Nach Brandanschlag: Tatverdächtige weiter in U-Haft / Einer ist Mitglied der Feuerwehr

Entsetzen ist noch immer groß

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Etwa 2000 Menschen beteiligen sich an einer Demonstration unter dem Motto „Gute Nachbarschaft“, um ihrer Solidarität mit den Asylbewerbern und Flüchtlingen Ausdruck zu verleihen.

SALZHEMMENDORF - Ein paar Tage sind nach dem Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim in Salzhemmendorf Ende August ins Land gegangen. Die Reaktionen waren eindeutig und die Erkenntnisse wachsen nach und nach.

„Der Brandanschlag vom 28. August hat den Flecken Salzhemmendorf erschüttert, ein derartiges Verbrechen in unserer Gemeinde lag außerhalb jeder Vorstellungskraft“, sagt Bürgermeister Clemens Pommerening und fügt hinzu: „Mit großer Erleichterung wurde daher der schnelle Erfolg der Ermittlungsbehörden zur Kenntnis genommen. Hier zeigt sich, dass eindeutig und konsequent gehandelt wurde und insbesondere auch die Flüchtlinge sich auf unseren Staat verlassen können. Dass zumindest zwei der mutmaßlichen Täter aus dem Gemeindegebiet kommen ist erschreckend und zeigt, dass wir wachsam sein müssen und uns entsprechenden Tendenzen konsequent entgegenstellen müssen. In unserer Gemeinde ist kein Platz für Radikalismus oder sogar Extremismus.“

Weiter erklärt er: „Besonders hervorzuheben ist daher die eindeutige und positive Reaktion mit der Demonstration vom gleichen Abend, als über 2000 Personen für eine gute  Nachbarschaft, für eine gelebte Willkommenskultur und gegen Fremdenfeindlichkeit demonstriert haben. Dieses war ein eindeutiges Zeichen, dass die Verbrecher am Rande unserer Gemeinschaft stehen und wir für unsere neuen Nachbarn einstehen.“

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 Die Staatsanwaltschaft Hannover hat Haftbefehle gegen drei Tatverdächtige erlassen. Ein 24-Jähriger und 30-Jähriger (beide aus Salzhemmendorf) sowie eine 23-jährige Frau aus Springe konnten nach Auswertung von Spuren, Zeugenaussagen und Vernehmungen sowie aufgrund von Vorerkenntnissen der Polizei bereits am Freitag vergangener Woche ermittelt werden. Der 24-Jährige ist bereits mit Delikten aus den Bereichen Sachbeschädigung und Körperverletzung sowie politisch motivierter Einzeltaten auffällig geworden. Der 30-Jährige ist wegen Sachbeschädigung und Diebstahls bekannt. Der Vorwurf gegen alle drei Tatverdächtigen lautet versuchter gemeinschaftlicher Mord sowie schwere Brandstiftung. Sie sitzen weiter in Untersuchungshaft. „Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern an, und zu möglichen Motiven können noch keine Aussagen gemacht werden“, erläutert Staatsanwältin Kathrin Söfker. Auch mag sie sich nicht dazu äußern, ob mittlerweile Geständnisse vorliegen. „Mit Erschrecken mussten wir feststellen, dass einer der mutmaßlichen Täter Mitglied der Feuerwehr ist und sogar an den Löscharbeiten teilgenommen hat. Bis zur Gerichtsentscheidung wurde umgehend eine Beurlaubung aus dem Feuerwehrdienst ausgesprochen“, informieren in einer gemeinsamen Erklärung Bürgermeister Clemens Pommerening, Gemeindebrandmeister Walter Wiegmann und Ortsbrandmeister Thomas Hölscher.

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Weiter teilen sie mit: „Während des Feuerwehrdienstes wurden bislang keine rechtsradikalen Tendenzen erkennbar. Bei entsprechenden Äußerungen wäre sofort reagiert worden. Die Feuerwehr Salzhemmendorf steht für die Grundprinzipien unserer demokratischen Gesellschaft ein und verurteilt jeglichen Extremismus und Radikalismus.“ Vor etwa fünf Jahren war der Mann bereits strafrechtlich auffällig, dieses zog einen Austritt aus der Feuerwehr nach sich. Vor etwa zwei Jahren hat er um erneute Aufnahme gebeten. Um ihm eine zweite Chance zu geben und auch wegen der integrativen Aufgabe der Feuerwehr, wurde ihm dieses gewährt.

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