Bauausschuss diskutiert auch zum Martinsgraben und zum Südlichen Wieter

Windenergie bleibt weiter Thema in Northeim

Neubaugebiet Martinsgraben
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Für das Neubaugebiet am Martinsgraben wurden einige Änderungen beschlossen.

Northeim – Viel zu diskutieren gab es während der beiden jüngsten Bauausschusssitzungen in Northeim. Für die Feuerwehr Berwartshausen scheint der Traum von einem Feuerwehrhaus geplatzt zu sein.

In der kleinen Ortschaft sollte ein neues Feuerwehrhaus mit einem Raum zur dorfgemeinschaftlichen Nutzung gebaut werden, so der Vorschlag der Verwaltung. Aktuell ist das Fahrzeug der Feuerwehr in einem umgebauten Scheunenteil untergebracht, der nur gemietet ist. Bereits 2013 wurden Sicherheitsdefizite festgestellt, die 2019 bestätigt wurden. Dennoch sprach sich die Mehrheit der Bauausschussmitglieder gegen einen Neubau aus. Lediglich die drei SPD-Mitglieder stimmten dafür. Auch der Vorschlag der SPD, diesbezüglich einen Runden Tisch mit allen Beteiligten einzurichten, um eine andere Lösung zu finden, wurde von den restlichen Mitgliedern abgelehnt.
Große Einmütigkeit herrschte allerdings beim Thema Windenergie. Die Fraktionen „Gemeinsam für Höckelheim“ und FUL hatten bei der Stadt beantragt, unter anderem dafür zu sorgen, dass die Windenergiepotenzialflächen neu geplant werden. Von den rund 1.600 Hektar Fläche im gesamten Landkreis sind laut Plan des Landkreises 548 Hektar im Stadtgebiet Northeim, davon 383 Hektar im Bereich Höckelheim, Hollenstedt und Stöckheim. vorgesehen Das entspricht rund 24 Prozent der gesamten Windenergiepotenzialfläche. Laut Landkreis sollen einzelne Gebiete jedoch nicht über Gebühr belastet werden, was bei den aktuellen Planungen aber der Fall wäre. Die Stadtverwaltung wolle sich allerdings dafür einsetzen, dass die bisher im Regionalen Raumordnungsprogramm vorgesehenen Flächen reduziert werden, sobald die formale Beteiligung der Stadt am RROP erfolgt. Diesem Vorschlag stimmte der Bauausschuss einstimmig zu. 
Gute Nachrichten gibt es für alle, die auf den Pferdesportfachmarkt warten. Der Bauausschuss gab jetzt grünes Licht für den Bau nahe des Autohofs. Vorbereitend muss jedoch noch der Pylon des Autohofs um ein paar Meter versetzt werden. Die Firma Krämer Pferdesport Schmeckenbecher GmbH und Co. KG erwartet die Baugenehmigung bis Ende des Jahres. 
Einstimmig und ohne viel Diskussion wurde ebenfalls beschlossen, das bisherige Industriegebiet am Mittelweg in ein Industrie- und Gewerbegebiet umzuwidmen. So sollen sich vor allem auf un- oder mindergenutzen Grundstücken wohnverträgliche Betriebe ansiedeln.
Zugestimmt wurde ebenfalls den Änderungen des B-Plans Nr. 126 „Am Martinsgraben“. Während im östlichen Teil des Neubaugebiets weiterhin Einfamilienhäuser entstehen sollen, ist im westlichen Bereich nun auch eine Bebauung mit drei Vollgeschossen plus Staffel- oder Dachgeschoss zulässig. So soll laut Erschließungsträger die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme sichergestellt werden. „Wegen der Hanglage wird aber ein Geschoss quasi egalisiert“, beruhigt der stellvertretende Ausschussvorsitzende Rainer Giesemann, dass man über die dreigeschossigen Häuser deshalb problemlos gucken könnte. Auch die Aufstellung eines neuen B-Plans Nr. 125 „Südlicher Wieter“ wurde vom Bauausschuss beschlossen. Hintergrund ist, dass mehrere Bauherren in dem Neubaugebiet Probleme mit der Hanglage hätten, so dass eine Stützmauer erforderlich ist. Diese ist laut aktuellem B-Plan jedoch verboten. „Die Erde hält dem Druck zum Beispiel bei Fertighäusern nicht stand“, weiß Giesemann. Bis der neue B-Plan rechtswirksam ist, können allerdings gut eineinhalb Jahre vergehen. Bis dahin wäre der Bau einer Stützmauer nicht rechtens. Daher soll die Verwaltung nun prüfen, ob es für die betroffenen Bauherren eine Ausnahme geben kann.
Eine weitere Änderung gibt es auch bezüglich des B-Plans Nr. 60 „Vor dem Brillenkampe“. Ein Vorhabenträger hatte geplant, die ehemals als Gewerbegebiet genutzten und jetzt brachliegenden Flächen gegenüber der Harz-Weser-Werke in ein Mischgebiet zu überführen. Der zu überplanende Bereich ist jedoch als Überschwemmungsgebiet ausgewiesen, weshalb der Bauausschuss beschlossen hat, das Gebiet als landwirtschaftliche und Kleingartenfläche auszuweisen.

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