Im Northeimer Wahllokal haben die Mitarbeiter schon jetzt viel zu tun

Trend geht zur Briefwahl

Team Bürgerdienste im Briefwahlbüro
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Alle Hände voll zu tun haben die Mitarbeiter der Bürgerdienste um Leiter Uwe Ritter (2.v.r.) mit den anstehenden Kommunal- und Bundestagswahlen.

Northeim – Wenn am 12. September die Kommunalwahlen und am 26. September die Bundestagswahlen stattfinden, werden sehr wahrscheinlich weniger Menschen als sonst an diesen Sonntagen in ihre Wahllokale gehen. Der Grund: Viele haben sich für die Briefwahl entschieden.

Bis Donnerstagmorgen hatten allein in Northeim mehr als 3.150 Menschen Briefwahl für die Kommunalwahl beantragt oder haben ihre Kreuze bereits im Wahlbüro im Rathaus gemacht. „Das sind aktuell 13,4 Prozent der Wahlberechtigten“, erklärt Uwe Ritter, Leiter der Bürgerdienste der Stadt Northeim und mit seinem Team zuständig für den reibungslosen Ablauf der Wahlen. Zum Vergleich: Bei den Kommunalwahlen 2016 gab es insgesamt rund zehn Prozent Briefwähler – und noch sind zwei Wochen Zeit bis zur Wahl. 23.612 Wahl­berechtigte gibt es in der Stadt Northeim für die Kommunalwahl, bei der Bundestagswahl sind 22.493 Wahl­berechtigte aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Der Unterschied resultiert daraus, dass bei der Kommunalwahl bereits Jugendliche ab 16 Jahren wählen dürfen. 
Im Wahlbüro im Rathaus gehen entweder die Anträge auf Briefwahl postalisch ein oder die Menschen kommen, um direkt dort ihre Stimmen abzugeben. „Und man kann auch online seine Briefwahlunterlagen anfordern“, ergänzt Katharina Sander von den Bürgerdiensten. Unter www.northeim.de kann dies mittels eines Formulars in wenigen Klicks geschehen. Das Wahlbüro ist montags bis donnerstags von 7.30 bis 16 Uhr und freitags von 7.30 bis 13 Uhr geöffnet. Am Freitag vor der Bundestagswahl, 24. September, ist es bis 18 Uhr besetzt. Immer vier Mitarbeiter der Bürgerdienste sind vor Ort, erstellen und versenden die Unterlagen oder beantworten Fragen. „Wir versuchen, alles zu klären und helfen, wo wir können“, versichert Sander. Vor allem aufgrund der enormen Größe der Stimmzettel – der Stimmzettel für die Stadtratswahl misst 65 mal 63 Zentimeter und auch der Zettel für die Kreistagswahl ist nur unwesentlich kleiner – gebe es immer wieder Probleme, die Stimmzettel in dem grünen Briefumschlag unterzubringen. „Auch beim Falten bieten wir unsere Hilfe an, entweder telefonisch oder vor Ort“, sagt Sander. Dass der Stimmzettel so eine enorme Größe aufweist, liegt daran, dass die Kandidaten einer Partei immer untereinander in einer Spalte stehen müssen, außerdem darf die Schriftgröße nicht zu klein sein, erklärt Ritter.
Bis 18 Uhr am Wahltag können die Stimmzettel noch abgegeben werden – entweder im Briefkasten der Stadt Northeim oder im Briefkasten des Bürgerbüros. „Alles, was später eintrifft, zählt nicht mehr“, sagt Ritter. „Und dort dürfen natürlich auch nur die Wahlunterlagen der Northeimer Bürger eingehen“, ergänzt er. 280 Wahlhelfer und rund 30 Mitarbeiter der Stadt zählen am Wahlabend dann die Stimmen aus. Die vorläufigen Ergebnisse werden auf den Homepages der Stadt und des Landkreises veröffentlicht. Am darauffolgenden Montagmorgen wird dann alles noch einmal nachgezählt und das vorläufige Ergebnis festgestellt. Am 16. September tagt dann der Gemeindewahlausschuss und stellt das amtliche Wahlergebnis fest. Die Wahlperiode beginnt dann am 1. November. 

Von einer bis drei Stimmen

Das Auszählen werde bei der Kommunalwahl deutlich länger dauern als bei der Bundestagswahl, wissen Ritter und Sander aus Erfahrung. Bei der Bundestagswahl haben die Wähler zwei Stimmen – eine Erststimme für einen Kandidaten und eine Zweitstimme für eine Partei. Bei der Kommunalwahl haben die Wähler für die Orts- sowie Stadt- oder Gemeinderatswahl bis zu drei Stimmen. Diese können entweder einem einzelnen Kandidaten, unterschiedlichen Kandidaten oder einer oder mehreren Listen gegeben werden. Wichtig: Es dürfen insgesamt nur drei Kreuze gemacht werden! Wer mehr macht, macht seinen Stimmzettel ungültig. Bei der ebenfalls stattfindenden Landratswahl hat der Wähler nur eine Stimme; er muss sich zwischen zwei Kandidaten entscheiden. Eine Besonderheit bei der Bundestagswahl ist jedoch, dass es für Northeim drei statistische Wahlbezirke gibt. Das bedeutet, dass es statistische Angaben der Wähler – aufgeteilt nach Altersgruppen sowie nach männlich und weiblich – gibt. Damit kann das Landesamt für Statistik später herausfinden, welche Altersgruppen welche Partei am häufigsten oder gar nicht gewählt haben beziehungsweise welcher Partei vor allem Frauen oder Männer ihre Stimme gegeben haben. „Das ist ein riesiger Aufwand“, weiß Ritter, denn den vielen Wählern muss der entsprechende Stimmzettel, der sich von den anderen jedoch nicht unterscheidet und auch keine Rückschlüsse auf den einzelnen Wähler zulässt, ausgehändigt werden.
Zu erreichen ist das Wahlbüro unter 05551/966198. Wer bis jetzt noch keine Wahlbenachrichtigung bekommen hat, sollte sich dort ebenfalls melden. Ab Montag kann zudem im Wahlbüro auch für die Bundestagswahl abgestimmt werden. 

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