Taschendieben das Leben schwer machen

Schutz vor Langfingern

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Matthias Heise, Kontaktbeamter der Polizei, berät Martina Girtzig auf dem Northeimer Weihnachtsmarkt, wie sie sich vor Taschendiebstahl schützen kann.

Laut polizeilicher Kriminalstatistik wurden 2018 in Deutschland insgesamt 104.196 Taschendiebstähle angezeigt, 50 davon in Northeim.

„Jeder ist einer zu viel“, sagt Matthias Heise, Kontaktbeamter der Polizei Northeim, denn oft geht nicht nur der Verlust von Geld damit einher, sondern auch der Diebstahl wichtiger Papiere wie Führerschein, Personalausweis und Co. Die Täter bevorzugen Menschenansammlungen, so gehen sie unter anderem auf Weihnachtsmärkten, in vollen Geschäfte, Bussen und Zügen oder bei Veranstaltungen auf Diebestour. Die Taschendiebe treten gern in Gruppen auf, berichtet Heise. Zunächst beobachten sie die Menschen, dann lenkt einer das Opfer ab, indem er es anrempelt, um eine Auskunft, Hilfe oder Geld bitte, Diesen Moment nutzt der Nächste, um die Beute blitzschnell aus der Kleidung, der Tasche oder dem Rucksack zu ziehen und sie an einen Dritten weiterzugeben, der schnell im Gewühl verschwindet. Neben Rempler-, Sammler und Geldwechseltrick ist auch der so genannte Beschmutzertrick sehr beliebt, dem Opfer wird angeblich versehentlich ein Getränk übergekippt oder es mit Soße beschmiert, dann versucht ihm beim Reinigen zu helfen und in diesem Moment der Ablenkung wird es bestohlen. Heise gibt Tipps, wie man sich vor den Langfingern schützen kann: • Taschendiebe lassen sich am typisch suchenden Blick erkennen. Sie vermeiden den direkten Blickkontakt zum Opfer und schauen ehr nach der Beute. • Geld, Zahlungskarten und Papiere sowie das Smartphone sollten immer in verschiedenen verschlossenen Innentaschen der Kleidung, möglichst dicht am Körper, getragen werden. • Hand- und Umhänge­taschen sollten verschlossen auf der Körpervorderseite getragen oder unter den Arm geklemmt werden. Der Verschluss sollte zum Körper zeigen. • Brustbeutel, eine Gürtelinnentasche, einen Geldgürtel oder eine am Gürtel angekettete Geldbörse sind zu empfehlen. • Geldbörsen sollten nicht oben in der Tasche oder im Korb liegen, sondern körpernah getragen werden. • Handtaschen sollten nie unbeaufsichtigt abgestellt oder hingehängt werden. • Am besten sollte nur soviel Bargeld, wie für den Einkauf oder den Weihnachtsmarktbesuch nötig, mitgenommen werden. Die meisten Taschendiebstähle bleiben unaufgeklärt, da die Tat vom Opfer häufig nicht gleich bemerkt wird. Sollte es doch zum Diebstahl kommen, dann müssen die Zahlungskarten beim Sperrnotruf unter 116116 oder bei der Bank gesperrt werden. Außerdem sollte die Polizei informiert werden, nur sie kann die freiwillige KUNO-Sperrung veranlassen, die das Lastschriftverfahren in Geschäften ablehnt. (rgy)

Eine Aufstellung, welche Tricks Taschendiebe anwenden, sowie mehrere Kurzfilme, die die Vorgehensweise der Diebe veranschaulichen gibt es unter www.polizei-beratung.de/Themen-und-tipps/Diebstahl/Taschendiebstahl/

Wichtige Telefonnummern sind: • Polizei 110 • Kostenfreie Hotline der Bundespolizei 08006888000 • Sperrnotruf 116116

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