Agrar Energie Lauenstein zieht positives Fazit der Biogasanlage

Nach über sieben Jahren Motorenaustausch

In diesem Jahr wird der Mais auf 320 Hektar Anbaufläche geerntet.

LAUENSTEIN Im Sommer 2005 entstanden die ersten Planung für die erste Biogasanlage in Lauenstein – die heutige Agrar Energie Lauenstein GmbH & Co. KG, kurz AEL. Am 22. Dezember 2006 war es dann nach einigen zu umfahrenden Klippen soweit und die erste Stromeinspeisung in das öffentliche Netz wurde vollzogen. Während es am Anfang noch einige Bedenken und entsprechenden Gegenwind von Anwohnern gab, gibt es über sieben Jahre später kaum noch Schwierigkeiten.

Dies ist sicherlich dem geschuldet, das die Betreiber der Anlage die Anliegen der Anwohner ernst nehmen. So werden jedes Jahr zur Ernte die Fahrer angewiesen, in den Orten langsam zu fahren und auch Dreck zu vermeiden. In den meisten Fällen werden die direkten Ortslagen nach Möglichkeiten sogar umfahren und Umwege in Kauf genommen, damit während der meist zweiwöchigen Erntezeit die Anwohner nicht übermäßig belastet werden.

Die Ernte 2013 wird für die Lauensteiner Einwohner aber von der Belastung her nicht so hoch ausfallen wie 2012. Denn in diesem Jahr wird nur auf 320 Hektar Mais durch das Lohnunternehmen Dettmer aus Kettenkamp gehäckselt und eingefahren. Pro Hektar rechnet Folkart Müller von der AEL mit einem Ertrag von rund 50 Tonnen Maissilage, was ein eher durchschnittliches Ergebnis darstellt. 2012 erfolgte noch eine Ernte von 630 Hektar Anbaufläche mit einer Ernte von rund 60 Tonnen pro Hektar. Da aber von 2012 noch ein großer Rest über ist, musste dieses Jahr entsprechend weniger angebaut werden für die Lauensteiner Anlage, die eigentlich sogar zwei Biogasanlagen umfasst.

Die von 32 Gesellschaftern (darunter zwölf Landwirte) betriebene Anlage beinhaltet zwei Motoren mit jeweils 700 Kilowatt elektrischer Leistung. Diese beiden Motoren produzieren pro Jahr rund elf Millionen Kilowattstunden Strom. Doch die Tage dieser Motoren sind gezählt. Vermutlich 2014 werden sie durch zwei neue Motoren ausgetauscht, wodurch sich auch der Wirkungsgrad durch die modernere Technik von etwa 38 auf über 40 Prozent verbessert. „Schon beim Bau der Anlage haben wir aber mit einer Haltbarkeit von sieben bis acht Jahren für die Motoren kalkuliert, die derzeit jeweils auf eine Laufzeit von weit über 50 000 Stunden kommen“, so Müller. Neben dem Strom produziert die Anlage etwa sechs Millionen Kilowattstunden Wärme pro Jahr, was im Vergleich rund 600 000 Litern Heizöl entspricht. Damit werden seit 2007 die Ith-Sole-Therme und seit 2011 die benachbarte KGS, Kreissporthalle sowie das Hallenbad in Salzhemmendorf mit Wärme versorgt. Um die Wärmeleistung gleichmäßíg zu garantieren, wurden 2011 zudem zwei Pufferspeicher auf dem Gelände installiert. Damit ist gewährleistet, dass immer genug Wärme an den benötigten Orten in Salzhemmendorf ankommt. Derzeit kommt die gesamte Anlage auf einen Nutzungswert von 60 bis 70 Prozent, was aufgrund des geringen Wärmebedarfs im Sommer kaum noch verbesserbar ist.

Die Anlage benötigt pro Tag etwa 60 Tonnen Biomasse. Neben dem Hauptinhalt Mais kommt ein geringer Anteil an Grünroggen, Hühnertrockenkot sowie Rindermist aus der Region hinzu, was sich positiv auf den Gärprozess auswirkt.

Aufgrund der Witterung musste die Maishäckselung in der Erntezeit unterbrochen werden. Damit das rund 35 000 Tonnen fassende Lager in Lauenstein gefüllt wird, werden 2013 insgesamt etwa 15 000 Tonnen geerntet. Vor zwei Jahren hat die AEL in der Anlage auch den Einsatz von Zuckerrüben statt Mais getestet, doch inzwischen ist man wieder auf Mais umgestiegen, da der Preis von Zuckerrüben enorm angezogen hatte. Ein Ausbau der 2006 für etwa fünf Millionen Euro gebauten Anlage ist mittelfristig laut Müller nicht geplant. Nach weiteren acht Tagen müsste auch die Ernte 2013 eingefahren sein und sich das Verkehrsaufkommen rund um die Anlage wieder beruhigen. gök

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