Landrat Tjark Bartels nimmt seine Arbeit auf: „Tod von Rüdiger Butte wird noch lange in den Köpfen bleiben“

Die ersten 36 Stunden im Kreishaus

Hier ist es passiert, hier geht es weiter: Der Landrat des Kreises Hameln-Pyrmont, Tjark Bartels, besteht darauf, seine Arbeit im Büro seines Vorgängers aufzunehmen und „das Kreishaus wieder mit Leben zu füllen“. Fotos: Vogelbein

HAMELN Als der Landrat des Kreises Hameln-Pyrmont im April dieses Jahres in seinem Kreishaus-Büro ermordet wurde, herrschte Schock und Verunsicherung deutschlandweit. Neben der Frage, wie öffentliche Einrichtungen in Zukunft sicherer gemacht werden können, musste auch ein neuer Landrat gefunden werden. Zur Wahl stellten sich am 22. September der ehemalige niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU) und der Bürgermeister der Gemeinde Wedemark, Tjark Bartels (SPD). Letzterer gewann die Wahl deutlich. Am Montag nahm er seine Arbeit im Kreishaus auf.

„Ich will in die Fußstapfen von Rüdiger Butte treten und den erfolgreichen Weg weitergehen“, betonte Bartels nun in seinem ersten Pressegespräch, nachdem er sein Amt am 10. Oktober offiziell angenommen hatte. Die Todesumstände seines Vorgängers würden noch „eine ganze Weile im Raum stehen“, so der SPD-Politiker. An der traditionellen Kreishauspolitik einer offenen Tür soll das aber nichts ändern. „Natürlich werden in Zukunft andere Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um im Ernstfall schnell Hilfe herbeiholen zu können“, kündigte der Erste Kreisrat Carsten Vetter ein neues EDV-System an. Wer dann hilft und wie das konkret aussieht, soll der Besuch eines externen Beraters in den nächsten Wochen genauer klären. Über seine Sicherheit macht sich der neue Landrat jedoch keine Sorgen, und auch Carsten Vetter betont, dass mögliche Konfliktsituationen auch in Zukunft die Mitarbeiter vor Probleme stellen könnten. Erst vor einer Woche sei es erneut zu einem kleineren Vorfall gekommen, bei dem ein Kreishausmitarbeiter von einem Bürger bedroht wurde. „Es macht keinen Sinn, sich jetzt nach außen abzuschotten“, so Vetter.

Große Aufgabe

Wie oft der neue Landrat in den nächsten Wochen aber überhaupt im Kreishaus anzutreffen ist, wird sich noch herausstellen: Der Terminkalender sei bereits voll. Treffen mit den Gemeinden und Bürgermeistern, aber auch wichtige Themen aus dem eigenen Wahlkampf stehen auf dem Plan. Aktuell laufe der normale Kreishaus-Betrieb aber parallel weiter, erklärt Bartels. So habe der bald anstehende Haushaltsplan absolute Priorität, aber auch die Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs im Landkreis benötige seine ganze Aufmerksamkeit. Seine ersten Tage im Kreishaus verbringt der 44-Jährige jedoch damit, seine neuen Kollegen zu besuchen und interne Gespräche zu führen: „Ich will mich im Haus bekannt machen“, erklärt der Landrat. Dabei habe er etwas Wichtiges schon bemerken können: „Ich bin ausgesprochen gut begrüßt worden. Die Organisation ist toll vorbereitet und macht mir den Einstieg leicht.“ Dennoch weiß Bartels um die große Herausforderung, die der Kreis Hameln-Pyrmont für das Amt des Landrats bereithält: „Ich habe großen Respekt vor dieser Aufgabe“, dazu gehöre auch die Nachfolge Rüdiger Buttes, der, wie Bartels betont, sobald die Zeit den notwendigen Abstand geschaffen hat, geehrt wird: „Es steht außer Zweifel, dass eine öffentliche Einrichtung bald nach dem ehemaligen Landrat Rüdiger Butte benannt wird.“ Dies solle dann in jedem Fall im Einvernehmen mit der Familie geschehen.

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