucklöcher“ freigelegt. An der rechten Stirnseite der Altar-Empore etwa, wo ein Teil des Gemäldes „Himmel und Hölle“ sichtbar gemacht wurde. In den vergangenen Tagen legte Restauratorin Ulrike Berghoff-Ising auch auf der Prieche noch einen Teil der kürzlich entdeckten ehemaligen Deckenbemalung frei. Und auch an der Brüstung der Empore sind Teile der alten Bemalung zu entdecken.

Zum Endspurt mussten nicht nur die Maler an der Außenfassade noch einmal kräftig in die Hände spucken, auch die Tischler waren gefordert. Die Bänke, die bisher auf einer Holzkonstruktion standen, sollen nach der Renovierung auf den aufgearbeiteten Fliesen stehen. Auch neu gestrichen werden sollen die Bänke noch. „Aber wie und wann wissen wir noch nicht“, sagt Edith Futterer. Denn für den Innenraum ist die Kirchengemeinde alleine zuständig. Rund 21 000 Euro hat sie dafür bereits gesammelt. Angeschafft werden müssen auch noch Lampen und anderes Inventar.

Mit der offiziellen Einweihung rechnet Edith Futterer nicht vor Juli/August diesen Jahres. pbm

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