Stadt Northeim ist nach FUL-Antrag im Austausch mit dem Eigentümer

Was wird aus der alten Zuckerfabrik?

Alte Zuckerfabrik Northeim
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Die alte Zuckerfabrik in Northeim ist Thema im PBU: Könnte das Gelände anderweitig genutzt werden?

Northeim – Was geschieht mit der „Industrieruine“ ehemalige Zuckerfabrik in Northeim? Diese Frage hatte sich die FUL-Fraktion im Stadtrat gestellt und im März einen entsprechenden Antrag an die Verwaltung geschickt. Seit die letzte Kampagne 1985 gefahren wurde, nage der Zahn der Zeit an den noch immer auf dem Gelände befindlichen Gebäuden und Maschinen. Auf dem Gelände sehen die Antragsteller, die entsprechende Gespräche seitens der Stadt mit dem Eigentümer forderten, unter anderem Potenzial für die Ansiedlung neuer Betriebe.

Im Sommer 1986 hat die Firma August Oppermann das etwa sechs Hektar große Fabrikgelände mit allen Einrichtungen und etwa 20 Hektar Ackerfläche erworben. Wie die Stadt Northeim im Vorfeld der jüngsten PBU-Sitzung mitteilte, habe die Verwaltung Ende März eine Anfrage bei der Firma vorgelegt und Mitte April eine Stellungnahme erhalten. Darin heißt es, dass das Areal seit Jahrzehnten als Lager für Gerätschaften und Material für die Gewinnung von Bodenschätzen aus Steinbrüchen, Kies- und Sandgruben genutzt werde. Nicht für die Eigennutzung geeignete Teilbereiche seien an ein Logistikunternehmen und an einen Recyclingbetrieb vermietet.

Eine im Antrag der FUL befürchtete Umweltgefährdung aufgrund eventueller Restmengen verschiedener Stoffe in den Maschinen und Tanks könne ausgeschlossen werden: Aus den Maschinen seien sämtliche Stoffe abgelassen worden, auch von den Schwerölresten in den beiden großen Tanks gehe derzeit keine Gefahr aus. Wie der Eigentümer zudem mitteilte, habe bereits ein erster Kontakt mit der Wirtschaftsförderung der Stadt, dem Bauamt und dem Bürgermeister stattgefunden, um auch zukünftig eine tragfähige Standort- und Flächenentwicklung zu gewährleisten.

Wie die Stadt Northeim hinzufügt, gehe derzeit von der „Indistrieruine“ keine Gefahr für die allgemeine Nachbarschaft aus, so dass der Eigentümer nicht zu einem Rückbau der Anlagen verpflichtet werden könne. Eine verwaltungsinterne Prüfung habe ergeben, dass auf dem Gelände derzeit keine baurechtswidrigen Zustände herrschen, die ein Eingreifen der Verwaltung erfordern würden.

„Wir haben lediglich angeregt, Gespräche mit der Firma Oppermann zu führen. Nichts anderes haben wir gewollt“, lobte FUL-Fraktionsvorsitzender Armin Töpperwien die Ansätze der Verwaltung in der Mitteilungsvorlage. In keiner Form habe die Fraktion im Sinn gehabt, dem Eigentümer Vorschriften zu machen, doch sollte die ehemalige Zuckerfabrik nicht in Vergessenheit geraten: „Noch gibt es Leute, die wissen, was dort auf dem Gelände passiert ist.“ Denn unter anderem Rainer Giesemann (SPD) hatte angemerkt: „Ein Eigentümer kann auf seinem Gelände eigentlich machen, was er will“, weshalb er nicht glaube, dass Verwaltung und Politik an dieser Stelle großartig einwirken könnten. Hans Harer (Grüne) jedoch bestärkte den Hintergrund des Antrags, immerhin sei das Aussehen „einer derart großen Industrieruine durchaus von öffentlichem Interesse“.

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