Ungeklärte Zukunft nach 110 Jahren beim DRK-Ortsverein Benstorf

Wehmut beim Jubiläumskonzert

In der Kirche hatten sich 90 Mitglieder und Gäste zum Jubiläumskonzert versammelt. Foto: Göke

BENSTORF J Renate Erber geriet während ihrer Rede sichtbar ins Stocken und schluckte, als sie ein paar Abschiedsworte vor knapp 90 Gästen in der Benstorfer Kirche äußerte. Nach 110 Jahren Geschichte steht der DRK-Ortsverein Benstorf vor einer unklaren Zukunft. Das Vorstandsteam hat aus gesundheitlichen und Altersgründen schon vor drei Jahren erklärt, dass 2016 definitiv Schluss ist mit Vorstandsarbeit. „Zu Beginn wurde das von den Mitgliedern auch vielleicht nicht ganz so wahrgenommen, doch uns war das von Anfang an klar“, so Renate Erber.

Im November folgt eine außerordentliche Mitgliederversammlung, bei der ein neuer Vorstand gefunden werden oder die andere Zukunft des Vereins geklärt werden soll. Alternativ könnten die Benstorfer Mitglieder ein Vereinszuhause in benachbarten Ortsvereinen wie Oldendorf oder Osterwald finden. Doch aus diesen Richtungen wurde bisher noch nicht viel Interesse gezeigt.

Ein Problem könnten dann eventuell die zu kleinen Räumlichkeiten durch den erheblichen Mitgliederzuwachs sein. Die Mitglieder könnten auch aus der Hamelner Zentrale verwaltet werden. Dadurch gebe es aber kaum noch Angebote vor Ort, die bisher bei den Mitgliedern so beliebt waren.

Doch bevor sich Zukunftsängste in der Kirche breit machten, stand die Jubiläumsfeier im Mittelpunkt. Der Gospelchor Young Voices & Gospel unter der Leitung von Erika Bornett sorgte für den feierlichen Rahmen mit klassischen Gospelliedern wie etwa „Halleluja“.

Der Verein wurde 1905 noch als vaterländischer Frauenverein gegründet und kümmerte sich seitdem um den Zusammenhalt im Ort und Dienst am Nächsten. „Seit 1905 sind wir eine Gemeinschaft, ja fast eine Familie“, so Erber. Gemeinsame Aktionen wie Fahrten, Veranstaltungen wie Vorträge oder auch Blutspenden haben die Mitglieder zusammengeschweißt. Erber hatte vor allem warme Worte für ihre Mitstreiter über: „Ich bin ein bisschen stolz, solch einen traditionellen 110-jährigen Ortsverein als Vorsitzende über neun Jahre geführt und begleitet zu haben. Es war nicht immer einfach, doch einfach kann jeder. Möglich war das nur mit euch allen: den Mitgliedern, den Helfern und den Gästen!“

Neben den Vertretern der benachbarten DRK-Ortsvereine hatte auch Conny Kramer vom Gospelchor nur warme Worte für das Engagement der Mitglieder über: „Ihr seid eine tolle Truppe. Ich wünsche Euch so, dass es weitergeht!“ Nach dem kleinen Festbuffet begleitete Dietlinde Meywerk an der Orgel schließlich noch die Mitglieder und Gäste, die zusammen zum Abschluss noch das DRK-Lied sowie „Geh aus mein Herz sangen“. gök

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