Asylpolitik ist Thema im Gemeindehaus / „Wir sind gut vorbereitet“

Willkommen in Salzhemmendorf?

Die Verantwortlichen für den Runden Tisch im Gemeindehaus. Foto: Spätlich

SALZHEMMENDORF Das Thema Zuwanderer und Flüchtlinge in Deutschland nimmt derzeit einen breiten Raum in den Medien ein. Aus Angst vor einer „Überflutung“ von Flüchtlingen und Asylbewerbern ist in der Bevölkerung Unsicherheit entstanden, die zuletzt sogar die Menschen unter dem Begriff „Pegida“ auf die Straßen trieb. Es war also an der Zeit, auch auf kommunaler Ebene zu diesem Thema Stellung zu beziehen. Die Verwaltung des Fleckens hatte dazu, unter Mitwirkung der evangelischen Kirchengemeinde Salzhemmendorf, zu einem Runden Tisch ins Gemeindehaus in Salzhemmendorf Vertreter der Politik, der Vereine, Verbände, Kindergärten, Schulen sowie interessierte Bürger eingeladen. Das Interesse an diesem Thema war auch riesengroß – im Gemeindehaus blieb kein Stuhl frei.

„Die Zunahme der Asylbewerber/Flüchtlinge und deren landesweite Unterbringung führen dazu, dass inzwischen in allen Kommunen Niedersachsens Aufnahmen erfolgt sind und weitere folgen werden. Die Menschen fliehen vor Krieg, Verfolgung und Armut. Wir stehen vor neuen Herausforderungen in den Kommunen, Kindergärten, Schulen, den Vereinen und in der Nachbarschaft. Jetzt heißt es, das Ankommen zu gestalten, eine Willkommenskultur zu entwickeln und die Integration und das Leben der Familien zu unterstützen. Dafür sind wir besonders auf ehrenamtliches Engagement angewiesen. Bereits jetzt gibt es eine große Bereitschaft, den Flüchtlingsfamilien das Ankommen hier auf ganz unterschiedliche Weise zu erleichtern“, meinte Clemens Pommerening, Bürgermeister des Fleckens.

Nach der jüngsten Quotenfestsetzung für Niedersachsen sind ab dem 20. November 2014 bis Ende September 2015 auf die Kommunen insgesamt 30 000 Flüchtlinge zu verteilen. Die Landesregierung geht derzeit aber davon aus, dass diese Zahl aufgrund zunehmender Asylbewerbungen auf 39 000 Personen ansteigen könnte. Von 30 000 Flüchtlingen ausgehend, ist der Anteil für den Landkreis Hameln-Pyrmont, einschließlich der Stadt Hameln, auf 631 Flüchtlinge festgelegt worden. „Für Salzhemmendorf besteht eine Aufnahmeverpflichtung von 39 Personen“, so Andreas Hillmer, Amtsleiter Ordnung und Soziales der Gemeinde Salzhemmendorf.

Innerhalb der Quote von 39 Personen seien im Flecken bislang drei vierköpfige Familien aufgenommen und untergebracht worden in komplett eingerichteten Mietwohnungen. Etliche Haushaltsgegenstände wurden darüber hinaus von der Bevölkerung und der „Bürgerhilfe Salzhemmendorf gespendet. „Wir sind gut vorbereitet“, betonte der Gemeindebürgermeister noch weiter. Im Laufe der Auftaktveranstaltung wurden etliche konstruktive Vorschläge eingebracht. Beispielsweise die Ausbildung sogenannter ehrenamtlich tätiger „Integrationslotsen“, die Einrichtung eines Fahrdienstes, Eingliederung in die Vereine und Hilfe beim Ausfüllen von Formularen. Oberste Priorität aber sollte dem Deutschunterricht eingeräumt werden, denn die Sprache sei der Schlüssel zur Eingliederung, wurde argumentiert.

Wer Interesse hat, die Arbeit des Runden Tisches in irgendeiner Form zu begleiten, kann sich melden in der Freiwilligenagentur Salzhemmendorf bei Katharina Sander unter der Telefonnummer 05153/808-51. gs

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