Gewerbetreibende hoffen auf mehr Polizeiunterstützung

Prävention steht im Mittelpunkt

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Kriminaldirektor Ralf Leopold (2.v.r.) nimmt ausführlich Stellung zu der Sicherheitslage in Salzhemmendorf

Salzhemmendorf – Subjektiv ist das Sicherheitsgefühl gerade für Gewerbetreibende in Salzhemmendorf nicht das Beste. Kriminaldirektor Ralf Leopold, Leiter der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden stand nun im Rathaus Rede und Antwort. 

Die Firma Walter Buhr GmbH erlebte etwa in dreieinhalb Jahren gleich zehn Einbrüche in ihre Tankstellen. Auch in die Geschäfte der Bäckerei Bohne oder in die Filiale der Bäckerei Biel wurde eingebrochen und Geschäfte wie der Rewe-Markt von Diebes-Banden heimgesucht. Auch der Vandalismus am Bürgerbus hat viele Salzhemmendorfer aufhorchen lassen. „Mich haben einige Bürger auf die Vorfälle angesprochen und mich zum Nachdenken gebracht. Daraufhin habe ich die Polizei angesprochen und zusammen mit Clemens Pommerening nach Salzhemmendorf eingeladen“, erklärte Manfred Roth im Gespräch. Kriminaldirektor Ralf Leopold ließ sich als Leiter der zuständigen Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden nicht lange bitten und kam mit dem Leiter des Polizeikommissariats Bad Münder, Ulrich Mathies, und der Leiterin des Kriminaldauerdienstes in Bad Münder, Martina Thiedau, nach Salzhemmendorf, um Rede und Antwort für zahlreiche Gewerbetreibende im Rathaus zu stehen. Auch der Landtagsabgeordnete Ulrich Watermann (SPD) folgte der Einladung zu der Diskussion, da er sich im Landtag vor allem dem Thema Innere Sicherheit widmet. Während die Gewerbetreibenden die Arbeit der drei örtlichen Beamten in der Polizeistation Salzhemmendorf zu schätzen wissen, wurden vor allem die teilweise langen Anfahrzeiten nach Salzhemmendorf bemängelt. Leopold gab zu, dass die Anfahrt schon mal etwas länger dauern kann. Das Polizeikommissariat Bad Münder ist für ein Gebiet von rund 300 Quadratkilometern mit drei Kommunen und etwa 35 000 Einwohnern zuständig. Außer halb der normalen Geschäftszeiten ist in der Regel nur ein Streifenwagen in dem Gebiet unterwegs, um alle Sachverhalte abzuarbeiten oder Präsenzstreife zu fahren. Leopold stellte im Gespräch aber auch klar, dass die Schwerpunkte der Polizei einfach mehr in Ballungsräumen liegen. Die Statistik zeigt, dass Menschen in Ballungsräumen deutlich öfter Opfer von Straftaten werden. „Hundertprozentige Sicherheit ist dabei aber ausgeschlossen. Auf dem Land lebt es sich grundsätzlich einfach sicherer“, erklärte Leopold. Durch die Kooperative Regionalleitstelle in Hameln wird dabei sichergestellt, dass benachbarte Polizeidienststellen bei Bedarf im Zuständigkeitsgebiet des Polizeikommissariats Bad Münder aushelfen. Nicht ohne Stolz offenbarte der Inspektionsleiter dazu, dass die Aufklärungsquote dieses Jahr wieder erhöht werden konnte und jetzt rund 72 Prozent beträgt, was von der guten Polizeiarbeit vor Ort zeugt. Das liegt deutlich über dem Landesdurchschnitt von rund 50 Prozent. Mit dem landesweiten Stellenaufwuchs um 1500 Dienstposten hofft Leopold, dass die Ergebnisse der Polizei zukünftig noch weiter verbessert werden. Die leitenden Polizeibeamten zeigen sich zuversichtlich, dass auch die hiesige Polizeiinspektion den Stellenaufwuchs etwas zu spüren bekommen und Institutionen wie die Verfügungseinheit noch weiter stärken kann. Trotz der Erklärungen sagten die Polizeibeamten zu, dass den Gewerbetreibenden auch geholfen werden soll. Ulrich Mathies bot an, dass Präventionsmaßnahmen die Gewerbetreibenden unterstützten sollen. „Die Maßnahmen zur Gefahrenabwehr sind dabei manchmal ganz einfach und oft auch kostenneutral“, so Martina Thiedau. Spezial geschulte Präventionsbeamte kommen auch vor Ort und beraten kostenfrei zu den verschiedensten Themen. Dazu wurden gleich noch Telefonnummern ausgetauscht, damit man vor Ort über weitere Maßnahmen zur Gefahrenabwehr beraten kann. Möglich sind dabei auch Vorträge zu der immer weiter um sich greifenden Internetkriminalität, wo zielgruppengerecht auf Senioren, Erwachsene oder auch Kinder eingegangen werden kann.

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