Sanierungsstau und Neubauwünsche im Zeichen des Hochwasserschutzes

Brücken stehen im Fokus

Die Brücke im Weenzer Bruch soll abgerissen werden. Foto: Göke

THÜSTE / WALLENSEN  Egal ob zu Fuß oder mit dem Auto. Brücken ersparen den Nutzern nasse Füße. Und derzeit sind Brücken in Wallensen und Umgebung groß im Gespräch. Da gibt es zum einen bestehende Brücken, die einen großen Sanierungsbedarf haben oder aber andere, die aus Gründen der Fließgewässerentwicklung abgerissen werden sollen.

Die Brücke über die Saale beim Waldhotel Humboldt wird vorwiegend von Wanderern und Radfahrern im Naherholungsgebiet Weenzer Bruch genutzt. Unterhalb der Brücke fließt das Wasser der Saale über Kaskaden Richtung Saaletal. Zukünftig soll diese Brücke der Fließgewässerentwicklung zum Opfer fallen und abgerissen werden. Die Saale soll in diesem Bereich um den Weinberger See verlegt werden und der See als Rückhaltebecken in Hochwasserzeiten dienen. Durch eine Absenkung von anderthalb Metern könnte dort ein so großes Rückhaltevolumen entstehen, dass gerade bei Starkregenereignissen die Bewohner des Saaletals in Wallensen, Ockensen, Salzhemmendorf oder Oldendorf ruhiger schlafen könnten, anstatt dauernd Pumpen bei Hochwasser in ihren Kellern zu betreiben. Dieser Schutz würde für die Gemeinde Salzhemmendorf günstig werden. Gesamtkosten von über 900 000 Euro steht lediglich ein Eigenanteil von rund 30 000 Euro gegenüber, wodurch der Hochwasserschutz im Bereich Salzhemmendorf deutlich greifbarer wird. Die Ortsratsmitglieder haben aber die Befürchtung, dass zukünftig dann eine Brücke in dem Naherholungsgebiet im Weenzer Bruch fehlt, wo Wanderer und Radfahrer die Saale queren können. Doch Bürgermeister Clemens Pommerening konnte diese Befürchtungen etwas schmälern. Denn in den Planungen für die umfangreichen Maßnahmen wird auch von einer neuen Saalequerung ausgegangen. Zusammen mit der Samtgemeinde Duingen will man darauf achten, dass auch zukünftig an der Stelle eine Saalequerung trockenen Fußes möglich ist. Die Baumaßnahmen für die Fließgewässerentwicklung sollen 2016 starten.

Für viel mehr Kopfschmerzen sorgten dagegen die Ausführungen von Bauamtsleiter Wolfgang Kapa bezüglich der Brücken Mühlengraben und Neuer Weg in Thüste sowie Bachstraße in Wallensen während der Ortsratssitzung. Bei allen drei Brücken besteht erheblicher Sanierungsbedarf, wobei im Bereich Neuer Weg sogar nur ein Neubau weiterhilft. Hierfür rechnet Kapa mit Kosten in Höhe von rund 450 000 Euro. Die im Haushalt vorgesehenen Sanierungskosten von 35 000 Euro für die Brücke Mühlengraben sollen nach Beschluss des Bauausschusses für die Planung des Neubaus der Brücke Neuer Weg verwendet werden, da die Maßnahmen dort noch geschoben werden können. In etwa zwei Jahren könnte die Brücke Neuer Weg fertiggestellt sein und den hohen Belastungen durch landwirtschaftlichen und gewerblichen Verkehr wieder ohne Probleme standhalten. Bis dahin dient dann die Brücke über den Mühlengraben als Hauptbrücke für den Verkehr, obwohl hier der rechte Winkel zur Straße gerade für große Fahrzeuge ein Problem darstellen könnte. Bis zur Fertigstellung kommt es aber zu Behinderungen. So kann etwa die Bushaltestelle in der Langen Straße nicht angefahren werden. Hier besteht die Überlegung, dass für die Zeit der Sanierung die Haltestelle gar nicht angefahren und nur die Haltestelle im Ortszentrum genutzt wird.

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