CDU-Gemeindeverband wählt Pommerening zum Bürgermeisterkandidaten

Der Wahlkampf in Salzhemmendorf hat begonnen

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Friedrich-Wilhelm Knust (links) und der Bürgermeisterkandidat Clemens Pommerening

SALZHEMMENDORF (gök). Im Vergleich zwischen Clemens Pommerening und dem einen der zwei anderen Bürgermeisterkandidaten – Karl-Heinz Grießner (SPD) – steht es eins zu null. Denn während bei der Mitgliederversammlung der SPD Grießner durchaus Gegenwind in Form mehr als einer Hand voll Nein-Stimmen bekam, kann Pommerening auf den Rückhalt der ihn als Parteilosen nominierenden CDU setzen. Denn hier erfolgte die Wahl der über 20 anwesenden Mitglieder einstimmig.

Der Verbandsvorsitzende Eckhard Füllberg sprach zwar davon, dass erst ab dem 9. April der Wahlkampf für die Europawahl und anstehende Bürgermeisterwahl in Salzhemmendorf auf dem Wochenmarkt losgeht, aber die ersten Spitzen wurden schon auf der Sitzung des CDU-Gemeindeverbandes im Ratskeller Salzhemmendorf in Richtung SPD und Aktive Bürger gegeben. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Friedrich-Wilhelm „Jimmy“ Knust etwa bekannte sich dazu, dass man als Bürgermeister in Richtung von SPD-Kandidaten Grießner „keinen Rentner brauche, der schon 20 Jahre krankheitsbedingt im Ruhestand ist“.

Schonungslos offenbarte er danach die finanzielle Schieflage der Gemeinde. Dort sind nicht nur die rund 24 Millionen an Schulden in Form von Altkrediten, Kassenkrediten und Schulden bei der Wassergesellschaft, sondern auch der Sanierungsstau beim Straßenbau mit vorsichtig geschätzten sechs bis acht Millionen Euro. Die Brückenproblematik ist dabei noch nicht einmal eingerechnet. Hier konnte man bisher nur die Brücke in der Wallenser Bergmannssiedlung angehen, die im vergangenen Jahr saniert wurde. Ebenfalls großen Investitionsbedarf gibt es dazu noch bei der Feuerwehr, wo Fahrzeuge bis zu 40 Jahre alt sind und der Bau eines Stützpunktes in Oldendorf aufgrund abgehender Gebäude dringend erforderlich wird. Dies sind für den Flecken gewaltige Aufgaben in der Zukunft. Er mahnte an, dass bei steigenden Zinsen und vielleicht einmal nicht mehr so sprudelnden Steuereinnahmen auf Bundesebene die Lage noch viel dramatischer werden könnte. Finanzielle Felsen wie die Bezuschussung der Kindergärten mit über einer Million Euro pro Jahr oder die vielen Brandschutzmaßnahmen in öffentlichen Gebäuden belasten den Haushalt so sehr, dass man sehr eingeschränkt ist und schon im 13. Jahr in Folge keinen ausgeglichenen Haushalt vorlegen kann.

Die Verwaltung setzt nach dem Wegfall der Industrie seit einigen Jahren auf den Tourismus und konnte dort viel bewegen. Es sei auch den Ideen von Bürgermeister Martin Kempe und Clemens Pommerening zu verdanken, dass der Flecken bei einem Eigenkapital von 400 000 Euro Projekte für rund 1,5 Millionen Euro von 2007 bis 2013 umsetzen konnte. "Pommerening habe gezeigt, dass er als hochmotivierter und junger Mensch der Gemeinde helfen kann", so Knust.

Clemens Pommerening nutzte schließlich die Sitzung des Verbandes, um sich den Mitgliedern vorzustellen und seine Ziele zu offenbaren. Dabei gab auch er eine erste Spitze in Richtung des Gegenkandidaten der Aktiven Bürger ab. Den von den Aktiven als erfahrenen Arbeiter aus der Wirtschaft angepriesenen Kandidaten Jens Kottlarz entgegnete Pommerening, dass man die Arbeit in der Wirtschaft nicht mit der in einer Gemeinde vergleichen kann. Dort gilt es zum Beispiel rund 70 Personen in der Personalverwaltung zu führen. Der aus Überzeugung unabhängige Pommerening möchte die Gemeinde auch lebens- und liebenswert erhalten. Ihm ist bewusst, dass momentan nur Löcher gestopft werden. Die Erhöhung der Einnahmen ist ein langwieriger Prozess, der nur in kleinen Schritten vollzogen werden kann. Er ist aber zuversichtlich, dass sich etwa der Landkreis zukünftig stärker bei den Kindertagesstätten einbringt und sich auch Fördermöglichkeiten für den Flecken ergeben werden. Wichtig ist ihm vor allem, dass die Infrastruktur erhalten bleibt. „Auch das Bildungsangebot bei uns ist ein Traum, was wir unbedingt erhalten sollten und worum uns viele Gemeinden beneiden!“ Bezüglich der Grundschule Oldendorf will er die nächste Zeit abwarten und die Schule nicht auf Teufel komm raus schließen. „Noch ist Leben in den Orten und das müssen wir erhalten!“ Bezüglich der Wirtschaftsförderung ist ihm bewusst, dass aktive Förderung finanziell nicht möglich ist. Aber die Unternehmen vor Ort müssen unterstützt werden. Angeprangert hat er das Fehlen eines Gewerbegebietes im Flecken. Hier hat man aus seiner Sicht in den letzten 20 Jahren die Entwicklung verschlafen.

In Bezug auf die Brandthemen der letzten Wochen – die Stromtrasse Suedlink und den Ausbau des Güterverkehrs – hat er auch Stellung bezogen. Aus seiner Sicht muss im Hinblick auf den wichtigen Tourismus die Landschaft als ein großes Kapital erhalten bleiben. Daher muss man die Stromtrasse und den Ausbau des Güterverkehrs weiterhin kritisch im Auge behalten. „Durchrauschende Güterzüge im fünf-Minuten-Takt wären ein Horroszenario!“

Auch der anwesende Bundestagsabgeordnete Michael Vietz beglückwünschte die Versammlung zur ihrer Kandidatenwahl und nahm noch zu bundespolitischen Themen am Abend Stellung.

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