Neue Einrichtung öffnet im Sommer 2016 ihre Pforten

Der Lebenstraum

Das Haus in Leverdagsen soll sich zu einem Zuhause für Kursusteilnehmer und Künstler entwickeln.

LEVEDAGSEN Zwei Jahre lang haben sie fast jede freie Minute ihrer Freizeit genutzt. Wände wurden rausgerissen, Leitungen neu verlegt, Badezimmer saniert, Balken im Fachwerk neu gesetzt und mit Lehm wieder verputzt. In einigen Wochen werden die Arbeiten im unteren Gebäudeteil abgeschlossen sein. „Wie für jeden Hausbesitzer ist es manchmal frustrierend, wenn man den ganzen Tag an einer Sache arbeitet und abends keinen Fortschritt sieht. Solche Tage hatten wir oft. Doch wenn man die Fotos von vor zwei Jahren mit dem heutigen Zustand vergleicht, sind wir schon sehr zufrieden“, so Andreas Honka.

Der Erzieher hat zusammen mit Tanja Schiller-Korn vor zwei Jahren den Resthof in Levedagsen gekauft und so einen Lebenstraum verwirklicht. Vorher hatten die beiden schon über Jahre nach dem richtigen Objekt Ausschau gehalten, doch irgendetwas hatte immer nicht gepasst.

Die studierte Diplom-Kunsttherapeutin und Kunstpädagogin im Fachbereich Bildende Kunst träumte schon lange Zeit davon, in eigenen Räumen Kurse für Menschen mit und ohne Handicap anzubieten. Auch Honka war von der Idee seiner Partnerin schnell begeistert: „Unsere Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bereitet uns viel Freude, zerrt aber auch sehr. Bei Kursen ist der Vorteil, dass die Teilnehmer darauf viel Lust haben und entsprechend motiviert sind.“ Die beiden wollen auch kein Konkurrenzprogramm aufbauen, sondern ergänzend wirken.

Kreativangebot

Gerne sollen auch Künstler aus der Region Kurse in den Räumen des „HadeMö“, wie das „Haus der Möglichkeiten“ abgekürzt heißt, halten können. Der Name ist bewusst gewählt. Honka und Schiller-Korn wissen noch nicht, wie sich das Ganze entwickeln wird. Für Januar ist schon der erste Kindergeburtstag mit einem Kreativangebot gebucht, der als Auftaktveranstaltung dient. Mit anderen Angeboten geht es ab Sommer los. Die 42-jährige Schiller-Korn hat sich mittlerweile viele Fähigkeiten angeeignet. In ihrem Studium erlernte sie schon Kenntnisse im Bereich der Malerei aller Art. Mittlerweile kommen noch Fertigkeiten wie Kerzen ziehen, Töpfern, Filzen, Körbe flechten, Häkeln, Stricken, Mosaik, Schnitzen, Origami und Specksteinbearbeitung dazu. „Wir wollen mit vielen netten Menschen tolle Dinge erleben“, so Schiller-Korn. In den vergangenen Wochen kam auch eine Kletterausbildung hinzu. Während Honka schon länger in der Region als Kletterer unterwegs war, machte das Paar nun auch einen Kletterschein, um Personen das Klettern beizubringen und sie zu begleiten. Vielleicht entsteht später in Levedagsen auch mal eine Unterbringungsmöglichkeit extra für Kletterer, die hier viel in der Gegend unterwegs sind. Die Möglichkeiten der weiteren Nutzung will sich das Paar in alle Richtungen offen halten. Das Gelände in Levedagsen schätzen gelernt haben auch schon die Kinder aus dem Freundeskreis des Paares. So wurde schon im Heu übernachtet, in der Scheune gebastelt oder sich mit den Tieren beschäftigt. Ständige Bewohner auf dem Gelände sind schon die zwei Schafe Thor und Odin. Zeitweise kommen noch Kaninchen, Meerschweinchen und Hunde dazu, die zur Zeit noch mit dem Paar in Lauenstein wohnen. Als Wohnort ist Levedagsen bisher nicht vorgesehen, auch wenn die beiden Eigentümer dort auch schon öfter übernachtet haben. In das Gebäude selber wurde schon viel Arbeit investiert. Schmuckstück ist der Küchenofen, der mit einem Wasseranschluss auch für eine Heizung im ganzen Haus sorgt. Der Hof selber wurde im 19. Jahrhundert in Ockensen gebaut und später abgebaut und in Levedagsen wieder aufgebaut. Alte Zeichnungen vom Fachwerk sind noch vorhanden.

Aufgrund der Gegebenheiten ist das Gelände perfekt für das Vorhaben der beiden geeignet. Denn Kurse oder Workshops sind drinnen und draußen möglich. Die Vorbesitzer waren von der Idee des Paares so angetan, dass auch eine Weide mit verkauft wurde. „Wir wollen hier Menschen den Raum geben, sich selbst zu verwirklichen. Der untere Bereich des Hauses ist nun fast fertig, wo es neben einer Küche, einem Aufenthaltsraum und einem Bad auch bald noch ein Kinderatelier gibt. Die oberen Räume werden schneller saniert sein, da diese sich in einem guten Zustand befinden. Im hinteren Teil des Gebäudes entsteht noch ein großer Kursusraum, der für viele Möglichkeiten genutzt werden kann“, so Schiller-Korn.

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