„Wildes Kochen“ stößt auf große Begeisterung

An den Kochinseln herrscht reges Treiben: Insgesamt sechs Hauptgänge werden zubereitet. Foto: Göke

SALZHEMENDORF  Kochshows sind im TV schon längere Zeit ein Renner und erfreuen sich steigender Zuschauerquoten. Ganz im Gegensatz zu der öffentlichen Wahrnehmung von Jägern, die sich manchmal auch mit Anfeindungen von Tierliebhabern auseinandersetzen müssen. Der Salzhemmendorfer Hegering I betreibt daher schon seit längerem eine intensive Aufklärungskampagne und besucht Kindergärten sowie Schulen, um jüngeren Menschen einen Einblick in die Jagd zu geben. Doch zum Naturschutz gehört auch, dass Tiere nach Abschussplan erlegt werden. Daher kamen die Jäger auf die Idee, auch offensiv mit der Verwertung der Tiere umzugehen. In Zusammenarbeit mit dem Profikoch Thomas Ellmer kamen die Jäger jetzt auf die Idee einen Kochkurs unter dem Namen „Wildes Kochen“ in der KGS-Küche in Salzhemmendorf zu veranstalten.

Auch Lehrerin Gabi Neumann aus Salzhemmendorf war von der Idee begeistert und sagte gleich ihre Zusammenarbeit zu. Dies hatte den großen Vorteil, dass sie sich in den Räumen der KGS-Küche gut auskannte und Ellmer bei der Organisation vor Ort helfen konnte. Dieser stellte für die rund zwanzig Teilnehmer richtige Rezeptbücher zusammen, wo jeder Schritt von diesem Kochkurs erklärt war. Bevor man allerdings mit der Öffentlichkeit einen Kochkurs durchführt, wurde dies von Ellmer zunächst mit Jägern und deren Freunden in der Küche geübt.

Insgesamt entstanden so unter der Leitung von Ellmer alleine sechs Hauptgänge rund um das Wild. Bevor es jedoch an die Kochplatten ging, wurde die Küchenmannschaft von den teilnehmenden Jagdhornbläsern des Hegering I mit dem traditionell Jagdhornsignal „Begrüßung“ empfangen. Danach wurde dem Reh mit dem Signal „Reh tot“, die letzte Ehre erwiesen.

Kaum war der letzte Ton verklungen, wurden die Hobby-Köche von dem ambitionierten Plan des Küchenchefs überrascht. Für das Menü hatte Ellmer viele Variationen vorgesehen. Als Vorsuppe war eine doppelte Rehkraftbrühe mit Klößchen und Gemüsestreifen vorgesehen. Bei den Hauptgängen blieb den Wildfreunden dann kaum ein Wunsch offen. So stand unter anderem Rehmedallion mit Pfirsich und Gorgonzola, Rehrücken in Nußkruste, Rehhacksteak „Asiatische Art“ und noch weitere drei weitere Rezepte auf der Liste, so dass jeder Teilnehmer des Test-Kochkurses viel zu tun hatte. An vier Kochinseln wurde so intensiv, aber mit viel Spaß gearbeitet. Als Beilagen standen zum anderen noch verschiedene Gemüsesorten, Gerstenrisotto mit Steinpilzen, Süßkartoffelpüree oder gebratene Polentaschnitte auf dem Plan. Passend zum Wald waren dann beim Dessert die verschiedenen Fruchtpürres, welche an Tonkabohne Panna Cotta mit Joghurt gereicht werden sollten. Für die Hobbyköche war es eine große Herausforderung, diese Vorgaben in der geplanten Zeit von drei Stunden auch umzusetzen. Doch dieser Herausforderung stellten sich die Köche unter der Leitung eines Profikochs nur zu gerne.

Thomas Ellmer hatte schon einen Tag vorher alle Zutaten eingekauft und die Küche bestückt. Die Gerichte wurden nun von den „Wilden Köchen“ unter seiner Anleitung und nach den extra geschriebenen Rezeptvorlagen zubereitet. Mit viel Engagement wurde an den vier Kochinseln unter Verzicht auf jegliche Fertigprodukte geschnippelt, geschält, gewogen, gebraten, gekocht und natürlich immer wieder probiert. Nach dem Essen stand schon fest: Alle Finger sind heil geblieben. Nach der vorgegebenen Zeit war es dann schließlich geschafft. Gemeinsam wurden nun die selbst zubereiteten Speisen angerichtet und an einer langen Tafel für die zwanzig Personen serviert.

Alle waren doch hoch erfreut und erstaunt darüber, was man so alles aus einem Reh, unter fachlicher Anleitung, zubereiten kann. Die Ergebnisse konnten sich nicht nur sehen lassen, sie schmeckten vor allen Dingen ausgezeichnet.

Alle „Wilden Köche“ gingen schließlich begeistert nach Hause. Die Salzhemmendorfer Jäger planen nun interessierten Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich mit Freunden und Bekannten, zu einem weiteren Wildkochkurs anzumelden. Der Zeitpunkt dafür steht allerdings noch nicht genau fest. Ins Auge gefasst ist aber wohl die zweite Jahreshälfte. gök

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